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Sie wollten etwas verändern in Falkensee

25 Jahre Falkenseer Stadtverordnetenversammlung Sie wollten etwas verändern in Falkensee

Wiedersehensfreude im Falkenseer Rathaus. Vor 25 Jahren findet die erste Sitzung der Falkenseer Stadtverordnetenversammlung (SVV) statt. Am Sonntag erinnerten sich Stadtverordnete der ersten Stunde an eine aufregende Zeit und viele Hürden, die es zu überwinden galt.

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Auf die Sonne gewartet

Sie wollten etwas bewegen – die Stadtverordneten der ersten Stunde.

Quelle: Laura Sander

Falkensee. Leises Gemurmel und Ausrufe der Wiedersehensfreude erfüllten am Sonntag den großen Sitzungssaal im Falkenseer Rathaus. Rund 30 Stadtverordnete der ersten Stunde tauschten in vertrauter Umgebung Neuigkeiten, Anekdoten und Umarmungen aus. Anlässlich der ersten Sitzung der Falkenseer Stadtverordneten vor genau 25 Jahren, am 31. Mai 1990, erinnerte man sich gemeinsam an eine aufregende und magische Zeit.

Falkensee etwas zurück geben

Nach friedlichen Protesten für mehr Demokratie und freie Wahlen kamen die Zeit der Wende und das Ende der SED-Diktatur. Jetzt war alles möglich, aber wie? „In dieser Urknallzeit waren es vor allem die Quereinsteiger, die etwas bewegen wollten und die Gestaltung der Zukunft in die Hand nahmen“, erinnert sich Falkensees Bürgermeister Heiko Müller. So auch der damalige Vorsitzende der SVV Bernd Schröder: „Ich habe nichts mit Politik zu tun gehabt. Aber ich wollte meiner Heimatstadt Falkensee etwas zurückgeben und der Demokratie auf die Beine helfen.“

Ein Wiedersehen mit Freude.

Ein Wiedersehen mit Freude.

Quelle: Laura Sander

Ein runder Tisch wurde ins Leben gerufen – der erste Schritt auf dem Weg zur frei gewählten Volksvertretung. „Wir wollten einen Beitrag zur Demokratisierung des gesellschaftlichen und öffentlichen Lebens leisten“, sagte Pfarrer Burkhard Berg am Sonntag. Der Tisch gab den Staffelstab, nach erfolgreicher Wahl am 6. Mai, an die SVV weiter. Die neuen Stadtverordneten standen jedoch erst einmal vor einem großen Fragezeichen.„Die DDR war auf einem guten Weg sich selbst abzuschaffen. Wie Demokratie funktionierte, wusste allerdings niemand so recht“, so Bernd Schröder.

„Wir hatten keine Ahnung“

Auch Christine Glimm, die im September 1990 die Leitung des SVV-Büros übernommen hatte, kann sich noch gut erinnern: „Die Schränke waren leer. Wir hatten keine Ahnung.“ Aus der Spandauer Verwaltung kam die nötige Starthilfe. „Diese Anfangszeit hat alle zusammengeschweißt. Es war anstrengend und aufregend, aber vor allem eine schöne Zeit“, so Christine Glimm. Besonders die ersten Sitzungen haben alle in guter Erinnerung behalten. „Selbst wenn es mal zu hitzigen Debatten kam, war die Versammlung nie ein Ort für Parteiengezänk oder Selbstprofilierung. Das war in Falkensee nie ein Thema“, so Bernd Schröder.

Zu den ersten Entscheidungen der SVV gehörten neben baulichen Beschlüssen und einer Umstrukturierung der Verwaltungsstrukturen, die Entfernung des DDR-Emblems vom Rednerpult, die Umbenennung mehrerer Straßen und ein Beschluss zur Überprüfung von Stasi-Mitarbeit. Eine neue Ära war angebrochen und alle Erinnerungen an die SED-Diktatur sollten verschwinden.

Vergangenheit wird lebendig

Mit den spektakulärsten Tagesordnungspunkten rief Michael Simon Erinnerungen wach. Simon bekleidet sein Amt als Stadtverordneter, mit Ausnahme einer kurzen Pause, von Beginn an. Im Archiv hatte er sich durch staubige Protokolle und Beschlussvorlagen gewühlt, um die Vergangenheit für seine damaligen Mitstreiter lebendig zu machen. Der Kauf des Kiesteichgeländes für eine Mark, verschiedenste Baumaßnahmen oder der Umgang mit Hausbesetzern ließ alle Zuhörer in alten Zeiten schwelgen. Dass der Beschluss zur Wiedereinführung der S-Bahn-Linie zwischen Falkensee und Spandau übrigens 1992 einstimmig von allen Fraktionen angenommen wurde, sorgte im Sitzungssaal für Gelächter. Heutzutage führt das Thema regelmäßig zu stundenlangen Debatten.

Von Laura Sander

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