Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Havelland „Er war einer von uns!“
Lokales Havelland „Er war einer von uns!“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:00 27.02.2013
SEMLIN

.

Vorgeschlagen wurde, den mit Bäumen gestalteten Platz am Weg zur Seepromenade den Namen Axel-Rudolph-Platz zu geben. Über das Ansinnen informiert der Ortsbeirat alle Haushalte mit einem Rundschreiben. Die Einwohner von Semlin werden gebeten, ihre Meinung Mitgliedern des Ortsbeirates mitzuteilen. „Bisher gibt es nur positive Meinungen“, erläutert Ortsvorsteher Alfred Mantau die Situation, nachdem es erste Antworten gibt. Axel Rudolph (1893-1944) war Schriftsteller. Von 1932 bis 1943 hat er unter seinem Namen und den Pseudonymen Heinrich Weiler und Richard Erden mehr als 50 Romane geschrieben – Groschenromane, um es genau zu sagen. Mindestens vier Drehbuchvorlagen für erfolgreiche Kinofilme kommen dazu.

Im September 1936 kam Rudolph mit seiner Verlobten nach Semlin, wo er die meisten Werke schrieb. Er war Gegner der Nationalsozialisten und machte das in einem Brief auch sehr deutlich. Der Brief wurde der Gestapo zugespielt. Das wurde ihm zum Verhängnis. Axel Rudolph wurde auf Befehl der Nationalsozialisten verhaftet und am 30. Oktober 1944 im Zuchthaus Brandenburg-Görden hingerichtet. „Auf diesen Schriftsteller, aber auch auf den Menschen Axel Rudolph können wir mit Recht stolz sein“, heißt es im Rund-schreiben des Ortsbeirates. Weiter heißt es: „Er war einer von uns. Sein Name soll nicht in Vergessenheit geraten.“ Axel Rudolph lebte in Semlin dort, wo heute das „Haus am See“ in der Schneidemühle steht. Er ging oft am See spazieren.

So gab es auch schon Überlegungen diesen Weg nach ihm zu benennen. Davon wurde aber Abstand genommen, weil der Weg nicht mehr durchgehend öffentlich ist und auch andere Straßen dazu gehören. Den hinteren Dorfplatz nach Axel Rudolph zu benennen, das ist für Alfred Mantau eine gute Möglichkeit den Beitrag zu leisten, damit in Semlin der Name des Schriftstellers niemals in Vergessenheit gerät.

Dass der Name Axel Rudolph in Semlin heute überhaupt wieder eine Rolle spielt, ist Heike Brett und Martin Keune zu verdanken. Keune veröffentlichte vor zwei Jahren sein Buch „Der Groschenroman“, der vom Leben und Werk Axel Rudolphs handelt und zugleich das dunkle Semliner Geschichtskapitel aus der Regierungszeit der Nationalsozialisten näher beleuchtet. Heike Brett hatte mit den Recherchen über Axel Rudolph begonnen, Keune – ein begeisterter Freizeit-Semliner – stieß später dazu.

Bis Mai haben die Semliner Zeit ihre Meinung zu äußern. Dann wird der Ortstbeirat entscheiden. „Bei einer Entscheidung sollten wir uns eine würdige Gestaltung überlegen“, meint Mantau. Er könnte sich einen Gedenkstein vorstellen. Klären wird er zunächst, ob die Rathenower Stadtverordnetenversammlung – Semlin ist Stadtteil von Rathenow – einer möglichen Platzbenennung zustimmen muss und ob man sich einen Gedenkstein finanziell leisten kann. Spricht alles dafür, dann sollte, so Mantau, im Spätsommer die feierliche Einweihung sein. (Von Norbert Stein)

Havelland In Rathenow wird getestet wie man den Energieverbrauch der Straßenbeleuchtung reduzieren kann - Stromsparen im großen Stil

Rund 3600 Straßenlaternen brennen in der Stadt Rathenow und den Ortsteilen. 290 000 Euro gehen nur an Stromkosten für den Betrieb dieser Lampen drauf – pro Jahr. Kein Wunder, dass man sich in der Verwaltung Gedanken darüber macht, wie man bei der Straßenbeleuchtung Geld sparen kann.

27.02.2013
Havelland Zeitgeschichte: Nach dem Reichstagsbrand vor 80 Jahren floh der Journalist und Filmkritiker Willy Haas aus Falkensee - Als die Stunde der Denunzianten schlug

Als am 27. Februar 1933 der jüdische Journalist Willy Haas sein Haus in der Potsdamer Straße 58 in Falkensee verließ, ahnte er nicht, dass er es nie wieder betreten würde.

26.02.2013

Die Tage der Falkenseer Stadthalle am Gutspark sind offenbar endgültig gezählt.voraus. Das hat Baudezernent Thomas Zylla gestern klargestellt und trat damit anderslautenden Mutmaßungen entgegen.

26.02.2013