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Havelland Erinnern an Cohn, Krambach und Jacoby
Lokales Havelland Erinnern an Cohn, Krambach und Jacoby
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19:03 27.03.2013
FALKENSEE

. Papa ist Felix Jacoby, ein international geachteter Philologe, der von Finkenkrug aus in die Emigration ging, der Zettel liegt heute in einer Vitrine im Falkenseer Museum.

Felix Jacoby ist ein Name unter vielen in der neuen Ausstellung „Aktenkundig: Jude“. Sie wurde vom Brandenburgischen Landeshauptarchiv erarbeitet und bisher in zwölf Städten gezeigt.

Mehr als 60 000 Einheiten sind in dem Archiv überliefert. Es sind Akten der Oberfinanzdirektion Berlin. 155 000 Karteikarten waren vorhanden. „Sie zeigen die antijüdische Politik des nationalsozialistischen Staates und sie zeigen, wie die Finanzpolitik dessen Ziele durchgesetzt hat“, sagte Klaus Neitmann, Direktor des Brandenburgischen Landeshauptarchivs, bei der Ausstellungseröffnung.

Für Falkensee haben die Ausstellungsmacher viele regionale Belege beigesteuert, sie erinnern so an Kurt Krambach und Minna Cohn. Die Vitrine zu Felix Jacoby gibt Auskunft über einen Wissenschaftler, der bis zuletzt für seine geistige Welt kämpfte. „Dabei war es ihm wichtiger, seine wissenschaftliche Bibliothek mitzunehmen als den Schmuck seiner Frau“, sagte Monika Nakath.

Jacoby konnte nach England emigrieren. Anderen gelang dieser Weg nicht. Die Dichterin Gertrud Kolmar und ihr Vater Ludwig Chodziesner gehörten dazu. Viel ist über die Dichterin, die mit ihrem Vater bis 1938 in Finkenkrug lebte, in Falkensee bekannt, doch die jetzige Ausstellung beförderte Neues hervor. In sogenannten Vermögenserklärungen mussten die Juden all ihre Habseligkeiten auflisten. Selbst für Kinder, ja Babys wurden Listen angelegt. Nach ihrer Deportation eignete sich der Staat den Besitz an. Wie das aussah, zeigt eine Vitrine zu Gertrud Kolmar. Dort liegt unter anderem die Vermögensliste ihres Vaters; es ist der Rest, der ihm blieb, nachdem er Finkenkrug verlassen und nach Berlin in die Speyerstraße ziehen musste: 4 Koffer, 2 Stühle, 2 Spinde, 1 Leiter, 1 Ölbild, 2 Pappkartons mit Wäsche. Als der Mann nach Theresienstadt deportiert wurde, kam der Gerichtsvollzieher, um die Liste mit dem Tatsächlichen zu vergleichen. Er stieß allerdings auf die Tochter, die noch in der Wohnung war. Über das Gespräch, in dem Gertrud Kolmar versuchte, ihren Besitz als Erbe von der Mutter glaubhaft zu machen, gibt es ein handschriftliches Protokoll. Das fand sich jetzt in den Akten des Landeshauptarchivs und ist in der Falkenseer Ausstellung zu sehen.

Die zeigt Originaldokumente und viele Tafeln mit Informationstexten. Es ist vor allem eine Leseausstellung, die an die Vertreibung und Ermordung jüdischer Mitbürger erinnert. Sie zeigt aber auch, wie die gefundenen Akten heute helfen können, Restitutionsansprüche zu klären.

In einer Ecke der Ausstellung sind Arbeiten einer Potsdamer Schule zu sehen. Die Schüler haben die Namen der jüdischen Familie von Barta Simonsohn zusammengetragen und einen Stammbaum gebaut – in Form einer großen Unruhe hängt er nun an der Decke. Eine Unruhe – welch passendes Bild, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. (Von Marlies Schnaibel)

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