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Havelland Europaschule braucht neuen Rektor
Lokales Havelland Europaschule braucht neuen Rektor
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00:18 17.03.2017
Andras Theylich wechselt vom Havelland nach Brandenburg/Havel . Quelle: Tanja M. Marotzke
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Ketzin/Havel

Seit Montagabend ist es offiziell: Rektor Andreas Theylich verlässt die Ketziner Europaschule. Er wird auch nicht mehr vor anderen Klassen stehen und sein Fachwissen vermitteln. Theylich wechselt als Schulrat ins Staatliche Schulamt Brandenburg an der Havel und wird dort für die Grundschulen im Raum Potsdam zuständig sein.

Nachricht kommt überraschend

Die Nachricht kam überraschend, selbst seine Lehrerkollegen wussten nichts. „Kurz vor meinem 50. Geburtstag war es Zeit, neue Ufer zu entdecken, Altes und Gewohntes abzulegen und sich Neuem zuzuwenden“, sagte Andreas Theylich am Montagabend in der Europaschule. Im Gegenzug sei es auch im Interesse der Europaschule, wenn er nach mehr als zwei Jahrzehnten Platz macht für neue Ideen, neue Visionen und Innovationen. Er hatte es sich nicht nehmen lassen, Lehrer, Schüler- und Elternvertreter sowie Kommunalpolitiker persönlich über seinen Abschied aus Ketzin zu informieren.

„Schade, dass er geht“, kommentierte Ketzins Bürgermeister Bernd Lück. „Andreas Theylich hat sich auch gegenüber der Stadt immer dafür eingesetzt, die Ketziner Grundschule im Bereich Technik voranzubringen. Heute gibt es elektronische Tafeln, Tablets im Unterricht und das neue Projekt für Medienbildung.“ Als Andreas Theylich 1994 von der Grundschule in Groß Behnitz direkt an die Spitze der früheren POS am Mühlenweg wechselte, hatte die Schule etwa 600 Kinder, aber noch keinen Namen. Dass die „Havelgrundschule“ heute weit über die Grenzen Ketzins hinaus bekannt ist und geschätzt wird, ist eng mit dem Engagement des Schulleiters verbunden.

Die Ketziner Europaschule. Quelle: Tanja M. Marotzke

Partnerschaften im Zeichen Europas

Er hatte wesentlich an der Ausrichtung der Schule nach Europa mitgewirkt. Auch bei den in den letzten 18 Jahren entstandenen vielen Partnerschaften mit Schulen in Frankreich und Nordirland hat der Rektor Zeichen gesetzt. „Diese Kooperation, diese regelmäßigen Schüleraustausche, die größtenteils von Eltern finanziert werden, sind noch heute eine Besonderheit in Brandenburg“, weiß Theylich. Aber er sagt auch, dass man diese Ausrichtung nach Europa sowohl aufgrund der politischen Entwicklungen aber auch wegen der immer größer werdenden Bürokratie beim Beantragen von Zuschüssen für eine europaorientierte Grundschule überdenken sollte und fragt: „Ist der europäische Gedanke für die Lebenswirklichkeit der Schüler weiterhin ein relevanter Bildungsschwerpunkt, dem sich diese Schule gänzlich als Profil hinwenden sollte?“ Das sollte in den Gremien der Schule und öffentlich diskutiert werden.

Für Andreas Theylich ist klar: „Die Ketziner Grundschule muss sich an die lokalen Besonderheiten und Bedürfnisse der Lebensumwelt der Schüler anpassen.“ Deshalb sei die Teilnahme an dem jüngsten Projekt des Landes „Medienfit“, bei dem es um das Entwickeln eines schuleigenen Medienkonzeptes geht, der richtige Schritt, um im Bildungssektor den Anschluss nicht zu verpassen. Ziel müsse es sein, den Titel „Referenzschule für Medienbildung“ zu erhalten. Er freue sich, „dass auch die Stadt Ketzin/Havel als Schulträger nach anfänglicher Zurückhaltung erkannt hat, dass dafür Geld in die Hand genommen werden muss.“

Bauliche Veränderungen

Die baulichen Veränderungen an der Grundschule von der Renovierung der Klassenräume, über die energetische Sanierung der Fassade bis hin zu Einweihung der Mensa, aber vor allem der seit elf Jahren existierende Ganztagsbetrieb sei ein „Quantensprung für alle Beteiligten“ gewesen, würdigte Theylich.

Wenn der Kapitän jetzt von Bord geht, geht er mit der Gewissheit: „Die Grundschule wird auch mit einer neuen Führung ein Lernort sein, an dem sich die ihnen anvertrauten Kinder wohl und gut betreut fühlen werden.“ Wer der künftige Schulleiter in Ketzin sein wird, ist offiziell noch nicht bekannt. Die Stelle werde ab 3. April kommissarisch neu besetzt, so Andreas Theylich. Und er verrät, es sei jemand mit Erfahrung vorgesehen, der seit Jahren eine Schule leitet.

Von Jens Wegener

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