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Havelland Erinnerungen an den Autor Günter de Bruyn
Lokales Havelland Erinnerungen an den Autor Günter de Bruyn
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20:15 20.11.2016
Günter de Bruyn bei seinem letzten Besuch in Garlitz mit Ortsvorsteherin Gudrun Lewwe. Quelle: Uwe Hoffmann
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Garlitz

„Herzlichen Dank für Ihre Geburtstagsgrüße und den wunderbaren Foto-Band – eine Kostbarkeit für mich“, so steht es handschriftlich auf der Postkarte, mit der sich Günter de Bruyn für die Glückwünsche aus Garlitz zu seinem 90. Geburtstag am 1. November dieses Jahres bedankte. Der produktive und für seine Romane vielfach ausgezeichnete, in Berlin-Britz geborene Autor war als 19-jähriger junger Mann einst in das kleine havelländische Luchdorf gekommen.

Nach einer ersten „Zwischenstation“ als Landarbeiter in Hessen war de Bruyn 1946 zunächst wieder nach Berlin zurück gekehrt und wurde in Potsdam zum Neulehrer ausgebildet. Garlitz ist im Jahr 1946 zur ersten – und auch letzten – Station de Bruyns als Lehrer geworden. „Wann Herr de Bruyn kam, weiß hier im Ort keiner mehr so genau. Das Schuljahr fing damals immer zum 1. April an“, erinnert sich die heutige Ortsvorsteherin Gudrun Lewwe daran, was sie aus den Erzählungen der alten Garlitzer dazu erfahren hat. „Damals gab es in den zwei Gebäuden der achtklassigen Volksschule in der Dorfstraße bereits einen neuen und älteren Lehrer.“

Gudrun Lewwe mit dem damaligem Schüler Karl-Heinz Dieckmann vor der ehemaligen Volksschule, Garlitzer Dorfstraße 55, heute ein Wohnhaus. Quelle: Uwe Hoffmann

Mit Gerda Vollmann (geborene Baumgardt), Ingeborg Zimmermann (geborene Müller), Christa Krause (geborene Jakob) und Karl-Heinz Dieckmann wohnen in Garlitz gegenwärtig noch vier ehemalige Schüler, die damals bei dem jungen Lehrer Unterricht hatten. „Damals hatten die Schüler generell mehr Respekt vor einem Lehrer. Aber als junger Lehrer war das Verhältnis schon etwas lockerer als bei den alteingesessenen Lehrern, die in der Weimarer Republik oder im Nationalsozialismus ausgebildet wurden“, erinnert sich Karl-Heinz Dieckmann an seinen Lehrer Günter de Bruyn. „Er war anerkannt und beliebt.“

Der gebürtige Garlitzer Dieckmann, Jahrgang 1938, besuchte von 1945 bis 1953 die Volksschule. „Zuerst wohnte de Bruyn in einer Kammer bei Frau Ost, der Haushälterin des Bürgermeisters Paul Brösicke. Sie wollte den jungen Mann mit ihrer gleichaltrigen Tochter Lonny verkuppeln. Der aber wollte nichts wissen von der zwar fleißigen, aber von langsamer Auffassungsgabe geprägten jungen Frau. Da musste de Bruyn aus dem Haus und bezog den ehemaligen Ziegenstall von Mutter Hilde Kühn“, erinnern sich der ehemalige Schüler und die Ortsvorsteherin. „Hier gefiel ihm auch die Tochter.“ Jutta Kühn wurde dann Günter de Bruyns erste Ehefrau.

Günter de Bruyns Lehrerdasein endete bereits 1949

„Sein Herz schlug nicht für die Pädagogik. Sein Herz schlug für die Literatur, sagte einmal de Bruyns ehemaliger Lehrerkollege im Ort, der inzwischen verstorbene Benno Platha aus Buschow“, sagt Gudrun Lewwe. So endete Günter de Bruyns Lehrerdasein bereits 1949. Bis 1953 arbeitete er als Bibliothekar und wissenschaftlicher Mitarbeiter des Zentralinstituts für Bibliothekswesen in Berlin. Als Dozent veröffentlichte er auch wissenschaftliche Arbeiten. Aber für seinen ersten Roman, „Hochzeit in Weltzow“ kommt Garlitz im Havelländischen Luch, das de Bruyn gut leiden mochte, noch einmal zur Geltung. In dem Roman verarbeitete der Autor 1960 seine eigene Hochzeit und sein damaliges Garlitz unter dem Namen Weltzow. Seit 1961 ist Günter de Bruyn, der noch heute schriftstellerisch aktiv ist, als freier Schriftsteller tätig.

Günter de Bruyn, geboren 1926

Der Autor Günter de Bruyn wurde am 1. November 1926 in Berlin-Britz geboren.

Von 1946 bis 1949 war er als Neulehrer in Garlitz tätig.

Als freier Schriftsteller arbeitet er seit 1961.

Einige bekannte Werke sind: Hochzeit in Weltzow, Buridans Esel, Mein Brandenburg und Unzeitgemäßes.

Den Nationalpreis der DDR lehnte er 1989 ab wegen „Starre und Intoleranz“ der Regierung.

Die Ehe mit Jutta Kühn hielt aber nicht lange. Nach der Scheidung von ihr brach Günter de Bruyn seine Kontakte nach Garlitz ab. Nachdem sich im Jahr 2004 der Heimatkulturverein Garlitz gegründet hatte, luden die Garlitzer im Jahr darauf den seit 1964 mit rund zwei Dutzend Preisen und Orden geehrten Schriftsteller noch einmal zu sich ein. Er folgte diesem Wunsch auch wirklich und las in der Kirche er aus seiner Autobiografie „Zwischenbilanz. Eine Jugend in Berlin“ aus dem Jahre 1992.

„Das ganz Dorf war auf den Beinen. Zum Empfang auf dem Dorfplatz brachte jeder etwas zum Essen mit. Michael Duhr, der im Ort einen Forstbetrieb inne hat, fertigte eine alte Schulbank, in der de Bruyn auf dem Dorfplatz saß“, erzählt Gudrun Lewwe. Noch heute zeigt sie sich sichtlich bewegt von dem emotionalen Moment. „Er begrüßte seine ehemaligen Schüler, die er mit ihrem Namen ansprach. Alle erinnerten sich an die gemeinsame Zeit.“

Die Postkarte, mit der sich Günter de Bruyn bedankte. Quelle: Uwe Hoffmann

Zu seinem zehnjährigen Bestehen fertigte der Garlitzer Heimatkulturverein ein Fotobuch an, das die Ortsvorsteherin Gudrun Lewwe Günter de Bruyn dann zu seinem 90. Geburtstag schickte. Zwei Seiten in dem Buch sind dem berühmten „Sohn“ des Dorfes gewidmet. Dessen Sohn Wolfgang de Bruyn, der noch als Kind in den Ferien seine Großeltern in Garlitz besuchte, und dessen Frau begleiteten ihn bei seinem Besuch vor elf Jahren.

Mehrfach las Günter de Bruyn auch im nicht weit entfernt gelegenen Schloss Nennhausen aus seinen Büchern. 1968 kaufte Günter de Bruyn die ehemalige Blabberschäferei in Blabber, einem Ortsteil der Gemeinde Tauche im Landkreis Oder-Spree, wo er noch heute lebt.

Von Uwe Hoffmann

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