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Falkenhagener Idylle neben Blechlawine

Falkensee Falkenhagener Idylle neben Blechlawine

Die MAZ-Serie „Zu Hause in...“ führt heute nach Falkenhagen und schaut sich auf dem alten Dorfanger um. Er ist Ursprung eines Dorfes und heute eine Art Verkehrsinsel mit Erholungscharakter.

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Untersucht: Annegret Wellmann mit Kindern des Umwelt- und Naturkurses am Falkenhagener Anger .

Quelle: Tanja M. Marotzke

Falkensee. Im Falkenseer Rathaus scheint immer die Sonne. Zumindest auf dem Bild, das im Beratungsraum hängt. Es zeigt den Falkenhagener Anger, gemalt wurde es vom Malerpaar Willi Zank und Hans Gericke in den 50er-Jahren.

Zu sehen ist eine heitere Marktszene. So einen Markt gibt es schon lange nicht mehr, aber das alte Kopfsteinpflaster ist noch da und das Haus im Hintergrund steht auch noch. Darin wohnt seit 2004 Olaf Schmidt. Als Pfarrer lebt er im Dachgeschoss des Gemeindehauses. Dahinter liegt ein großer, ruhiger Garten. Und zum Anger: „Der Verkehr hat sehr zugenommen“, sagt er, vor allem durch das Café. „Das ist unser Küchenkino“, sagt er lachend. Aus dem Küchenfenster gibt es viel zu sehen: wie Leute scherzen, wie sie sich streiten, wie Autos zusammenstoßen. Das Thonke-Eck ist die lebendigste Ecke von Falkensee geworden.

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Impressionen vom Falkenhagener Anger in Falkensee

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Sie liegt mitten im Falkenhagener Anger, der als Bereich denkmalgeschützt ist. Zwischen Falkenhagener Straße und Freimuthstraße liegt der Anger wie eine Ellipse da. Die ist Grünfläche und Geschichtspark zugleich. Denn auf dem Areal stehen eine Menge Steine herum. 1913 war ein Denkmal zur Erinnerung an die Leipziger Völkerschlacht aufgestellt worden, in den Feldsteinen haben sich die Vereine der Stadt verewigt. Wobei die Ewigkeit dann doch begrenzt ist, die einst eingemeißelte Schrift ist nur noch schwer zu lesen, vom Schwimmverein bis zum Kriegerverein. Wenig weiter steht ein großer Findling, er erinnert an die Stadtgründung 1961. Das Denkmal für die Opfer des Faschismus ist bei manchen politisch, bei anderen ästhetisch umstritten.

Martialisches Denkmal

Martialisch steht der Granittempel für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges da. Fein dagegen vor der Kirche die Gedenkurne für Maria Theresia Encke (1774 bis 1804). „Es ist ein besonderes Stück Geschichte“, erzählt Dorit Bender, die seit 1963 in Falkensee lebt und gern zur Falkenhagener Kirche kommt. Der Stein ist eines der wenigen alten Dinge in der ansonsten jungen Stadt Falkensee. Hier hat einmal preußische Geschichte nach Falkenhagen geweht. Preußenprinz Friedrich Wilhelm kam mehr oder weniger heimlich hierher, um seine junge Geliebte Wilhelmine Encke zu besuchen, die bei ihrem Bruder in Falkenhagen wohnte. Die Sandsteinurne erinnert gewissermaßen ein wenig an das heikle Kapitel des adligen Liebesleben.

Ortsgeschichte auf der Parkbank

Wer mag, kann also am Dorfanger Ortsgeschichte betreiben. Wer nicht, sitzt einfach nur da und schaut den Enten oder Anglern am Teich zu. So wie Gabriele Henseler. Der Berlinerin hat die Tochter einer Brieselanger Freundin zum Haus am Anger gebracht. „Da gibt es so viele gute Angeboten“, sagt sie zur kreativen Seite des Hauses. In dem Creativen Zentrum wird aber nicht nur getöpfert, gesungen oder Theater gespielt, sondern auch gemessen und geforscht. Annegret Wellmann ist mit den Teilnehmern des Naturkurses immer mal wieder am Teich unterwegs. Gerade wurden neue Kescher angeschafft, um hier Proben zu entnehmen und Mikroorganismen zu untersuchen.

Solche Kleinigkeiten hat vielleicht ein Bürgermeister nicht so im Blick. Er muss sich um das Große-Ganze kümmern. Und das heißt beim Anger unter anderem Erhalt der Anlage. Dazu zählt für Heiko Müller auch, dass die Fläche zwischen Thonke und Teich frei bleibt und nicht bebaut wird wie einst geplant.

Mehr Fotos im Internet unter www.maz-online.de/anger

Von Marlies Schnaibel

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