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Havelland Erinnern an Alfons Loewe
Lokales Havelland Erinnern an Alfons Loewe
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00:17 14.02.2016
Dieser Stolperstein liegt am Fürstenweg 2. Quelle: Judith Meisner
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Spandau

Alfons Loewe war ein angesehener Spandauer Jurist, ein hilfsbereites Mitglied seiner Gemeinde und ein glücklicher Ehemann. Zwei Tage vor seinem 70. Geburtstag nahm er sich das Leben. Das war am 28. Dezember 1938 und eine Reaktion auf die unmenschlichen Gesetze der Nationalsozialisten, denen der jüdische Justizrat ausgesetzt war.

Zur Erinnerung an ihn verlegte der Bildhauer Gunter Demnig am Mittwoch einen Stolperstein vor der letzten freigewählten Wohnung des Juristen am Fürstenweg 2. Eine Handvoll Spandauer war zu einer kleinen Gedenkfeier gekommen. Gudrun O’Daniel-Elmen vom Spandauer Arbeitskreis „Christen und Juden“ informierte über Alfons Loewes Leben. Mit ihrer Hilfe und der Jugendgeschichtswerkstatt hatten Konfirmanden der Wichern-Radeland-Gemeinde die Biografie recherchiert. Die Schüler konnten Mittwoch nicht anwesend sein, daher ist für den 16. Februar um 16.30 Uhr ein öffentliches Gedenken am neuen Stolperstein geplant.

Justizrat Alfons Loewe, geboren 1868, lebte von 1920 bis 1937 als Rechtsanwalt und Notar in Spandau. Seine Praxis war sehr erfolgreich.

Schon 1933 stand der Name Alfons Loewe auf der so genannten SA-Boykott-Liste, noch im selben Jahr wurde ihm das Notariat entzogen. In der Folge bereitete er die Emigration Spandauer Juden vor, etwa für den Kaufhaus-Besitzer Julius Sternberg, der mit seiner Familie nach Kolumbien auswanderte. 1938 erhielt Alfons Loewe Berufsverbot. Nach der Pogromnacht am 9. November 1938 musste auch er die Judenvermögensabgabe leisten.

Am 28. Dezember 1938 schrieb er einen rührend besorgten Abschiedsbrief an seine Frau Katharina. Darin hofft er, dass sie als Christin ohne ihn in der Nazi-Zeit leichter überleben könne. In ihren Lebenserinnerungen notierte Katharina Loewe einen letzten Satz ihres Mannes: „Du kannst noch vielen Menschen helfen!“Am selben Tag nahm er das Schlafmittel Veronal.

Katharina Loewe musste später sämtliche Raten der Judenvermögensabgabe allein zahlen. Ihren vielen jüdischen Freunden war sie eine wertvolle Stütze. Nach dem Krieg musste Katharina Loewe in einem entwürdigenden Verfahren nachweisen, dass ihr Mann verfolgt worden war und sein Vermögen durch die Nazis verloren hatte. Sie erhielt erst 1958 eine Entschädigung, da hatte sie nur noch zwei Jahre zu leben.

Gunter Demnig passte Mittwoch den Stolperstein mit der glänzenden Oberfläche in das Pflaster des Bürgersteigs ein, füllte die Zwischenräume mit Sand und goss Wasser drüber. Dann kniete er vor dem Gedenkstein und wischte andächtig die Oberfläche sauber.

Von Judith Meisner

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