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Havelland Erfolgsmodell Praxislernen
Lokales Havelland Erfolgsmodell Praxislernen
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00:16 06.06.2017
Maya (3.v.l.) und Sebastian (4.v.r.) absolvieren ein Praktikum im Pflegeheim der Volkssolidarität. Geschäftsführer Thomas Briest (2.v.r.) lobt den Einsatz der jungen Praktikanten. Quelle: Christin Schmidt
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Rathenow

Von knapp 40 Schulabgängern der Rathenower Duncker Oberschule haben bis auf acht bereits alle einen Lehr- oder Ausbildungsvertrag unterschrieben. Ein Drittel der Schüler wird die berufliche Laufbahn sogar in dem Unternehmen beginnen, in dem es zuvor ein Praktikum absolviert hat.

„Wir freuen uns, dass alle Schüler eine Stelle in der Region gefunden haben“, berichtet Jana Brandstäter stolz. Sie ist Fachlehrerin für Berufsorientierung an der Duncker Oberschule und leitet das Modell Praxislernen. Bestandteil des Konzepts sind Praktika, die nicht, wie sonst in Schulen üblich, 14 Tage oder vier Wochen dauern, sondern sich über das ganze Schuljahr erstrecken. Die Schüler der 8. Klassen sind jeden Donnerstag im Betrieb, die der 9. Klassen Donnerstag und Freitag.

114 Kooperationspartner beteiligen sich am Praxislernen

In der Regel suchen sich die Mädchen und Jungen die Praktika selbst. Dabei müssen sie sich nicht auf einen Betrieb beschränken. „Die Schüler sollen durchaus verschiedene Branchen kennenlernen“, so Brandstäter. Sehr motiviert dabei sind auch Maya aus Syrien und Sebastian aus Serbien. Sie haben sich für das „Seniorenhilfezentrum“ der Volkssolidarität entschieden. „Diese Arbeit macht Spaß“, sagt Maya. Die 15-Jährige kann sich vorstellen, später in der Pflege zu arbeiten. Begeistert ist auch Thomas Briest, Geschäftsführer der Volkssolidarität. „Das ist ein großartiges Projekt. Insbesondere vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels in der Pflegebranche begrüßen wir die Zusammenarbeit.

Berufsorientierung mal anders

Das Praxislernen ist ein wichtiger Bestandteil der Berufs und Studienorientierung (BStO) im Land Brandenburg.

Seit 2015 ist es Bestandteil der Landesstrategie zur Berufs- und Studienorientierung.

Das Modell verfolgt einen sehr praxisorientierten Unterrichtsansatz und verknüpft diesen mit der Arbeit in Betrieben.

Da die Schule die Berufs- und Praxisorientierung nicht allein leisten kann, unterstützen regionale Partner.

Dazu gehören Eltern, Kooperationsbetriebe, Honorarkräfte, Projektpartner der Initiative Oberschule, regionale Bildungsträger und die Agentur für Arbeit.

In Kindertagesstätten, Grundschulen, im Handwerk und im Einzelhandel, in den verschiedenen Standorten der Arbeiterwohlfahrt und auch in einigen Bereichen der Stadtverwaltung schnuppern Mädchen und Jungen in den Berufsalltag. 114 Kooperationspartner beteiligen sich mittlerweile am Praxislernen. „Es gibt keinen Betrieb, der dem Projekt gegenüber ablehnend ist“, sagt Jana Brandstäter. Im Gegenteil: Viele Unternehmen in der Region haben Probleme Auszubildende zu finden und sind deshalb sehr dankbar, auf diese Art Nachwuchs rekrutieren zu können.

„Jetzt wissen die Schüler, wofür sie lernen“

„Die Schüler haben kein Problem, einen Platz zu finden. Inzwischen ist es sogar so, dass sich die Betriebe bei uns melden und fragen, ob wir einen Praktikanten haben“, weiß Jana Brandstäter zu berichten. Sie lobt das Engagement vieler Geschäftsführer und Mitarbeiter, die dafür sorgen, dass die künftigen Fachkräfte auch tatsächlich etwas lernen. Nur im Januar wird das Praxislernen unterbrochen. In dieser Zeit gehen die Schüler des Jahngymnasiums ins Praktikum. „Dann stellen wir die Plätze den Jahn-Schülern zur Verfügung“, so Brandstäter.

Nach zwei Jahren Praxislernen ist sie vom Erfolg dieses Modells überzeugt. „Zum einen wissen die Schüler jetzt, wofür sie lernen. Vorher haben wir Lehrer oder die Eltern sie motiviert, jetzt übernehmen das die Mitarbeiter. Sie zeigen ihnen ihre Stärken, aber auch ihre Schwächen auf“, erklärt Jana Brandstäter. Zudem verschafft das Praxislernen Erfolgsmomente. „Unsere Schüler sind stolz, wenn sie zum Beispiel sagen können: ,Ich habe geholfen, dieses Stück Straße zu pflastern.’“ Und noch einen wichtigen Aspekt spricht die Lehrerin an. „Nicht zuletzt profitieren auch die Unternehmen hier vor Ort, die nun gezielt Nachwuchskräfte ansprechen und über einen längeren Zeitraum kennenlernen können.“

Wie die Praktika laufen, erfahren Jana Brandstäter und ihre Kollegen stets aus erster Hand. Jede Woche besuchen sie ihre Schützlinge bei der Arbeit. Dabei müssen sie auch mal nach Rhinow oder Brandenburg/Havel fahren, denn viele Schüler scheuen keine weiten Wege, um in die Arbeitswelt ihres Wunschunternehmens hineinzuschnuppern. Neben Schulleiter Thomas Winterfeld unterstützen und betreuen drei weitere Fachkräfte die Schüler. Die müssen neben der Praktikumsarbeit auch Tätigkeitsberichte und eine Facharbeit verfassen sowie eine Präsentation vor den Mitschülern halten. Schließlich sollen alle von ihren Erfahrungen profitieren.

Von Christin Schmidt

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