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Havelland Erster Kunstautomat im Havelland
Lokales Havelland Erster Kunstautomat im Havelland
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00:24 19.12.2015
Lars Kaiser und Dorothea Flechsig am Kunstautomaten vor dem Falkenseer Hotel „Kronprinz“. Quelle: privat
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Falkensee

Die Automaten haben alle ein Vorleben, in ihnen haben einst Zigaretten, Kondome oder Bonbon auf Kunden gewartet. Bei Lars Kaiser werden die Blechkästen zu farbenfrohen Kunstautomaten. Jetzt wurde der erste davon im Havelland aufgebaut, angeschraubt an den Zaun vor dem Falkenseer Hotel „Kronprinz“.

Seit 2007 vertreibt der Potsdamer solche Kästen. Damals hatte er noch eine Galerie in Berlin. „Ich war immer wieder danach gefragt worden, ob ich nicht kleine Dinge im Angebot hätte“, erinnert er sich. Als er dann in Amsterdam die dortigen Blumenautomaten sah, kam er auf die Idee, solche Geräte mit Kunst zu bestücken. Etwa 200 seiner Kunstautomaten hat er inzwischen deutschlandweit aufgestellt. Sein Halberstädter Partner Andreas Petzke besorgt die ausrangierten Automaten, Kaiser kümmert sich um das Innenleben.

Kontakte hat der Vierzigjährige, der in Potsdam eine Kunstagentur betreibt, genug. „Die Zigarettenschachtel wird zum Kunstraum“, erklärt er. Denn im Zigarettenschachtelformat bewegen sich die Päckchen, die von Künstlern mit ihren Werken gefüllt werden. Kleine Plastiken, Glaskörper, Bildchen passen hinein, außerdem eine kleine Visitenkarte des Künstlers. Regionale und internationale Künstler machen mit. Sie packen die Päckchen selbst. Für vier Euro kann dann an dem mechanischen Automaten rund um die Uhr ein Mini-Kunstwerk erworben werden.

In Falkensee war es die Autorin Dorothea Flechsig, die Lars Kaiser dazu brachte, hier einen Kunstautomaten aufzustellen. Sie selbst stellt sich in dem bunten Kasten auch vor: „Ich biete Lyrikliebhabern einen kleinen Vorgeschmack auf meinen Gedichtband ,Nachtbad/Nightswim’, der im Frühjahr in deutscher und englischer Sprache erscheint“, sagt sie. Nun hofft sie, dass auch die Falkenseer neugierig auf den bunten Kasten am „Kronprinz“ sind. „Er birgt eine Menge Überraschungen“, sagt Lars Kaiser, denn der Kunde weiß nicht genau, was ihn erwartet, er kann nur aus den Rubriken Kunst oder Lyrik wählen.

Viele dieser Kunstautomaten stehen in Berlin, aber auch in Velten und Neuruppin, an der Ostsee und am Rhein haben die Kästen einen Platz gefunden. „Das Ganze ist eine große Kommunikationsplattform“ sagt Lar Kaiser. Inzwischen gibt es auch ein Facebook-Fanseite „Ich habe Kunst am Automaten gezogen“, wo schon mal ein Kunstwerk getauscht wird.

Von Marlies Schnaibel

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