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Havelland Er kümmert sich in Falkensee um die Jugend
Lokales Havelland Er kümmert sich in Falkensee um die Jugend
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00:20 15.10.2017
Neu in Falkensee: Helmut Kießling Quelle: Marlies Schnaibel
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Falkensee

Mit dem Fahrrad ist Helmut Kießling erst mal Falkensee abgefahren. Hat sich die Schulen angeschaut. Eine der ersten Amtshandlungen des neuen Streetworkers von Falkensee, der beim Mikado-Verein angestellt ist und im Jugendklub Saftladen sozusagen sein Hauptquartier aufgeschlagen hat.

Der fit gebliebene 62-Jährige stammt aus Berlin. Hier machte er Abitur und arbeitete danach als Erzieher in einer Hort-Kita. „Da habe ich gemerkt, dass mit de Arbeit mit Kindern Spaß macht“, erzählt er. Aber dann hat er doch erst einmal mit einem Freund einen anderen Weg eingeschlagen und einen Videoladen aufgemacht. Damit konnte man damals noch gut Geld verdienen. Was Helmut Kießling dann dazu nutzte, eine Weltreise zu machen und andere Menschen, Kulturen und Sprachen kennenzulernen. Mit viel Erfahrungen und einer Ehefrau kam er wieder nach Berlin und begann in Schöneberg zu studieren.

Mit einem Diplom als Sozialpädagoge in der Tasche, ist er seitdem eigentlich immer als Streetworker und Sozialarbieter unterwegs gewesen, „besonders in Kreuzberg, als es da noch etwas unruhiger war“, erzählt er. Heroinspritzen vor Kitas und Schulen gehörten zum traurigen Alltag. „Das sieht in Falkensee anders aus“, ist seine Einschätzung nach den ersten Wochen. Es geht hier überhaupt zivilisierter zu, hat er beobachtet.

Seit 1. September ist er in Falkensee als Streetworker unterwegs. Auf die Stelle hatte er sich beworben, um wieder an der Basis zu arbeiten, mehr mit Kindern und Jugendlichen direkt zu tun zu haben. Der Sozialarbeiterjob war immer mehr zum Bürojob am Computer geworden, das lag ihm nicht.

Nun ist er wieder ganz dicht dran an den jungen Leuten. Im Saftladen bietet Mikado vormittags bis gegen 16 Uhr eine Hortbetreuung an, am Nachmittag und Abend kommen eher die Großen. So kann es in dem Jugendklub schon mal rappelvoll werden. „Vergangenen Freitag waren fast 150 Besucher in und am Haus“, sagt Helmut Kießling.

Dass der Jugendklub seit acht Jahren eine bunte Grafitti-Fassade hat, die nicht übermalt wurde, ist für ihn fast ein Wunder. Dabei weiß er, dass das nicht überall in Falkensee so ist. Am Bahnhof sieht es schon anders aus. Das ist ein Thema, das dem Streetworker auch am Herzen liegt: Er will mit Partnern den Jugendlichen mehr Wissen und Akzeptanz vermittelten. Das Projekt „Kunst mit Konfliktpotenzial“ könnte helfen, um zu klären, wo Grafitti Kunst sein könne und wo Sachbeschädigung. Er ist begeistert von den zeichnerischen Talenten, die er hier schon gesehen hat.

Montags bis freitags ist Helmut Kießling unterwegs, da ist auch das Team von Saftladen im Haus. Am Wochenende ist der Klub nicht offen, da sieht es montags oft nicht gut auf dem Gelände aus. Weil Kießling freundlich auf Menschen zugeht, hat er das auch bei der Revierpolizistin und bei den Damen vom Ordnungsamt schon getan. Er würde sich wünschen, dass die am Wochenende mal auf dem Gelände im Gutspark bei den feierfreudigen jungen Leuten vorbeischauen.

Von Marlies Schnaibel

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