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Havelland Erste Jugendforen im Westhavelland
Lokales Havelland Erste Jugendforen im Westhavelland
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00:30 05.12.2015
Susanne Meier besuchte ihre Heimatstadt um die ersten Jugendforen der Region zu leiten. Quelle: Ch. Schmidt
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Rathenow/Milow

Es stimmt, im Westhavelland gibt es zu wenig junge Menschen und Prognosen prophezeien, dass ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung in den nächsten Jahren weiter schrumpft. Wer aber behauptet, die hiesige Jugend sei desinteressiert und wolle nicht mitanpacken, irrt. In den vergangenen Tagen fanden im Westhavelland zum ersten Mal Jugendforen statt. Am Samstag trafen sich in Milow zwölf und am Dienstag kamen in die Musikbrauerei nach Rathenow rund 35 Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren, um sich darüber auszutauschen, was in ihrer Heimat nicht gut läuft, was ihnen fehlt, wo es Probleme gibt und wie diese zu lösen sind.

Initiiert hatte das Treffen die Partnerschaft für Demokratie Westhavelland und Nauen, mit dem Ziel, Jugendräte in Städten und Gemeinden zu installieren, um Kindern und Jugendlichen eine Stimme zu geben. In Zusammenarbeit mit den Jugendkoordinatoren Tilo Windt (Rathenow) und Beatrice Graf (Milower Land) wurden die Foren durchgeführt. Weitere sollen in den anderen Ämtern folgen, so Anke Bienwald, Koordinatorin der Partnerschaft für Demokratie.

Jugendbeteiligung ist nicht selbstverständlich

300 junge Menschen zwischen 13 und 18 Jahren wurden per Zufall ausgewählt und zum Jugendforum in Rathenow eingeladen, 35 nahmen das Angebot an, darunter Schüler aus allen drei weiterführenden Schulen. Laut Susanne Meier ein guter Schnitt. Die einstige Sprecherin des Rathenower Kinder- und Jugendparlaments lebt mittlerweile in Innsbruck und hat Erfahrungen mit ähnlichen Aktionen. Vor zwei Jahren gründete Meier in ihrer Wahlheimat einen Jugendrat und organisiert verschiedene Veranstaltungen für und mit Jugendlichen und macht sich für mehr Mitspracherecht stark.

Auf Einladung der Partnerschaft für Demokratie besuchte die 26-Jährige nun ihre alte Heimat und moderierte die Treffen in Milow und Rathenow. „Ich freue mich, dass wir hier so viele engagierte junge Menschen haben. Rathenow ist speziell. Das hat sich wieder gezeigt, als der Bürgermeister und die Vorsitzende des Bildungsausschusses unser Treffen besuchten. So etwas ist keineswegs selbstverständlich. Genauso wenig wie die Tatsache, dass so viele Jugendliche aktiv sind und sich beteiligen“, betonte Meier.

Jetzt sollen Taten folgen

Wie wichtig diese Konferenzen sind, wurde während der Abschlussbesprechung in der Musikbrauerei deutlich. Die Teilnehmer waren sich nicht nur darüber einig, dass es ein sehr konstruktives Treffen war. Viele erklärten, sie hätten endlich das Gefühl, gehört zu werden und sie sind zuversichtlich, dass dieses Mal nicht nur geredet wurde, sondern Dinge in die Tat umgesetzt werden.

Zu ihren dringendsten Wünschen gehörte unter anderem der respektvolle Umgang miteinander. Ebenso wünschen sich die Jugendlichen, dass Lehrer strenger Vorgehen wenn in der Schule geraucht wird oder es um Drogen geht. Um die Ergebnisse der Foren nun nicht in einer Schublade versauern zu lassen, wurden Arbeitsgruppen gebildet, die sich jetzt um die Umsetzung kümmern wollen. Am 14. Dezember wird es in Rathenow eine ausführliche Auswertung geben, um weitere Schritte zu planen. Ziel ist es, einzelne Ergebnisse in den Ausschüssen und die Stadtverordnetenversammlung bringen.

Was sich die Jugend wünscht

Eine Schülerdisco und ein Outdoor-Fitness-Park für Jugendliche stehen ebenso auf der Wunschliste wie die Anpassung der Bus- und Bahnverbindungen an die Unterrichtszeiten.

Auch über mehr Sportangebote für Mädchen freut sich die Jugend. So gibt es zum Beispiel keine Mädchen-Fußball- oder Handballmannschaft in Rathenow.

Jugendliche, die sich dafür einsetzen wollen, dass diese Wünsche in Erfüllung gehen, wenden sich an das Kinder- und Jugendparlament, E-Mail:
kijupa-rathenow@gmx.de, an die Jugendkoordinatoren Tilo Windt  0 33 85/59 64 25.

Die Partnerschaft für Demokratie Westhavelland und Nauen wird gefördert durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“

Von Christin Schmidt

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