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Havelland Fahrraddiebe haben Rathenow im Visier
Lokales Havelland Fahrraddiebe haben Rathenow im Visier
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18:53 16.03.2017
Häufig gelangen die Täter über die Terrasse ins Haus, dazu muss es nicht unbedingt dunkel sein. Quelle: Archiv
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Havelland

Die polizeilichen Ermittler hatten es 2016 im Landkreis mit nicht ganz so vielen Haus- und Wohnungseinbrüchen zu tun wie noch in den Jahren davor. Die Zahl sank gegenüber 2015 von 517 auf 355. „Damit liegen wir noch unter dem Niveau von 2014, als 416 Einbrüche zu verzeichnen waren“, sagt Lutz Gündel, Leiter der Polizeiinspektion Havelland.

Insgesamt befindet sich der Landkreis mit seinen Kriminalitätszahlen von 2016 im Trend der Polizeidirektion West, zu der die Polizeiinspektion Havelland gehört. Es gibt weniger Delikte als im Jahr davor und die Aufklärungsquote ist gestiegen. Am meisten waren die Beamten mit Diebstahlshandlungen unterschiedlichster Art befasst, wobei auf den Wohnungseinbrüchen beziehungsweise deren Aufklärung ein besonderes Augenmerk liegt. Immerhin stieg die Aufklärungsquote auf 62,6 Prozent, während es 2015 noch magere 7,9 Prozent waren. „Das hängt insbesondere auch damit zusammen, dass wir Täter ermitteln konnten und Diebesgut von zahlreichen Einbrüchen gefunden haben“, erklärt Gündel.

Kriminalität im Landkreis Havelland

Zur Polizeidirektion West gehören die Städte Potsdam und Brandenburg sowie die Landkreise Havelland, Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming.

Im Havelland wurden 2016 insgesamt 10 428 Delikte erfasst (2015: 10 866) sowie 3684 Tatverdächtige ermittelt (2015: 3818).

Die Aufklärungsquote stieg gegenüber 2015 (49,8) auf 50,6 Prozent.

Bei Gewaltkriminalität beträgt die Aufklärungsquote im Schnitt 79,6 Prozent. Am höchsten liegt sie mit 90 Prozent bei gefährlicher und schwerer Körperverletzung. Diesbezüglich wurden 194 Fälle registriert (2015: 212). Hinsichtlich Vergewaltigung und sexueller Nötigung gab es 16 Fälle, von denen 56 Prozent aufgeklärt wurden.

Dass die Zahl der Einbrüche insgesamt so stark zurückgegangen ist, hängt auch mit der Entwicklung im Westhavelland – im Rathenower Revier – zusammen. Wurden dort 2015 noch 136 Haus- und Wohnungseinbrüche angezeigt, waren es im Vorjahr nur noch 46. Im Revier Nauen fiel die Anzahl von 96 auf 52 und im berlinnahen Falkenseer Revier von 285 auf 257 Fälle. „Falkensee ist trotz der Rückgänge aber nach wie vor der Schwerpunkt“, sagt Lutz Gündel. Da gehe man eher von Banden aus, die von Berlin aus operieren, wodurch die Ermittlungen recht schwierig seien. „Der schnelle Weg zurück in die Hauptstadt spielt schon eine große Rolle für die Täter.“ Hinzu komme die Gartenstadtstruktur mit hohen Hecken und sonstigem Sichtschutz.

Die Polizei werde aber auch künftig ihre Maßnahmen auf die Wohnungseinbrecher ausrichten, kündigt Gündel an. Da spielen verstärkte Kontrollen in Uniform und in Zivil eine große Rolle. Zudem soll es auch in Zukunft Präventionskampagnen geben. Bauherren können sich von Spezialisten der Polizei zur Sicherung ihres Hauses beraten lassen. „Die Erfahrung sagt: Wenn der Täter es nicht innerhalb von etwa zwei Minuten schafft, ins Haus zu gelangen, dann lässt er meist von seinem Vorhaben ab.“

Zudem hofft die Polizei auf die Mitarbeit der Bevölkerung, wie Sven Mutschischk, Leiter der Kriminalpolizei in der Polizeidirektion, sagt. „Trotzdem wir einen Rückgang der Fallzahlen im Bereich der Wohnungseinbruchsdiebstähle feststellen können, werden wir auch in diesem Jahr weiter intensiv Präventionsarbeit leisten und die Bevölkerung sensibilisieren, verdächtige Beobachtungen zeitnah der Polizei zu melden. Nur so kann die Polizei schnell reagieren und erfolgversprechende Fahndungsmaßnahmen einleiten. Aber auch im Bereich der Anzeigenaufnahme und Spurensicherung vor Ort werden wir an der Weiterqualifizierung unserer Beamten arbeiten.“

Gegen den Trend in der Polizeidirektion ist die Zahl der Fahrraddiebstähle im vorigen Jahr im Havelland gestiegen. Vor allem im Rathenower Revier erlebten Anhänger der gesunden Fortbewegung eine böse Überraschung: 540 Fahrräder wurden dort im Jahre 2016 entwendet, 133 mehr als in den zwölf Monaten davor. „Da rätseln wir noch, was die Ursache für diese Häufung ist“, so Gündel und sieht das Thema Fahrraddiebstähle in Rathenow deshalb als Schwerpunkt. In den Revieren Nauen und Falkensee hingegen ging die Zahl der Diebstähle von Drahteseln zurück.

Auch so manches Auto ist im vergangenen Jahr auf Nimmerwiedersehen verschwunden. Die Zahl dieser Diebstähle blieb aber in etwa gleich, betrug 119 gegenüber 121 im Jahr 2015. Gab es im Falkenseer und Rathenower Raum einen leichten Rückgang, stieg die Zahl der entwendeten Fahrzeuge im Revier Nauen von 29 auf 41. Im gesamten Landkreis waren Fahrzeuge verschiedener Marken betroffen, egal ob jung oder alt. Jedoch ist zu vermuten, dass darunter auch Auftragsdiebstähle sind. So verschwanden einmal in einem kurzen Zeitraum mehrere Kleintransporter. Auffällig in diesem Jahr ist der Diebstahl einiger Audi A6.

Zugenommen hat im Vorjahr die Zahl der Gewaltstraftaten. „Da sind wir mit unseren Zahlen zum Glück gegenläufig“, meint Inspektionsleiter Gündel. Die Beamten im Havelland hatten 265 dieser Delikte erfasst, 2015 waren es 296. Mord oder Totschlag gab es gar nicht, dafür aber 55mal Raub oder räuberische Erpressung – sieben Fälle weniger.

Von Andreas Kaatz

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