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Erster arabischer Spezialitäten-Laden eröffnet

Rathenow Erster arabischer Spezialitäten-Laden eröffnet

Im Westhavelland gibt es seit Montag den ersten Laden mit arabischen Spezialitäten. Er befindet sich in der Bahnhofstraße 20 von Rathenow und eröffnet hat ihn Mohammad Badr. Er ist ein 20-jähriger Flüchtling mit Bleiberecht, der aus der syrischen Stadt Homs in die Stadt gekommen ist – und hier schon nach kurzer Zeit unter die Unternehmer geht.

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Mohammad Badr, Flüchtling aus der syrischen Stadt Homs, hat in Rathenow den ersten Laden mit arabischen Spezialitäten eröffnet.

Quelle: Bernd Geske

Rathenow. Das Westhavelland hat seit Montag seinen ersten Laden mit arabischen Spezialitäten. Er heißt „Taybe Market“, befindet sich in der Bahnhofstraße 20 von Rathenow und eröffnet hat ihn Mohammad Badr (20 Jahre), ein Flüchtling aus der syrischen Stadt Homs. Seit fünf Monaten ist er in Rathenow und hatte früh den Wunsch, sich selbstständig zu machen. Endlich sind alle Behördengänge und Kontrollen erledigt, das Geschäft kann beginnen.

„Es läuft langsam an“, berichtet der junge Mann, der relativ gut die deutsche Sprache spricht, aber für den Kontakt mit der Presse gern die Unterstützung des Dolmetschers von der Migrationsberatungsstelle in der Rosa-Luxemburg-Straße annimmt, die von der Arbeiterwohlfahrt (Awo) betrieben wird.

Es gebe sehr viele Araber in Rathenow, erklärt Mohammad Badr, warum er sich für arabische Spezialitäten entschieden hat. Die meisten seien aus Syrien, relativ viele aber auch aus Afghanistan und Somalia. Sein Vater hatte ein Geschäft als Friseur-Meister in Homs, bei dem hatte er vor der Flucht gearbeitet und wichtige Einblicke in die Selbstständigkeit erhalten. Selbstverständlich bietet er seine Waren auch für die Einheimischen an. „Die Leute in Deutschland“, erklärt er, „sollen sehen, was wir essen und trinken.“

Arabische Spezialitäten

Der Taybe Market ist ein Laden für arabische Spezialitäten.

Geöffnet hat er Montag bis Freitag von 9 bis 21 Uhr sowie am Sonnabend von 11 bis 19 Uhr.

Er befindet sich in Rathenow, Bahnhofstraße 20, und ist erreichbar unter 0157/58681544.

Die Migrationsberatungsstelle der Awo ist in der Rosa-Luxemburg-Straße 3 und erreichbar unter 03385/519918.

Einige wenige Markenprodukte wie Limonade, Süßigkeiten und Reinigungsmittel werden die Kunden aus in Deutschland üblichen Geschäften kennen. Ein gewisser Teil der Lebensmittel sollte auch gestandenen Westhavelländern nicht unbekannt sein, wie etwa ungesäuertes Fladenbrot, Oliven, Datteln und die orientalischen Klößchen namens Falafel. Ein Großteil von Speisen und Getränken füllt aber die Regale, von denen die meisten Rathenower vermutlich noch nie gehört haben. Da ist das bei Arabern beliebte Frühstück Hommos Tahina in Büchsen, eine Speise aus Kichererbsen mit Sesampaste und diversen weiteren Zutaten.

Gern gegessen wird das bei Arabern sehr bekannte Gericht Seter, ein buntes Gemisch aus verschiedenen Sorten Gemüse und Gewürzen. Erwähnt werden sollten noch das Früchtegetränk Lychee, die Seife aus Olivenöl und Naturschwämme aus dem Meer für die Körperpflege. Gegenwärtig fährt Mohammad Badr jeden Tag zum Großhandel nach Berlin, um einzukaufen. In der nächsten Woche will er auch Fleisch vom Rind und Lamm anbieten können.

„Es ist das Ziel von sehr vielen anerkannten Flüchtlingen“, sagt Björn Steinberg, Leiter der Migrationsberatung, „so schnell wie möglich von Sozialleistungen unabhängig zu werden.“ Sie seien auf der Suche nach Arbeitsplätzen und ein hoher Anteil wolle sich selbstständig machen, weil sie das auch ihren Herkunftsländern waren. Die Beratungsstelle betreue gegenwärtig im ganzen Landkreis Havelland rund 700 Fälle. Meist seien das Familien, zum großen Teil anerkannte Flüchtlinge, 95 Prozent davon aus Syrien.

Alle würden teilnehmen an den vorgeschriebenen Integrationskursen, das größte Hemmnis für eine berufliche Tätigkeit seien aber trotzdem die noch fehlenden Sprachkenntnisse. „Ideen gibt es viele, aber es ist nicht einfach“, sagt Björn Steinberg. Da sei es eine große Freude, dass Mohammad Badr jetzt seinen Laden eröffnen konnte. Wer früher arabische Spezialitäten kaufen wollte, habe nach Berlin fahren müssen.

Von Bernd Geske

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