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Erste Winterexkursion zu den Trappen

Führung im Märkischen Luch Erste Winterexkursion zu den Trappen

Viele Großtrappen, aber keinen Schnee bekamen die Teilnehmer der ersten Winterexkursion der Staatlichen Vogelschutzwarte Buckow zu sehen. Trappenexpertin Anna Marinko nahm die erste Gruppe mit auf eine Tour durch das Märkische Luch und informierte die Teilnehmer über das Leben der Großtrappen im Winter.

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Die Großtrappenexpertin Anna Marinko (rechts) erläutert am Beobachtungsplatz bei Buschow das Verhalten der Großtrappen.

Quelle: Uwe Hoffmann

Buckow. Die Großtrappe (Otis tarda) gehört neben den zu Tausenden in Brandenburg zu beobachtenden Kranichen zu den beeindruckendsten Vögeln im Havelland. Doch im Gegensatz zu ihren Verwandten ist die in Deutschland einzigartige Großtrappe sehr selten und scheu. Der Bestand in den drei Verbreitungsgebieten hat sich seit 2011 sehr gut entwickelt. Zuletzt wuchs der Bestand von 165 Tieren im Jahr 2014 auf 197 im vergangenen Jahr an. „Im letzten Jahr wurden 42 Jungvögel flügge, ein Rekord“, sagt die erfahrene „Ziehmama“ Anna Marinko von der Staatlichen Vogelschutzwarte Buckow. Im Havelländischen Luch waren es rund 70 Großtrappen auf einer Fläche von 5611 Hektar. In den Belziger Landschaftswiesen (4461 Hektar) fühlten sich rund 60 Tiere heimisch und im Fiener Bruch (6338 Hektar in Brandenburg und 3680 Hektar in Sachsen-Anhalt) waren es rund 65 Großtrappen.

Die Führungen des Fördervereins Großtrappenschutz zur alljährlichen Balz des schwersten flugfähigen Vogels Deutschlands im April sind jedes Jahr Anziehungspunkt für an Vögeln interessierte Brandenburger, Berliner und Gäste aus dem gesamten Bundesgebiet sowie auch aus den Nachbarstaaten. Am Samstag bot Anna Marinko nun erstmals eine individuell geführte Winterexkursion zu den Großtrappen an. Welche Rückzugsgebiete wählen die Großtrappen im Winter? Wovon ernähren sie sich? Solche Fragen sollten bei der Exkursion beantwortet werden.

Winterführung blieb ohne Schnee

Gleich am ersten Beobachtungspunkt nahe Buschow hatten die Teilnehmer Glück. In zwei Gruppen standen rund 60 Großtrappen auf Spektiv-Sichtweite auf einem Feld an der Straße. „Während des Winters ernähren sich die Trappen von den winterharten Pflanzen“, erklärt Anna Marinko. Die 29-Jährige kam im Herbst 2012 mit einem Stipendium nach Buckow. Danach blieb die gebürtige Ungarin und Wahl-Nennhausenerin. „Ich habe mich schon während meines Studiums mit den Großtrappen beschäftigt“, sagt Marinko. „In Ungarn haben wir noch zirka 1500 Großtrappen.“ Vor Senkze konnten dann zwei Großtrappen aus geringerer Entfernung beobachtet werden. Am Beobachtungsturm bei Garlitz zeigte sich an diesem Tag keine Großtrappe.

Nahe Senzke waren zwei Trappen in relativ geringer Entfernung zu sehen

Nahe Senzke waren zwei Trappen in relativ geringer Entfernung zu sehen.

Quelle: Uwe Hoffmann

Im Anschluss an die Exkursion beantwortete Anna Marinko in der Vogelschutzwarte bei Kaffee und heißem Tee die Fragen der interessierten Teilnehmer und zeigte das Jahr der Großtrappe in Videosequenzen und Fotos. „Wegen des regnerischen Wetters hatten einige Gäste abgesagt. Aber ich finde es toll, dass die Führung bei den sechs Teilnehmern so gut angekommen ist“, lautet Marinkos Fazit nach der Premiere. „Es ist nur schade, dass zur Winterführung kein Schnee lag.“

Weitere Führungen folgen

Die Gäste kamen aus dem Osthavelland und Berlin. „Wir fahren regelmäßig durch das Havelland, wenn wir von Berlin nach Havelberg fahren“, erzählt die Berlinerin Ulrike Gramlich. „Wir machen immer wieder auch unterwegs Station und waren heute nicht das erste Mal bei einer Großtrappen-Führung. Wir haben die Ankündigung in der MAZ gelesen.“ Bisher hat Anna Marinko vor allem von April bis Oktober die Jungvögel im Gehege der Vogelschutzwarte aufgezogen und im Herbst ausgewildert. Teilweise hat sie schon im April Exkursionsteilnehmer geführt. In diesem Jahr wird das regelmäßiger passieren.

Trappenführerin Anna Marinko

Trappenführerin Anna Marinko

Quelle: Uwe Hoffmann

Weitere individuell geführte Winterexkursionen zu den Großtrappen um Buckow bietet Anna Marinko am 6., 13. und 20. Februar für jeweils zwei bis sechs Teilnehmer an. Kosten: 25 Euro pro Person inklusive Transport sowie heißen Getränken und kleinem Imbiss. Die traditionellen Führungen zur Balz der Großtrappen finden den gesamten April über donnerstags bis sonntags an 16 Tagen statt.

Anmeldung: Bis zwei Tage vor Führung unter Telefon 03386/211227 oder per E-Mail an das Naturparkzentrum in Milow npz@nabu-westhavelland.de

Von Uwe Hoffmann

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