Volltextsuche über das Angebot:

31 ° / 16 ° wolkig

Navigation:
Kreis baut Asylbewerberheim in Falkensee

Vis-à-vis vom Friedhof und Familien- und Jugendhilfezentrum Kreis baut Asylbewerberheim in Falkensee

Dreigeschosser mit flachem Satteldach und Platz für insgesamt 80 Leute – so soll das Asylbewerberheim aussehen, das der Landkreis in Falkensee bauen will. Das gaben Landrat Burkhard Schröder und Falkensees Bürgermeister Heiko Müller am Mittwoch im Rathaus bekannt. Sie rückten auch mit der Adresse heraus.

52.572175 13.097872
Mehr Infos
Nächster Artikel
Blankes Entsetzen beim Ball-Spiel-Club

Hier soll das Asylbewerberheim entstehen.

Quelle: Jana Einecke

Falkensee. Entstehen soll das neue Heim am Rande eines Wohngebiets an der Kremmener Straße Ecke Bergstraße, vis-à-vis vom Friedhof und dem Familien- und Jugendhilfezentrum des Arbeiter-Samariter-Bunds. Geplant sind dort Ein-Zimmer-Appartements mit Kochnische und Bad für jeweils zwei bis drei Bewohner. Die ersten sollen ab April 2015 einziehen können.

Nötig wird der Bau, weil seit einigen Monaten unerwartet viele Asylbewerber nach Deutschland kommen (MAZ berichtete). Die Falkenseer Gemeinschaftsunterkunft soll „um die zwei Millionen Euro“ kosten, wie Kreisbaudezernent Jürgen Goulbier grob und vorsichtig schätzte. Bezahlt wird das Heim vom Landkreis, weil der für die Unterbringung von Asylsuchenden zuständig ist. Wie lange man es nutzen werde – ob fünf, zehn oder 15 Jahre – sei noch nicht absehbar und abhängig von den Flüchtlingsströmen, sagte Goulbier. „Wir bauen dort aber nichts, das nur als Heim funktioniert“, ergänzte der Landrat. Man wolle das Gebäude später günstig umrüsten können und dann etwa dem kommunalen Wohnungsbau zur Verfügung stellen.

Im Vorfeld hatte der Kreis rund ein Dutzend Standorte im Havelland geprüft, darunter auch in Nauen – jedoch ohne Erfolg. In Falkensee habe man unter anderem auch den Standort der alten Poliklinik an der Fehrbelliner Straße und ein Grundstück in Falkenhain genauer unter die Lupe genommen. Doch der Standort am Friedhof soll laut Bürgermeister und Landrat am besten geeignet sein. „Er liegt nicht extern, aber auch nicht im Zentrum, und Europaschule, Kantschule, Rathaus sind fußläufig erreichbar“, sagte Müller. Er rechne dennoch mit einigem Widerstand in der Bevölkerung. Man wolle die Falkenseer aber „so früh wie möglich“ einbeziehen und auch ihre Fragen beantworten. „Das geht aber erst, wenn wir mehr Informationen haben als jetzt“, so Müller. Und das sei wohl frühestens im Mai oder Juni der Fall. Dann plane man eine Infoveranstaltung, zu der alle interessierten Einwohner Falkensees eingeladen seien.

Inklusive der Unterkunft in Falkensee wird es im Havelland künftig fünf Asyle geben. Zuletzt war das Internat des Oberstufenzentrums in Friesack für Flüchtlinge freigeräumt worden. Insgesamt summieren sich die Ausgaben für Asylbau und -umbau für den Kreis in diesem Haushaltsjahr auf 3,5 Millionen Euro, das entspricht rund 40 Prozent der baulichen Investitionen. Darin enthalten unter anderem auch die Sanierung der Rathenower Gemeinschaftsunterkunft am Birkenweg und die Ertüchtigung der ehemaligen Premnitzer Förderschule. Damit der fünfte Standort am Grünauer Weg in Rathenow errichtet werden kann, muss der Kreis erst noch das Grundstück erwerben. Dort sollen – möglichst ab nächstem Herbst – 100 Asylbewerber unterkommen. Für das Jahr 2014 erwartet der Kreis 267 Ankömmlinge. Laut Landrat soll für alle Platz im Havelland sein: „Wir werden 2014 nicht in eine Notsituation geraten“, sagte er. „Wir haben genügend Puffer, um Spitzen abzufangen.“

Asylsuchende im Landkreis Havelland

  • 253 Asylsuchende leben derzeit im Landkreis Havelland, davon 85 in Wohnungen. Sie kommen unter anderem aus der Russischen Förderation, Kamerun, Nigeria, Afghanistan, Syrien und dem Irak.
  • Im vergangenen Jahr hat der Kreis 236 Personen vom Land zugewiesen bekommen – aber tatsächlich nur 144 aufgenommen.
  • Gründe dafür waren unter anderem Tuberkulose-Fälle im Auffanglager Eisenhüttenstadt, die Quarantäne erforderten, sowie ein Bearbeitungsstau im Bundesamt für Migration.
  • Das Heim in Falkensee ist nach dem Internat in Friesack das zweite aktuelle im Osthavelland. Zuletzt hatte es in den 90er Jahren ein Asyl in der Gartenstadt gegeben.
  • Zum Vergleich: 1995 wurden in Deutschland 167.000 Asylanträge gestellt. 2013 waren es rund 127.000. Im Jahr 2008 waren es dagegen nur rund 28.000, damals lebten 94 Asylsuchende im Havelland. Die Kreisverwaltung dachte damals daran, das Heim mangels Nachfrage zu schließen.

Von Jana Einecke

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Konkrete Pläne für die Einrichtung eines Übergangswohnheims

In Falkensee werden voraussichtlich noch in diesem Jahr Asylbewerber untergebracht. Landrat Burkhard Schröder bestätigte am Donnerstag, man bereite dort derzeit die Einrichtung eines Übergangswohnheims vor. Der Landrat rechnet in Falkensee mit mehr Offenheit als in anderen Orten des Landkreises.

  • Kommentare
mehr
Mehr aus Havelland
57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg