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Erinnerung an Sophie Scholl

Feierstunde zum 20-jährigen Bestehen Erinnerung an Sophie Scholl

Die Berufliche Schule für Sozialwesen in Premnitz besteht seit 20 Jahren. Schulleitung und Politiker würdigten bei einem Festakt die Arbeit, die hier geleistet wird. Zu dem Anlass bekam die Schule einen Namen: Sophie Scholl.

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Donnerstagmittag ist das neue Namensschild enthüllt worden.

Quelle: Bernd Geske

Premnitz. Premnitz hat wieder eine Schollschule. Donnerstagmittag ist an der Beruflichen Schule für Sozialwesen in der Alten Hauptstraße feierlich ein neues Schild mit dem Namen „Sophie Scholl“ enthüllt worden. Zu DDR-Zeiten hatte das altehrwürdige Gebäude die Polytechnische Oberschule (POS) Geschwister Scholl beherbergt, nach der Wende war dort eine Grundschule mit dem gleichen Namen gegründet worden. Wegen sinkender Kinderzahlen blieb in Premnitz nur noch die Dachsberg-Grundschule erhalten, die Grundschule Geschwister Scholl wurde geschlossen.

Am Donnerstag hat die Berufliche Schule für Sozialwesen, die 2008 das damals schon einige Zeit leer stehende Gebäude bezogen hatte, ihr 20-jähriges Bestehen genutzt, sich einen Namen zu geben. Die Entscheidung lag wegen der Traditionen für viele Beteiligte auf der Hand. Dazu kam noch, dass Sophie Scholl 1940 eine Ausbildung zur Kindergärtnerin begonnen hatte. Die Awo-Schule bildet neben Sozialassistenten und Heilerziehungspflegern auch Erzieher aus. Sophie Scholl hatte 1943 als Mitglied der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ zusammen mit ihrem Bruder Hans in der Universität München Flugblätter gegen den Krieg verteilt und war verhaftet worden. Kurze Zeit danach wurden sie und ihr Bruder hingerichtet.

„Sophie Scholl steht heute noch für viele junge Menschen als Symbol für Toleranz, Solidarität, Gerechtigkeit und Freiheit“, sagte Schulleiterin Kerstin Müller in ihrer Festansprache. Da sich diese Gedanken auch im Leitbild der Arbeiterwohlfahrt, dem Träger der Schule, wiederfinden, habe man sich für ihren Namen entschieden. In den 20 Jahren des Bestehens der Schule, so habe sie ausgerechnet, hätten bislang 3235 junge Leute ihre Ausbildung dort absolviert bzw. absolvierten sie gerade. Kerstin Müller ließ noch einmal die Geschichte der Bildungseinrichtung Revue passieren, die 1993 in Glöwen gegründet worden war, zwei Jahre später nach Rathenow an die Bammer Landstraße umzog und später nach Premnitz kam. Kerstin Müller nannte viele Namen von früheren Verantwortlichen und Förderern der Schule, als besondere Geste der Wertschätzung hob sie aber zuerst Schulsachbearbeiterin Barbara Spindler und Hausmeister Jörg Brandstäter hervor. Beide sind dort tätig, seit die Schule vor 18 Jahren nach Rathenow kam.

Landrat Burkhard Schröder betonte, die Schule bilde „ganz wichtige Berufsbilder“ aus. Durch den demografischen Wandel sei der Bedarf an Pflegekräften deutlich angestiegen und in den Kinderbetreuungseinrichtungen würden „enorm viel mehr“ Erzieherinnen gebraucht.

Bürgermeister Roy Wallenta sprach von seinem Stolz auf das „tolle Wirken“ der Schule in Premnitz. Mit dem Annehmen des Namens Sophie Scholl gebe diese der Stadt ein Stück Identität zurück. Zur Würdigung des Tages überreichte er Kerstin Müller einen bereits gravierten Pflasterstein mit der neuen Schulbezeichnung für den Premnitzer Weg.

Der jüngsten und der ältesten Schülerin kam es zu, das Namensschild zu enthüllen. Das taten Marlene Uebe (16 Jahre), die Sozialassistentin lernt, und Heidi Rißmann, die mit 53 Jahren eine Ausbildung zur Erzieherin begann.

Von Bernd Geske

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