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Havelland Erinnerungen an große Sportmomente
Lokales Havelland Erinnerungen an große Sportmomente
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00:19 18.08.2017
Christian Görke und Dirk Thiele vor ihrem Gerspräch. Quelle: Uwe Hoffmann
Rathenow

Die Sicherheitspolitik der großen Welt mit General a.D. Harald Kujat und die wirtschaftlichen Chancen für kleine Unternehmen in der Region mit der Präsidentin der Potsdamer IHK, Beate Fernengel, waren schon Themen der Gesprächsreihe mit Finanzminister Christian Görke – im Wechsel mit Sozialministerin Diana Golze.

Bekannte Namen aus Rathenow

Am Montag lud der Kreisverband der Linken zum Gespräch mit einem der bekanntesten Sportjournalisten aus DDR-Zeiten – und bis heute – in das Restaurant „Zum Alten Hafen“ ein. Jörg Freimuth oder auch der Trainer des FSV Optik Rathenow, Ingo Kahlisch, fielen Dirk Thiele, der heute in Solingen lebt, angesprochen auf bekannte Namen des Sports aus Rathenow ein.

Viele Themen zum Leistungssport

Thiele ging auf viele Themen um den Leistungssport ein. „Ich glaube, es gibt keine Ausdauersportart, in der man im Spitzensport ohne Doping nicht nur in den Grenzbereich seiner Leistung, sondern auch der Erfolge kommt“, äußerte Thiele. Und er verwies auf den DDR-Hochsptinger Hochmuth, der bei den Olympischen Spielen in Moskau Dritter wurde. Auch er stand nachträglich unter Verdacht, er sei im System des DDR-Staatsdopings verflochten gewesen, so Thiele.

„Früher waren die Kommentatoren auch Staatsvertreter.“, sagt Dirk Thiele. Quelle: Uwe Hoffmann wort+bild

Zu DDR-Zeiten waren Sportkommentatoren im Fernsehen in irgendeiner Form Repräsentanten des Staates. Der Spielraum, den man hatte war nicht allzu groß. „Aber auch heute hat man seine gewissen Zwänge“, erzählte Thiele, auch auf Nachfragen aus dem Publikum. „Anderseits hat sich auch die Art und Weise der Sport-Berichterstattung durch die Medien geändert. Sportereignisse müssen sich an Medienformate anpassen, wenn sie weiterhin medienwirksam sein wollen. Und große Spitzensportler haben heute ihre Pressesprecher, die über Kontakte zu Medien ihrer Sportler bestimmen.“

Leistungssport muss gefördert werden

Ein wichtiges Thema war auch die Förderung des Leistungssports. „Die Sportler brauchen nach ihrer Sportkarriere eine berufliche Alternative. Auch außerhalb von Bundespolizei und Bundeswehr. Der Leistungsport muss wieder stärker gefördert werden“, meint Dirk Thiele. „In meinem Ministerium wird gerade die Möglichkeit geprüft, Sportlern auch in der Finanzverwaltung eine berufliche Chance zu geben. Vielleicht kann auch das Justizministerium Perspektiven bieten“, so der Finanzminister. „Übrigens hat das Land Brandenburg die jährliche Sportförderung von 15 auf 17 Millionen Euro erhöht.“

Dem Volk nicht aufs Maul geschaut

„Alle Parteien, eingeschlossen Die Linke, schauen dem Volk nicht mehr aufs ‚Maul’“, antwortete Thiele auf Görkes traditionelle letzte Frage, welches Amt der Sportjournalist für ein mögliches Engagement in der Politik für sich selbst vorstellen könne. „Wäre ich 15 Jahre jünger würde ich wohl meine eigene Partei gründen – auch mit Christian Görke zusammen.“

Gespräch mit Reporter und Minister. Quelle: Uwe Hoffmann wort+bild

Dirk Thiele fing, nach seinem Lehramtsstudium für Sport und Geschichte in Potsdam ab 1965, als Sportjournalist an. So kommentierte er seit 1970 für das DDR-Fernsehen, unter anderem „Sport aktuell“. Über die Jahrzehnte wurden seine regelmäßigen Kommentare zu den Fußball-Oberliga-Spielen und zum Nordischen Skisport zu seinem Markenzeichen. Seit Seoul 1988 berichtete Dirk Thiele, bis London 2012, von allen bisherigen Olympischen Spielen. Seit 1992 war er bis 2016 für „Eurosport“ aktiv.

Für den TV-Sender kommentierte Thiele seit 1993 regelmäßig die Vierschanzentournee sowie die großen internationalen Leichtathletikwettbewerbe. Seine Arbeit wurde unter anderem mit den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie „Sport“ für die Berichterstattung der Olympischen Spiele 2008 in Peking gewürdigt.

Von Uwe Hoffmann

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