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Havelland Erika Pohle will kürzer treten
Lokales Havelland Erika Pohle will kürzer treten
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21:10 12.08.2016
Erika Pohle ist nicht nur unter den älteren Bürgern bekannt. Quelle: Jens Wegener
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Nauen

Nur ruhig zuhause sitzen – das ist nicht ihr Ding. Auch nicht mit 75. Wer Erika Pohle kennt weiß, dass sie immer etwas bewegen will, sich einbringen will. So wie sie es die letzten 17 Jahre im Nauener Seniorenrat getan hat. Trotzdem hat die Nauenerin den Vorsitz des Seniorenrates vor einigen Tagen an ihre Stellvertreterin Ute Krüger abgegeben. „Man muss ja nicht immer in der ersten Reihe stehen. Ich kann und möchte mich im Hintergrund für die Belange der Senioren in der Stadt weiter einsetzen und werde dem Gremium auch künftig noch angehören“, versichert Erika Pohle und lässt wissen: „Ich bin ja nicht ganz weg.“

Besonders gefreut hat sich die 75-Jährige über den würdigen Abschied als Vorsitzende, den ihr Nauens Vize-Bürgermeisterin Marion Grigoleit in der letzten Stadtverordnetenversammlung ermöglicht hat. „Etwa 17 Jahre warst Du der führende Kopf des Seniorenrates, hast die unterschiedlichsten Aufgaben koordiniert und so einen großen Beitrag für die Seniorenarbeit in Nauen geleistet“, sagte Marion Grigoleit. Und ergänzte: „Der Seniorenrat ist heute ein stabiles Gremium und aus der Stadt Nauen nicht mehr wegzudenken.“

2012 erste seniorengerechte Bänke aufgestellt

Als Erika Pohle 1998 gemeinsam mit einigen Mitstreitern, unter anderem mit Martin Grothe, der erster Vorsitzender war, den Seniorenrat ins Leben rief, hätte sie sich selbst kaum träumen lassen, welche Resonanz das hervorruft. Nicht nur in Nauen. Plötzlich gab es eine Interessenvertretung für ältere Menschen, die sich in den Nauener Fachausschüssen mit Wünschen zu Wort meldete. Dabei ging es vom abgesenkten Bordstein für Rollatornutzer und Rollstuhlfahrer bis zu Sitzmöglichkeiten zum Ausruhen beim Spazierengehen.

Erika Pohle knüpfte Kontakte zur Kreisverwaltung, so dass im März 2012 die ersten blauen seniorengerechte Bänke in der Stadt und in einigen Ortsteilen aufgestellt werden konnten. Mit einem Zuschuss des Landkreises. „Ich fand in der Stadtverwaltung Nauen und beim Landkreis immer ein offenes Ohr. Auch das Zusammenwirken mit anderen Vereinen oder mit verantwortlichen im Bereich Pflege wie dem Arbeiter-Samariter-Bund oder dem Gemeinschaftswerk Wohnen und Pflege funktionierte gut“, erinnert sie sich. Die älteren Menschen in den Ortsteilen noch besser für die Angebote des Seniorenrates zu gewinnen, sei ihr Wunsch.

Ehrenamtspreis und Ehrenteller erhalten

Stolz kann Erika Pohle aber auch auf die große Auswirkung sein, die der Nauener Seniorenrat erreicht hat. In Falkensee oder Ketzin/Havel nahm man sich das Nauener Gremium zum Vorbild, um eigene Seniorenräte zu gründen. „Immer wieder wurden wir von anderen Kommunen um Rat gefragt und haben gern geholfen“, so die 75-Jährige. Ihre Erfahrungen gab sie auch als Mitglied des Kreisseniorenrates weiter. Nicht zuletzt deshalb erhielt Erika Pohle den ersten Ehrenamtspreis des Landkreises Havelland und den Ehrenteller des Brandenburger Sozialministeriums.

Sie habe es geschafft, trotz wechselnder Mitglieder dem Seniorenrat eine ganz spezielle familiäre Note zu geben und dabei den Kollegen immer Raum für eigene Ideen eingeräumt, so Marion Grigoleit. Mit Ute Krüger übernimmt eine langjährige Mitstreiterin die Spitze des Seniorenrates. „Sie wird die Sache packen, da bin ich mit sicher. Es geht weiter“, so Erika Pohle.

Von Jens Wegener

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