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Havelland Falkenseer räumten Lindenweiher in Finkenkrug
Lokales Havelland Falkenseer räumten Lindenweiher in Finkenkrug
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09:42 27.10.2014
Komm, Schatz, lass uns Bäume ausreißen: Nico (mit Säge) und Anja Kohlmeyer räumen am Lindenweiher unerwünschten Wildwuchs aus dem Weg. Quelle: Jana Einecke
Falkensee

Ein wenig missbilligend betrachtet Dieter Rach die Bäume, die den Lindenweiher umstellen, und sagt schließlich: „Da hängen noch zu viele Blätter dran.“ Besser hätte er es gefunden, wenn alles Laub schon vorm Wochenende abgefallen wäre, dann hätte man es jetzt wegharken können. Und der Arbeitseinsatz am See hätte sich noch ein bisschen mehr gelohnt.

Stattdessen muss der Vorsitzende der Bürgerinitiative Lindenweiher mit ansehen, wie ständig neue Blätter auf die just geklärten Wege segeln, und es sind viele an diesem Sonnabendmorgen. Dieter Rach zuckt mit den Schultern. „Mitte November haben wir ja noch einen weiteren Arbeitseinsatz. Trotzdem: Mit den vielen Leuten, die heute gekommen sind, hätten wir das ganze Laub ratz-fatz weggesammelt.“

Rund 20 Falkenseer, zumeist Finkenkruger, haben am Sonnabend das Gelände rund um den Lindenweiher aufgeräumt. Die Bürgerinitiative, die sich seit 22 Jahren um die Pflege des Gewässers kümmert und mittlerweile mehr als 10.000 Arbeitsstunden verbuchen kann, ruft mindestens viermal im Jahr zur Putzaktion am See auf. Üblicherweise kommt etwa eine Handvoll Anwohner; warum sich dieses Mal so viele angesprochen fühlten, war nicht herauszufinden. Jedenfalls hatte die Gruppe innerhalb von zwei Stunden nicht nur das Laub von den Wegen geharkt, sondern auch das Ufer von unerwünschten Kleinbäumen und Wildgebüschen befreit, Äste abgesägt und Müll aufgeklaubt.

Jeder der Helfer schien dem See auf seine eigene Art und Weise verbunden: Rach etwa wohnt ihm gegenüber; er könnte ihn nicht einmal ignorieren, wenn er wollte. Mehrere hatten als Kinder im Lindenweiher geplanscht. Eine Frau erinnerte sich an einen Badeunfall, bei dem eine ihrer Schülerinnen ums Leben gekommen war. Andere wiederum nutzen den See regelmäßig als Naherholungsgebiet. „Wir gehen immer mal drum herum – deshalb wollten wir uns an der Aktion beteiligen und dabei auch Leute kennenlernen“, sagte etwa Neufalkenseerin Brigitte Köster, die gemeinsam mit ihrem Mann Hartmut zur Harke gegriffen hatte. „Wir kommen jeden Tag am Lindenweiher vorbei und wollen, dass er weiter so schön bleibt“, sagte auch Anwohnerin Diana Henke. Ihre Kinder Johanna (9) und Erik (4) hatten ebenfalls mitgeholfen. Von den Spaziergängern hätte Rach am Sonnabend gerne noch ein paar mehr gesehen. „Die Jogger und Hundebesitzer, die sonst jeden Tag kommen, meiden den See zu den Arbeitseinsätzen“, sagte er.

Ein Sofa, Batterien und Gerippe von Weihnachtsbäumen, Küchengeräte und Farbeimer, Fahrräder und unzählige Flaschen haben die Aufräumer in all den Jahren schon aus See und Gestrüpp geholt, regelmäßig ärgern sie sich auch über Säcke voller Windeln oder Kartoffelschalen. An diesem Sonnabend aber hielt sich der Müll in Grenzen. „Es ist schon viel besser geworden“, sagte Christel Papke, die als Gründungsmitglied der Initiative schon Bruder, Tochter und Schwiegersohn mit dem Reinigungsritual angesteckt hat. Eigentlich ist die Stadt Falkensee für die Pflege des Lindenweihers zuständig. „Personell könnte sie aber nur das Nötigste machen“, weiß Rach. Immerhin stellt sie den Ehrenamtlern Geräte zur Verfügung und transportiert Blätter und Äste ab.

Am Schluss standen 18 prall gefüllte Laubsäcke rund um den See – das entspricht dem Inhalt von etwa 120 Badewannen. Der spektakulärste Fund war dieses Mal ein Röhrenfernseher, den die Helfer aus den Knallerbsensträuchern gezogen hatten. Der Dreck, der wiederkehrende Vandalismus am See – manchmal hat Rach schon darüber nachgedacht, hinzuschmeißen: „Aber es ist immer wieder motivierend zu sehen, dass aus allen Ecken Falkensees Leute zum Lindenweiher kommen.“

Wie etwa Detlef Rachmatulla, der an der Grenze zu Dallgow wohnt, aber schon diverse Male tatkräftig mitgeputzt hat. „Herr Rach und seine Kämpfer tröten nicht nur herum, sondern sie tun etwas“, sagte er, „Ohne ihre Einsätze wäre der Lindenweiher längst zugewuchert.“

DER LINDENWEIHER

  • Das zwei Hektar große und 600 Meter lange Gewässer zwischen Rembrandtstraße, Böcklinstraße, Im Waldwinkel und Pfarrer-Vogt-Platz ist keines natürlichen Ursprungs, sondern entstand 1901/02 im Zuge der Besiedlung von Finkenkrug als Teil eines Grabensystems.
  • 1905 wurde dort das erste Mal eine Badeanstalt errichtet.
  • Im Laufe der Jahre wurde der See zunehmend als Müllkippe benutzt. Um 1960 gab es die erste Rettungsaktion, der Weiher wurde ausgebaggert und war wieder zum Baden geeignet. Der Effekt hielt aber nicht lange an.
  • Im Januar 1992 gründete sich die Bürgerinitiative Lindenweiher, die sich seitdem um den Erhalt der Wege, Pflanzen und des Gewässer kümmert.

Von Jana Einecke

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