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Erstes Kultur-Wochenende auf dem Biohof

Garlitz Erstes Kultur-Wochenende auf dem Biohof

In der Scheune auf dem Biohof Garlitz hat es erstmals ein Kultur-Wochenende gegeben. Der Schauspieler Raimund Groß gab am Freitagabend sein Stück „Spinners Traum“ zum Besten und am Samstagabend machten sich Michael Rettig (Klavier) und Miran Zrimsek (Cello) mit ihrem Programm „Nachthimmel“ auf die Spuren zeitgenössischer Romantik.

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Raimund Groß spielte sein Stück „Spinners Traum“.

Quelle: Norbert Stein

Garlitz. Ein schöner Sommertag neigt sich seinem Ende entgegen. Auf dem Biohof Garlitz vor der Scheune unterhalten sich die Besucher in zwanglosen Runden. „Es wird sicherlich ein erlebnisreicher und unterhaltsamer Abend“, sagt Ralf Kohlberger aus Haage. „Ich kenne Raimund Groß vom gemeinsamen Theaterspielen in Wagenitz, wo er Regie führte“, erklärt er seine Erwartungen, die in den folgenden zwei Stunden eine volle Bestätigung finden am Freitagabend zum Auftakt der Scheunenkultur auf dem Biohof.

90 Besucher in der Scheune auf dem Biohof in Garlitz

Der Hauptakteur des Abends mahnt indes mit starker Stimme zur Pünktlichkeit. „In zehn Minuten fangen wir an“, sagt Raimund Groß und bittet die etwa 90 Besucher, sich mit einem Erfrischungsgetränk zu versorgen und dann die Plätze einzunehmen auf der Tenne. Gesagt, getan. Die an zwei Abenden stattfindende Scheunenkultur kann beginnen und startet am Freitag mit einem fulminanten musikalischen Auftakt. Dafür sorgen Thomas Kübler und die drei „Landfräuleins“ Caterina Rönnert, Carmen Dahlke und Tina Teßmer mit Jazz, Songs der 80-er Jahre und „Küssen verboten“ von den Prinzen. Nach der Zugabe und einer kurzen Umbaupause gehört dann endgültig Raimund Groß die Bühne.

Er kommt im Anzug und macht neugierig auf sein Stück „Spinners Traum“, bevor er für einen kurzen Augenblick durch das offene Tor hinter die Scheune verschwindet. Zurück kommt er im Nachthemd und mit einer Gitarre. Ein schon in die Jahre gekommener Küchenstuhl genügt ihm als Bühnenkulisse. Mehr wäre auch bloße Verschwendung gewesen, weil der Schauspieler ohnehin meist umherläuft, mit Händen und Füßen gestikuliert, beim Publikum ist. Raimund Groß nimmt die Besucher auf unterhaltsame Weise mit in die Welt seines Akteurs, in eine kleine für ihn eigentlich viel zu teure Wohnung in Kreuzberg. Sein Held handelt nicht, er spinnt.

Hoch bis in den Bundestag als Experte für visionäres Denken

Und spinnen ist ausgesprochen wichtig in Zeiten, in denen der Konsumklimaindex eine ernst genommene wissenschaftliche Aussage ist. Statt sich auf den Weg zu seinem „Arbeitgeber“ - dem Sozialamt - zu machen, stöbert er durch seine Welt voller Fantasie, die teils lachhafte Züge, aber auch nachdenkliche Passagen enthält und menschliche Schwächen anpickt. Er schafft es sogar in den Bundestag, weil er gebraucht wird als Experte visionären Denkens. So sorgt Groß für Kurzweil in der Kulturscheune, die sich auch am Samstag für Besucher öffnet.

Michael Rettig (Klavier) und Miran Zrimsek (Cello) begeben sich an dem Abend mit ihrem Programm „Nachthimmel“ auf die Spuren zeitgenössischer Romantik. Ihre Musik findet Berührungspunkte zwischen Minimalismus und Avantgarde, zwischen Kammermusik und Pop. Das Scheunen-Wochenende war ein Erfolg, verlangte eine Fortsetzung 2017 und machte Lust auf mehr Kultur in Garlitz.

Von Norbert Stein

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