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Enttäuschte Fans bei Jimmy Kelly-Konzert

Auftritt in Rathenow Enttäuschte Fans bei Jimmy Kelly-Konzert

Jimmy Kelly kennt die Straße. Als Mitglied der Kelly-Family hat er auf der Straße seinen Ruhm begründet. Nur logisch, dass seine Soloshow, mit der er durch die Lande zieht, „Streetkid“ heißt. In Rathenow hat er damit den Nerv des Publikums getroffen. Am Ende ließ der Sänger allerdings einige Fans tief enttäuscht zurück.

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Jimmy Kelly bei seinem Auftritt im Kulturzentrum.

Quelle: Uwe Hoffmann

Rathenow. Sie warteten auf Autogramme – und bekamen sie nicht. Nach einem tollen Konzert „ihres“ Jimmy Kelly blieben am Freitag einige Fans enttäuscht zurück.

Der Abend begann immerhin fröhlich. Jimmy Kelly hatte mit seiner „Viva la street“-Tour auch im Blauen Saal des Kulturzentrums gespielt. Am Freitag nun spielte er vor rund 350 Fans ein Konzert seiner „The Streetkid II“-Tour im Theatersaal.

Kelly und seine Band

Kelly und seine Band.

Quelle: Uwe Hoffmann

Mit „Santa Maria“ stimmte Jimmy Kelly gleich zum Beginn einen Titel des Kelly-Family-Albums „Over the hump“ (1994) an. Und nach Ankündigung des Kelly-Family-Comebacks kamen viele Fans aus den 90er Jahren, nicht nur aus dem Havelland, nach Rathenow.

„In den 90er Jahren war ich auf 17 Kelly-Family-Konzerten“, erzählt die Rathenowerin Carolin Brunow, die schon mit sechs Jahren das Kelly-Family-Konzert 1993 in Rathenow erlebte. „Am 16. Juni spielt Paddy Kelly auf dem Brandenburger Havelfest und Karten für die Comeback-Tour am 2. März 2018 in Berlin habe ich auch schon.“

Hardcore Fans im Theatersaal

Drei Berliner, die seit 1995 Hardcore-Kelly-Fans sind, hielt es nicht mehr auf ihren Sitzen und sie feierten am Bühnenrand die Musik. „Bis heute war ich schon auf 178 Konzerte der Kelly Familiy und Solokonzerten der Familienmitglieder“, erzählt Torsten Politowski. Sie hatten ihre Fanschals von damals dabei und selbst Jimmy Kelly staunte über einen rund 20 Jahre alten Fanschal, den ihm Torsten auf die Bühne reichte.

„Ihr seht ‚gefährlich’ aus. Aber ihr wollt nicht ‚beißen’“, fühlte sich auch Jimmy Kelly an alte Zeiten erinnert und holte Fan Torsten trotzdem für ein Tänzchen auf die Bühne. „Die wilden Zeiten sind vorbei. Ich bin verheiratet und, wenn ich in die Zuschauerreihen blicke, sind auch die meisten Fans mit mir älter geworden.“

Sie haben schon zahlreiche Konzerte von Mitgliedern der Kelly-Family besucht

Sie haben schon zahlreiche Konzerte von Mitgliedern der Kelly-Family besucht.

Quelle: Uwe Hoffmann

Aber auch diese hielt es bei vielen Songs nicht auf den Stühlen und standen immer wieder mitklatschend auf. „Ich habe die Zeit der Kelly Family genossen. Auch wenn ich mir auch mal eine normale Familie wünschte“, arbeitete Jimmy Kelly während seiner ausführlichen Moderationen die Geschichte seiner musikalischen Familie und seine eigene auf.

„Irgendwann zerbricht aber eine Familie an dem Erfolg.“ Unterstützt durch seine vier „Street Orchestra“-Musiker sang Jimmy Kelly in vier Sprachen zu vor allem eigenen und traditionellen, durch Violine, Banjo und Akkordeon geprägte Songs. Einige waren durch die Traurigkeit französischer Chansons oder spanischer Balladen getragen. Traditionelle irische Rhythmen sorgten aber auch für ausgelassene Stimmung.

Gute Stimmung, dann Enttäuschung

Die währte bis zum Schluss – und dann folgte die Ernüchterung: Während des Konzerts waren Tonaufnahmen und Fotos streng untersagt. So verließen sich die Fans auf eine anfangs versprochene Autogrammstunde. Darauf warteten später über 50 Fans umsonst.

Nach 75 Minuten gab ein Musiker der Band bekannt, Jimmy Kelly werde keine Autogramme mehr geben. Inzwischen war der letzte Zug nach Berlin auch abgefahren. Eine Familie aus Berlin und andere Berliner Fans hatten für ein Foto mit Jimmy Kelly in Kauf genommen, dass sie diesen Zug verpassen würden und ein Taxi nehmen müssten. So gab es am Ende des Kelly-Konzertes nicht nur Freudentränen sondern auch solche, die Enttäuschung und Ärger verrieten.

Schlussapplaus – dann war Jimmy Kelly weg

Schlussapplaus – dann war Jimmy Kelly weg.

Quelle: Uwe Hoffmann

Von Uwe Hoffmann

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