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Erster Schritt zum Hortneubau

Ketzin/Havel Erster Schritt zum Hortneubau

Auf dem Areal des Seniorenzentrums „Kurt Bohm“ in Ketzin will der Landesausschuss für Innere Mission (Lafim) statt eines Anbaus für weitere Pflegeplätze nun ein Hortgebäude für etwa 45 Kinder errichten. Die Stadtverordneten stehen dem Vorhaben grundsätzlich positiv gegenüber – trotz einiger Bedenken wegen der Nähe zum Friedhof.

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Unweit des Seniorentrums (hinten) soll der neue Hort gebaut werden.

Quelle: Wolfgang Balzer

Ketzin/Havel. Noch ist der neue Hort in Ketzin nicht gebaut, aber den ersten wichtigen Schritt auf dem Weg dorthin haben die Stadtverordneten gemacht: Mit zehn Ja-Stimmen, bei drei Enthaltungen und drei Nein-Stimmen, sprachen sie sich Montagabend für die Änderung des Konzeptes „Altenpflegeheim“ des Landesausschusses für Innere Mission (Lafim) aus. Anstelle der Erweiterung des Seniorenzentrums „Kurt Bohm“ soll nun auf dem Areal in der Potsdamer Straße, angrenzend an das Friedhofsgelände, ein Hortgebäude für Kinder der Ketziner Europaschule entstehen.

Zwei Beweggründe haben den Lafim zur Änderung der Pläne bewogen: Der große Bedarf an Hortplätzen in der Stadt Ketzin und die Erkenntnis, dass ein Anbau an das Seniorenzentrum wirtschaftlich nicht tragfähig ist. Vorgesehen waren 24 zusätzliche Pflegeplätze in Einzelzimmern, acht Wohnungen für Betreutes Wohnen und ein Bereich für Tagespflege mit zwölf Plätzen.

In der Ketziner Stadtverwaltung wird die Entscheidung des Lafim und der Stadtverordneten begrüßt. „Wir brauchen ganz dringend weitere Hortplätze, um alle Anfragen von Eltern befriedigen zu können“, sagte die für Kitas und den Hort Verantwortliche der Stadtverwaltung Ilona Thiele. Derzeit werden 155 Kinder im Hort an der Europaschule Am Mühlenweg betreut. „Wobei wir bereits einige Räume in Doppelnutzung haben, das heißt, vormittags Schule, nachmittags Hort“, so Thiele.

Ab September fehlen etwa 15 Hortplätze, weil es 45 neue Anträge von Eltern der Erstklässler gibt und nur 30 Kinder, die nicht mehr im Hort betreut werden. „Noch dramatischer werde die Situation im kommenden Jahr, wenn in der Europaschule drei erste Klassen eingeschult werden, weiß Thiele.

Auf die schwierige Situation bei der Hortbetreuung hatte im Vorfeld der Entscheidung der Stadtverordneten auch die neue Leiterin der Europaschule Katrin Peppler hingewiesen. Sie geht sogar noch weiter: „Nimmt man an, dass zumindest ein Großteil der künftigen 1. bis 4. Klassen-Kinder einen Hortplatz benötigen, ist die geplante Zahl von 45 Plätzen am neuen Standort meiner Meinung nach zu wenig.“ Sie halte 60 Plätze für realistisch, so Peppler.

Der dabei von einigen Stadtverordneten der SPD-Fraktion kritisierte lange Weg der Kinder von der Grundschule zum neuen Hort, ist für die Schulleiterin kein Problem: „Den Kindern ist ein Weg von gut zehn Minuten gut zuzumuten“. Zumal mit der Feldstraße lediglich eine Straße überquert werden müsse, die auch noch eine Sackgasse sei.

Die meisten am Montagabend in der Stadtverordnetenversammlung in Zachow geäußerten Vorbehalte bezogen sich nicht auf den neuen Hort an sich, sondern auf den Standort. „Die Nähe zum Friedhof gefällt mir nicht“, hatte Doris Radtke wiederholt gesagt. Ihre Fraktionskollegin Birgit Behr mahnte an, dass im Falle eines Hortbaus in der Potsdamer Straße der Grundgedanke des Am Mühlenweg geplanten Schulcampus verloren gehen würde. Das jedoch wurde schnell entkräftet. „Der Campus bleibt doch das Ziel“, so Renate Donat (Linke). „Es wird ein Hortteil dort erhalten.“

Bürgermeister Bernd Lück (FDP) hatte mehrfach auf fehlende Alternativen zu dem Vorhaben des Lafim hingewiesen. „Wir haben nicht das Geld, um selbst ein Hortgebäude zu errichten. Deshalb sollten wir dieses Angebot nicht ausschlagen.“ Alle Details zur Verkehrsanbindung oder zum Transport der Kinder zum Hort würden im Laufe des Verfahrens geklärt. Die Stadt stehe vor der Aufgabe, aufgrund steigender Schülerzahlen in absehbarer Zeit einen Anbau für die Europaschule mit acht Klassenräumen irgendwie finanzieren zu müssen.

Von Jens Wegener

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