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Havelland Erstes Patent von Otto Lilienthal zu sehen
Lokales Havelland Erstes Patent von Otto Lilienthal zu sehen
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00:37 23.07.2015
Frank Golik (r.) und Torsten Dahlmann stellen das Modell der Schrämmaschine im Lilienthal-Centrum Stölln auf. Quelle: Norbert Stein
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Stölln

Otto Lilienthal (1848-1896) war nicht nur ein erfolgreicher Flugpionier. Er war auch Erfinder, Geschäftsmann und Kulturschaffender. Sein erstes Patent - eine Schrämmaschine - ist mit Beginn der zweiten Halbzeit der Buga als Modell in Lilienthal-Centrum ausgestellt. Eine solche Maschine ähnelt einer Kettensäge, die auf einen Rahmen gespannt ist. Damit wurde Anfang des 20. Jahrhunderts im Bergbau eine Lücke ins Gestein geschlagen. Somit konnten die Kohle oder die Steine nachher einfacher herausgeschlagen werden.

Frank Golik und Torsten Dahlmann vom Otto-Lilienthal-Verein haben das Modell als Dauerleihgabe des Beruflichen Schulzentrums „Otto Lilienthal“ von Freital (Sachsen) aus nach Stölln geholt. „Wir sind froh, dass sich unser Wunsch erfüllt hat. Das Modell ist eine Bereicherung unserer Ausstellung“, sagt Horst Schwenzer,Vorsitzender des Stöllner Lilienthalvereins beim Aufstellen der im Maßstab 1:2,5 nachgebauten Schrämmaschine im Lilienthal-Centrum.

Leihgabe zur Bundesgartenschau

Mehrmals hatte Schwenzer in den letzten Jahren in Freital nachgefragt, ober ein weiterer Nachbau der Schrämmaschine für Stölln möglich ist. Richtig in Fahrt gekommen ist das Vorhaben dann bei einem Besuch der Freitaler Hauptakteure für den Modellbau in Stölln. Sie sagten zu, in Freital ein weiteres Modell der Schrämmaschine anzufertigen und dem Lilienthal-Centrum in Stölln zur Bundesgartenschau 2015 als Leihgabe zu übergeben. Die Zusage wurde nun eingelöst.

Bereits 1998 hatte der Freitaler Stadtrat, Günter Siebert, vorgeschlagen, die Lilienthalsche Schrämmaschine im Beruflichen Schulzentrum der Stadt nachzubauen und auszustellen. 1999 lieferte der Maschinenbaukonstrukteur Heinz-Jürgen Kräupl die erste Konstruktionszeichnung eines Modells auf der Grundlage des Lilienthalschen Deutschen Reichspatents und einer zeitgenössischen räumlichen Zeichnung.

Erstes Modell steht in Mecklenburg-Vorpommern

Gebaut wurde das Modell in Freital im Rahmen eines Schulprojekts unter Leitung von Helmut Grimm und Hans Walther. Das erste Exemplar des Modells wurde vom Team im September 2006 dem Otto-Lilienthal-Museum Anklam (Mecklenburg-Vorpommern) übergeben. Ein zweites Modell blieb in Freital, am Beruflichen Schulzentrum Freital, wo Abiturienten ihre Ausbildung mit der Spezialisierung Luftfahrttechnik anreichern können. Das dritte angefertigte Modell ist nun nach Stölln gekommen.

Im Juni 1876 reist Otto Lilienthal nach Postschnappel (heute Stadtgebiet von Freital), um im Döhlener Becken für die Berliner Maschinenbaufirma Car Hoppe eine neuartige Bergbaumaschine zu testen. Er verändert diese im Hinblick auf sehr bedeutsame Gebrauchseigenschaften und erhält drauf sein erstes Patent. Aus Rücksicht auf seinem Arbeitgeber wird das Patent für die Schrämmaschine jedoch auf dem Namen seines Bruders Gustav Lilienthal ausgestellt. Eine dieser Schrämmaschinen verkaufte er an die Königlich-Sächsischen Steinkohlewerke und sieben weitere an das Salzbergwerk Wieliczka in Polen. Den Verkaufserlös nutzte er für weitere unternehmerische Tätigkeiten und seinen fliegerischen Ambitionen.

In Freital logiert logiert Otto Lilienthal häufig im Gasthof „Zur Rothen Schänke“, geht jedoch ebenso in dem kleinen Bergmannshaus der Familie Fischer ein und aus. Mit dem Obersteiger und Bergschmied Carl Hermann Fischer arbeitet er eng zusammen und gehört bald zur Familie. So lernt Otto Lilienthal auch die Tochter des Hauses, Agnes Fischer kennen. Mit ihr musiziert er und fördert das kulturelle Leben im Ort. Am 11. Juni 1878 heiratet Otto Lilienthal seine Agnes.

Von Norbert Stein

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