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Havelland Ex Machina: Ein Oscar für das Havelland
Lokales Havelland Ex Machina: Ein Oscar für das Havelland
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17:25 09.03.2016
Die Oscars sind zum 88. Mal vergeben worden. Quelle: FOTO: dpa
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Falkensee

Als vergangene Woche in Hollywood die Oscars vergeben wurden, schaute alle Welt auf die großen Stars der Szene. Schauspieler wie Leonardo di Caprio oder Matt Damon waren für den wichtigsten Preis der Filmbranche nominiert. Auf diese Promis und ihre Filme fiel auch die mediale Aufmerksamkeit.

Dass es neben den üblichen Kategorien wie Bester Schauspieler oder Bestes Drehbuch aber auch viele weitere Kategorien gibt, wissen viele Kinogänger gar nicht. So erging es auch dem ehemaligen Falkenseer Martin Bohm, der mit seinen 24 Kollegen den Preis in der Kategorie „Beste visuelle Effekte“ für den Film „Ex Machina“ gewann.

Die Leitung des Teams, das für „Ex Machina“ den Oscar für visuelle Effekte bekommen hat. Quelle: imago stock&people

„Ex Machina“ ist ein so genannter Independence-Film, der mit einem sehr kleinen Budget und dementsprechend wenig Personal auskommen musste. Trotzdem wurde der Film von der Oscar-Akademie für den Preis nominiert. Dort trat er unter anderem gegen Kassenschlager wie „Star Wars“ oder „Mad Max“ an.

„Ex Machina“ erzählt eine Science-Fiction Geschichte, die sich mit Themen wie der Überwachung und die systematische Kontrolle von Menschen beschäftigt.

Schon die Nominierung war für die Entwickler der Spezialeffekte in „Ex Machina“ eine große Überraschung. „Wir hatten überhaupt nicht damit gerechnet, dass der Film nominiert werden könnte“, sagt Martin Bohm (31). Gemeinsam mit seinen Kollegen war er für die Unterstützung des Films durch visuelle Effekte verantwortlich. Martins Aufgabe war es dabei dafür zu sorgen, dass die animierten Figuren im Film virtuell so beleuchtet werden, dass der Zuschauer keinen Unterschied zwischen natürlichen Lichtverhältnissen und animierten Verhältnissen erkennt. „Ich bin also ein bisschen wie der Beleuchter im Studio, nur für virtuelle Effekte“, erklärt Martin seine Aufgabe.

Martin Bohm stammt aus Falkensee. Quelle: privat

Dass Martin mal an Oscar-Produktionen mitwirken würde, war ihm als Schüler des Falkenseer Lise-Meitner-Gymnasiums, das er bis 2004 besuchte, noch nicht klar. „In der Schule interessierte mich vor allem das Fach Kunst. Nach dem Abi wollte ich eigentlich Zeichentrick-Filme machen.“ Deswegen begann er sein Studium an der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf in Potsdam.

Schnell musste er aber feststellen, dass heutzutage nur noch sehr wenige Zeichentrick-Filme produziert werden und die beruflichen Perspektiven in diesem Bereich schlecht sind. Außerdem hatte Martin den Wunsch, auch für erwachsene Menschen Filme zu machen. „Ich war schon immer interessiert an visuellen Effekten und hatte dann den Mut, in diesen technischeren Bereich zu wechseln“, erklärt Martin seine Entscheidung für eine berufliche Tätigkeit im Bereich der visuellen Effekte.

Auch wenn das für ihn zunächst nicht die erste Wahl war, wurde sein Talent schnell deutlich. Noch während des Studiums absolvierte Martin ein Praktikum bei der Produktion des Films „Anonymus“ unter der Leitung von Star-Regisseur Roland Emmerich. Dieser zeigte sich mit Martins Arbeit mehr als zufrieden und nannte ihn deswegen auch im Abspann des Films. Das sei ein bisschen, wie ein Ritterschlag bei der Produktion eines Films, sagt Martin Bohm.

Nachdem er kurz darauf sein Studium in Deutschland beendet hatte, zog es ihn hinaus in die Welt. Zunächst arbeitete er für eine Londoner Firma, die sich auf die Entwicklung von visuellen Effekten für Filme spezialisiert hatte. Dort entstand auch der Oscar-Film „Ex Machina“.

Von Falkensee nach Kanada

Inzwischen lebt und arbeitet Martin in Kanada. „Hier gibt es tolle Bedingungen für mich. Viele große Filmfirmen haben sich hier angesiedelt“, sagt er. Dass Filme immer noch in den Hollywood-Studios produziert würden, sei ein großer Irrglaube erklärt Martin. „Die meisten Firmen arbeiten weltweit. Ich zum Beispiel habe noch nie an einem Film in Amerika mitgearbeitet.“ Obwohl sich Martin und seine Kollegen natürlich sehr über den Gewinn des Preises gefreut haben und er auch begeistert vor dem Fernseher saß, als die zwei Teamleiter des Projekts den Preis entgegennahmen, findet er, dass es im Bereich der Spezialeffekte für ihn noch größere Auszeichnungen gibt.

Die Spezialeffekte-Branche hat eigene Fachpreise, die von Expertengremien bestimmt werden. Diese sind zwar weit weniger bekannt, genießen in der Branche aber eine höhere Anerkennung. „Unsere Branchenpreise werden von Experten der Spezialeffekte-Szene verliehen. Die Oscars dagegen werden von Schauspielern, Regisseuren und vielen ehemaligen Oscar-Gewinnern bestimmt. Die meisten von denen sind selbstverständlich keine ausgewiesenen Fachleute auf unserem Gebiet.“

„Ex Machina“ kam im Frühjahr 2015 ins Kino

Darum geht es in „Ex Machina“: Caleb (Domhnall Gleeson) ist Programmierer bei einer großen Internetfirma und darf eine Woche lang in das Haus seines Chefs. Nathan (Oscar Isaac) gilt als menschenscheu, aber auch genial. Es geht um eine Art Übung. Caleb soll Nathans neueste Erfindung testen: einen weiblichen Roboter. Besitzt Ava (Alicia Vikander) genügend künstliche Intelligenz, um eventuell als echter Mensch durchzugehen?

Domhnall Gleeson in „Ex Machina“. Quelle: Universal

Regisseur Alex Garland sorgte im Frühjahr 2015 für ein Verwirrspiel. Jeder war verdächtig, dort der Böse zu sein. Die visuellen Effekte, für die es nun den Oscar gab, sind sehr faszinierend. Hinzu kommen krasse Soundeffekte, die manchmal so dröhnen, dass man sich fast die Ohren zuhalten will, die aber den Thrill der Handlung untermauern. Dazu ein eindringlicher Soundtrack. Gibt es auf DVD!

Von Markus Kollberg

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