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Erster Lang-Lkw in Nauen gestartet

Lang, länger, Lastkraftwagen Erster Lang-Lkw in Nauen gestartet

25 Meter lang und 40 Tonnen schwer – am Donnerstag rollte der erste Lang-Lkw vom Hof des Nauener Bosch-Siemens-Hausgerätewerks (BSH). 2012 lief der bundesweite Feldversuch mit den extralangen Lkws an, die seit dem 10. Mai nun auch auf ausgewählten Strecken in Brandenburg unterwegs sind.

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Ohne Probleme durchfährt der Lang-LKW den Nauener Kreisel auf dem Weg zur B5.

Quelle: Laura Sander

Nauen. Geschmeidig gleitet der 25 Meter lange und 40 Tonnen schwere Lkw durch den engen Kreisel. Mehr Probleme als seine kleineren Brüder mit rund 18,50 Metern scheint er jedoch nicht zu haben. Auf seinem Weg von Nauen, über die B5 und den westlichen Berliner Ring, bis hin zum Umschlagpunkt in Giengen in Süddeutschland ist auch Kraftfahrer Marc Huber völlig entspannt. „Der Lang-Lkw unterscheidet sich vom Fahrgefühl nicht wirklich von einem normalen Laster“, so der 30-Jährige, der auf über zehn Jahre Berufserfahrung zurückblickt. Seit vier Jahren sitzt er hinterm Steuer der Riesenmaschine, mit der er am Donnerstag im Nauener Bosch-Siemens-Hausgerätewerk (BSH) erstmals voll beladen in Richtung Süddeutschland startete.

Marc Huber (30)hat seinen Lkw im Griff

Marc Huber (30)hat seinen Lkw im Griff.

Quelle: Laura Sander

2012 lief der bundesweite Feldversuch mit den extralangen Lkws an, die seit dem 10. Mai nun auch auf ausgewählten Strecken in Brandenburg unterwegs sind – lange hatte es gedauert. „Die Entscheidung Lang-Lkws jetzt doch zuzulassen, fiel nach der Prüfung des positiven Zwischenberichtes der Bundesanstalt für Straßenwesen – wir waren zwar nicht die Schnellesten, aber auf der sicheren Seite“, sagte Verkehrsministerin Kathrin Schneider. Im Nauener Stadtgebiet hätten die Riesen-Lkws jedoch nichts zu suchen.„Es dürfen nur bestimmte Straßen befahren werden, nicht alle sind freigegeben. Jeder Lkw wird vor seiner ersten beladenen Fahrt abgenommen und überprüft, ob er tatsächlich überall durch passt“, erklärte Hans-Günther Schwarz von der Spedition Schwarz, eine von 56 Firmen mit 145 Lang-Lkws in Deutschland, die sich bislang an dem Feldversuch beteiligen. Für das BSH-Lieferzentrum in Nauen transportiert die Spedition unter anderem Kühlschränke, Waschmaschinen und Trockner. „In einen konventionellen Lkw, der 6,50 Meter kürzer ist, passen 200 Großgeräte. Mit einem Lang-Lkw können 80 Großgeräte mehr transportiert werden“, so Schwarz. Weniger Lastwagen auf den Straßen, die Optimierung der Warenströme und ein schadstoffärmerer Transport seien die Folge.

Nauens Bürgermeister Detlef Fleischmann und Verkehrsministerin Kathrin Schneider

Nauens Bürgermeister Detlef Fleischmann und Verkehrsministerin Kathrin Schneider.

Quelle: Sander

„In unserem kombinierten Güterverkehr auf Straße und Schiene sind die Lang-Lkws nur ein weiteres Element. Wir verlagern unseren Warentransport in Zukunft nicht von der Bahn auf die Straße, die Lang-Lkws sollen den Schienenverkehr vielmehr unterstützen“, so Bernhard Richters, Leiter des Nauener BSH-Lieferzentrums mit 160 Mitarbeitern. Aus den polnischen Werken des Unternehmens würden 85 Prozent aller Waren mit dem Zug und nur 15 Prozent mit dem Lastwagen in das knapp 64 000 Quadratmeter große Nauener Logistikzentrum gelangen. „Im vergangenen Jahr haben wir 2,7 Millionen Geräte verladen, 2016 knacken wir die 3 Millionen Marke. Ein Ganzzug kann mit einer Länge von 600 Metern rund 8500 Geräte transportieren – viel mehr als ein Lkw“, bestätigte Richters. Um jedoch bereits bestellte Ware schnellstmöglich zu einzelnen Umschlagplätzen bringen zu können, sei der Einsatz von Lastkraftwagen unerlässlich. „Der Kunde bestimmt das Zeitfenster“, so Hans-Günther Schwarz. Das sei meist nicht größer als 48 Stunden.

Ein bundesweiter Test

Mit Brandenburg hat sich die Zahl der Bundesländer, die den Test unterstützen, auf 13 erhöht. Das erlaubte Netz erweitert sich damit um 900 auf insgesamt 11 600 Kilometer. Nicht beteiligt sind Berlin, Saarland und Rheinland-Pfalz.

An dem noch bis Jahresende laufenden Test beteiligen sich 56 Firmen mit 145 Lang-Lkws, die mit 25 Metern 6,50 Meter länger sein dürfen als konventionelle Lkws.

Ein erster Zwischenbericht der Bundesanstalt für Straßenwesen kam im Sommer 2014 zu dem Ergebnis, dass weder ein erhöhter Erhaltungsaufwand für die Infrastruktur festzustellen sei, noch es Verlagerungseffekte von der Schiene auf die Straße gebe.

 

Der bundesweite Feldversuch endet im Dezember 2016 nach fünf Jahren. „Sollte die Auswertung positiv ausfallen, gehen die Lang-Lkws nach dem Versuch in den Regelbetrieb über“, so Kathrin Schneider. Kraftfahrer Marc Huber entdeckt während seiner Fahrten schon heute immer wieder Kollegen in Lang-Lkws. „Ich habe das Gefühl, es werden immer mehr.“

Von Laura Sander

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