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Extremregen: Kreis will besser vorbereitet sein

Havelland Extremregen: Kreis will besser vorbereitet sein

Der Landkreis Havelland will künftig auf Extremniederschläge besser vorbereitet sein. Dazu wird aktuell ein Konzept erarbeitet. Um das Wasser schneller aus der Fläche zu bekommen, soll eine zweite Hochleistungspumpe angeschafft werden. Außerdem soll das Zusammenspiel aller Beteiligten verbessert werden.

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Land unter im Sommer in Leegebruch. Für den Fall, dass solch ein extremes Ereignis auch im Havelland auftritt, will der Landkreis künftig besser vorbereitet sein.

Quelle: Julian Stähle

Havelland. Die extremen Regenfälle im Sommer haben auch die Verantwortlichen im Landkreis Havelland alarmiert. „Wir haben wirklich noch Glück gehabt“, sagte Kreis-Beigeordneter Henning Kellner mit Blick auf die Überschwemmungen im Juli in Leegebruch in Oberhavel. Wären diese Regenmengen nur ein paar Kilometer weiter Richtung Havelland heruntergekommen, hätte es eventuell Katastrophenalarm geben können. Obwohl es trotzdem auch hierzulande sehr viel geregnet hat, was vor allem die Landwirte zu spüren bekamen. „Wir sollten aus den Problemen der Nachbarn lernen“, so Kellner, der es durchaus für möglich hält, dass ein solch heftiges Ereignis demnächst auch im Havelland auftreten kann.

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Kniehoch steht das Wasser in den Straßen, viele Häuser sind vollgelaufen, die Kanalisation ist zusammengebrochen. Diese Bilder zeigen das ganze Ausmaß der Hochwasserkatastrophe in Leegebruch (Oberhavel).

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So soll in naher Zukunft unter anderem für eine entsprechende technische Ausrüstung im Landkreis gesorgt werden. Derzeit gibt es dort nur eine Hochleistungspumpe, die in Hohennauen im Westhavelland stationiert ist. Kellner spricht sich dafür aus, eine zweite Pumpe anzuschaffen, die dann aber im Osthavelland stehen wird.

Künftig braucht es mehr Notstromaggregate

„Ein weiteres Problem ist die Stromversorgung“, sagt der Beigeordnete. Denn die kann bei solch einem Extremwetter immer mal ausfallen. So sollen in Zukunft weitere Notstromaggregate beschafft werden. Schwierig könnte es zudem im Falle eines großflächigen Stromausfalls mit der Betankung der Kraftfahrzeuge werden. Laut Kellner verfügen die meisten Tankstellen nicht über eine Einspeisemöglichkeit für Notstrom. So könne man derzeit nur an einer privaten Tankstelle Strom aus einem Aggregat einspeisen, um die Betankung sicherzustellen. In den anderen Fällen hätten Gespräche mit den Mineralölfirmen noch nicht den gewünschten Erfolg gebracht. „Wir brauchen deshalb drei bis vier mobile Tankstellen und überlegen derzeit, welches das beste System ist.“ Diese Tankstationen könnten dann im Katastrophenfall an den Krankenhäusern aufgestellt werden, die über eine Notstromversorgung verfügen. So sei es dann möglich, beispielsweise die Rettungswagen mit Kraftstoff zu versorgen.

Infos zum Jahrhundertregen in Leegebruch gibt es auf unserer Sonderseite:
www.MAZ-online.de/leegebruch

In den nächsten Wochen und Monaten soll nun ein Konzept erarbeitet werden „mit dem, was wir haben wollen“, so Henning Kellner. Dieses soll dann Grundlage für ein Finanzierungskonzept sein. Kellner geht davon aus, dass die Planung voraussichtlich 2018 steht, so dass erste Investitionen dann 2019 im Haushalt verankert werden können.

Wie Kellner weiter sagt, gebe es eine Arbeitsgruppe, „die sich dazu Gedanken macht, was zu tun ist, um das Oberflächenwasser schnell aus der Fläche leiten zu können und wie wir bei Extremniederschlägen schneller reagieren können“. Dazu soll es unter anderem Abstimmungen mit den Wasser- und Bodenverbänden geben. Denn Hochwasser kommen immer wieder einmal vor, wie Kellner sagt, der unter anderem auf die Jahre 2002 und 2013 verweist. „Darauf müssen wir vorbereitet sein.“

Zu denen, die auch so schon unter den Niederschlägen im Havelland gelitten haben, gehören viele Landwirte. So hat sich der Kreisbauernverband mit einem Schreiben an den Landkreis gewandt. Er weist darauf hin, dass die extremen Wassermengen in vielen Gräben 2. Ordnung wie etwa Gänselaken- oder Luttergraben nur schlecht abfließen konnten. Grund sei die unzureichende Pflege. Somit mussten einige Landwirte selbst versuchen, das Wasser abzupumpen, was hohe Stromrechnungen nach sich zog. Doch das änderte letztlich nichts daran, dass mitten in der Erntezeit Acker- und Grünflächen nicht mehr befahrbar waren. Somit begann die Ernte verspätet oder fiel ganz aus.

Mängel sieht der Kreisbauernverband Havelland zudem im Wassermanagement. „Das Zusammenspiel aller Beteiligten, darunter Landwirte, Wasser- und Bodenverbände und Untere Naturschutzbehörde muss künftig besser werden“, sagt Johannes Funke, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes. Außerdem sollte beispielsweise die Kapazität des Schöpfwerkes in Zeestow erhöht werden.

Von Andreas Kaatz

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