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Eseltreffen: Weihwasser für Mensch und Tier

Paaren im Glien Eseltreffen: Weihwasser für Mensch und Tier

Den Pfarrer bei seiner Predigt unterbrechen: Das geht eigentlich gar nicht. Doch es war kein alltäglicher Gottesdienst, der sich am Sonntag in Paaren im Glien abspielte. Die Teilnehmer des Esel- und Mulitreffens im MAFZ-Erlebnispark waren gekommen, um den Segen für sich und ihre Tiere zu erbitten. Da störte es niemanden, als mitten in der Andacht plötzlich ein lautes I-Aaah ertönte.

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Pfarrer Otto Thonhofer segnete Mensch und Tier mit einer doppelten Portion Weihwasser.

Quelle: Philip Häfner

Paaren im Glien. Den Pfarrer bei seiner Predigt unterbrechen: Das geht eigentlich gar nicht. Doch es war eben kein alltäglicher Gottesdienst, der sich am Sonntagmorgen vor der Paarener Kirche abspielte. Die Teilnehmer des 28. Esel- und Mulitreffens im benachbarten MAFZ-Erlebnispark waren herüber gekommen, um den Segen für sich und ihre Tiere zu erbitten – und da störte es niemanden, als mitten in der Andacht plötzlich ein lautes I-Aaah ertönte.

„Esel sind uns ein guter Kamerad. Sie haben es verdient, dass sie artgerecht gehalten werden und wir uns liebevoll um sie kümmern“, sagte die evangelische Laienpredigerin Ina Lueddeckens aus Ketzin/Havel. In der Vorbereitung des Gottesdienstes hatte sie sich extra noch mit Christine Möller von den Eselfreunden Havelland getroffen, um sicherzugehen, dass Esel ganz und gar friedliche Tiere sind, vor denen sie keine Angst haben muss. Ihr katholischer Kollege Otto Thonhofer aus Thüringen, der seit vielen Jahren nebenher als Pfarrer für die Artisten und Schausteller tätig ist, hat zuhause sogar selbst zwei Esel, „deshalb ist es mir immer wieder eine besondere Freude diesen Gottesdienst zu halten.“ Es passiere nicht alle Tage, dass Menschen und Tiere gemeinsam den Segen Gottes empfangen, so Thonhofer, der die Eselbesitzer und ihre Grautiere mit einer doppelten Portion Weihwasser versah. „Die Evangelen schütteln sich da immer ein bisschen, aber für die Esel ist das eine tolle Erfahrung.“

Weniger Tiere, mehr Besucher als 2013

Das Esel- und Maultiertreffen findet nur alle drei Jahre in Paaren im Glien statt. Im Vergleich zu 2013 kamen dieses Mal zwar weniger Tiere, aber mehr Besucher, weshalb Christine Möller von den ausrichtenden Eselfreunden ein positives Fazit zog. „Wir hatten 600 Gäste mehr als beim letzten Mal“, sagte sie. Was sie aber noch mehr freute: „Ich habe das ganze Wochenende nicht einen dummen Spruch gehört, dass Esel stur seien. Die meisten Besucher waren ehrlich an den Tieren interessiert.“

Viele würden langsam erkennen, wofür Esel alles nützlich sind, sagte Möller. Zum Beispiel in der Therapie von Menschen mit mentalen, körperlichen und seelischen Einschränkungen: „Esel sind wie Delfine mit Hufen. Da braucht man nicht extra nach Florida zu fliegen.“ Auch bei diversen Fahrwettbewerben zeigten die Tiere in Paaren, was sie drauf haben. „Esel können richtig Gas geben“, berichtete Christine Möller. Oft würden die Tiere den Parcours sogar schneller beherrschen als ihre Besitzer. Noch vor wenigen Jahren hätten Pferdehalter Esel meist belächelt, sagte sie. „Inzwischen sieht man uns als Bereicherung an.“

Esel – die besseren Pferde?

Heike Wulke, die Vorsitzende des bundesweit agierenden Noteselhilfe, meinte: „Mit einem vernünftig ausgebildeten Esel kann man genauso tolle Sachen machen wie mit einem Pferd.“ Sie war mit ihrem Esel zu Fuß aus Groß Köris (Dahme-Spreewald) über Zossen (Teltow-Fläming), Werder (Potsdam-Mittelmark) und Ketzin gewandert – insgesamt 172 Kilometer zu Fuß. Zehn Tage waren sie unterwegs. „Mit einem Esel wandert es sich super. Im Schnitt laufen sie drei, dreieinhalb Kilometer pro Stunde, das entspricht Shoppingtempo“, sagte Wulke. „Das ist die reinste Entspannung.“

Auch die Eselfreunde Havelland hatten sich in der Vergangenheit um den Aufbau eines europaweiten Eselwanderwegnetzes bemüht, mit der Keimzelle des Projekts in Paaren im Glien. Dort existiert bereits eine Eselstation mit Übernachtungsmöglichkeit, die derzeit jedoch vor allem von Fahrradfahrern genutzt wird. Für einen weiteren Ausbau des Wegenetzes gab es bislang keine Fördermittel. „Als kleiner Verein mit 13 Mitgliedern bekommen wir da kein Geld“, sagte Christine Möller. Sie appellierte deshalb an die Gemeinde Schönwalde-Glien. „Vielleicht kann man das ja noch einmal gemeinsam angehen.“

Von Philip Häfner

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