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Havelland Erinnerung an Absturzopfer
Lokales Havelland Erinnerung an Absturzopfer
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22:10 22.08.2017
Horst Schwenzer an der Erinnerungsstätte. Quelle: Uwe Hoffmann
Stölln/Königs Wusterhausen

Erinnerung an ein Flugzeugunglück. Der Absturz einer IL-62-Passagiermaschine der Interflug bei Königs Wusterhausen war Anlass für den Vorsitzenden des Lilienthal-Vereins Stölln, Horst Schwenzer, an einer Gedenkfeier zum 45. Jahrestag des Absturzes teilzunehmen.

Seit 1989 auf dem Gollenberg

Seit 1989 steht eine Interflug-Passagiermaschine Iljuschin IL-62 „Lady Agnes“ als Museum am Gollenberg bei Stölln. Die IL-62 wurde als erstes sowjetische Strahltriebwerk-Langstreckenflugzeug zwischen 1963 und 1999 gebaut. Nach der Indienststellung 1967 einer IL-62 flog die Interflug erstmals 1970 zwei Maschinen dieses Typs. Am 14. August 1972 ereignete sich bei Königs Wusterhausen das erste Unglück der DDR-Fluggesellschaft mit Todesopfern und auch das schwerste auf deutschem Boden.

Gedenkstelle zum 25. Jahrestag

Zum 25. Jahrestag stellten die Anwohner des Kirchsteigs, unweit der Absturzstelle, 1997 an der Absturzstelle in Eigeninitiative und mit eigenen Mitteln eine Gedenktafel auf und pflegen seit dem die kleine Gedenkstätte in dem Waldstück in Königs Wusterhausen.

Schwenzer: „Es war bewegend“

Zum 40. Jahrestag, am 14. August 2012, fand an der offiziellen Gedenkstätte im Nachbarort Wildau eine Gedenkfeier statt. Mehrere Betroffene, ehemalige Interflug-Kollegen sowie unmittelbare Anwohner der Absturzstelle hatten angeregt, den 45. Jahrestag zu begehen. „Dieses Mal wurden auch wir vom Lilienthal-Verein eingeladen“, sagt Vereinsvorsitzender Horst Schwenzer, der an der Gedenkveranstaltung teilnahm. „Zur Gedenkfeier, erst in Wildau und an der Absturzstelle in Königs Wusterhausen, kamen einige der damals beteiligten Einsatzkräfte der Feuerwehr, ehemalige Interflug-Kollegen und Angehörige der Verunglückten. Das war sehr bewegend.“

Erinnerung an den Absturz

Die Ansprache zur Gedenkstunde hielt Jörn Lehweß-Litzmann: „Neben den Angehörigen der Opfer waren damals die Anwohner und Augenzeugen an der Absturzstelle, zahlreiche Feuerwehr- und Polizeikräfte und wir von der Untersuchungskommission, die vor Ort das Grauen bekämpften und aufarbeiteten, ganz besonders betroffen.“

Die IL 62 auf dem Gollenberg. Quelle: Norbert Stein

Das Ereignis, so der Redner, habe ihn geprägt, gestählt und habe sein Handeln in den folgenden Jahren bestimmt. „Wir Techniker gestalteten die Instandhaltung radikal um, modernisierten die Vorschriften, den technologischen Checkdurchlauf in der Werft, die wartungstechnische Ausstattung und qualifizierten das Personals weiter.“ So sorgten nach Klärung der Unfallursache technische Veränderungen und die modernisierten Wartungsmaßnahmen zu keinem weiteren Zwischenfall dieser Art bei einer IL-62.

Technische Schwierigkeiten

Die IL-62 „DM-SEA“ startete am Unglückstag 16.30 Uhr vom Flughafen Berlin-Schönefeld mit Ziel Burgas an der bulgarischen Schwarzmeerküste. Nur 13 Minuten nach dem Start und etwa 100 Kilometer von Berlin entfernt meldete die Crew im Luftraum nahe Cottbus Schwierigkeiten mit dem Höhenleitwerk. Daraufhin erhält Kapitän Heinz Pfaff die Erlaubnis zur Umkehr nach Schönefeld. Ein zuvor im Heckgepäckraum entstandener Brand, damals gab es noch keine Brandmelde- und -löschanlagen, hatte wohl das Höhenrudergestänge beschädigt. Über Zossen setzte die Maschine einen Notruf ab. Im Sinkflug hatte sich, durch den Brand geschwächt, das Heck abgelöst.

Gedenktafel mit Namen

Das Flugzeug war nicht mehr stabil, es war auch nicht mehr zu steuern.. Später löste sich auch noch ein Teil des vorderen Rumpfes ab. Gegen 17 Uhr schlugen die Trümmerteile bei Königs Wusterhausen auf. Die 148 Passagiere und die achtköpfige Crew kamen ums Leben. Auf dem Waldfriedof des Wildauer Ortsteils Hoherlehme erhielten die 60 nicht identifizierten Opfer mit einem Staatstrauerakt in einem Sammelgrab ihre letzte Ruhestätte. Eine Gedenktafel mit ihren Namen erinnert an sie.

Von Uwe Hoffmann

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