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Falkensee als eine Stadt für alle Generationen

Vor der Stichwahl um das Falkenseer Bürgermeisteramt Falkensee als eine Stadt für alle Generationen

Heiko Müller (SPD) ist seit 2007 Bürgermeister von Falkensee. Der Amtsinhaber will die Arbeit in seiner Heimatstadt fortsetzen.

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Der Ur-Falkenseer Heiko Müller will im Amt bleiben.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Falkensee. Er will gern Bürgermeister von Falkensee bleiben: Interview mit Heiko Müller (SPD).

MAZ: Warum wollen Sie Bürgermeister werden?

Heiko Müller: Ich möchte Bürgermeister bleiben, weil es zu den spannendsten Aufgaben gehört, Bürgermeister seiner Heimatstadt zu sein. Mit dem Fall der Mauer vor 26 Jahren habe ich begonnen, an der Entwicklung der Stadt direkt mitzuwirken. Unterdessen gelten wir als am schnellsten wachsende Stadt in Deutschland und können stolz sein auf die vielen erfolgreichen Projekte der letzten Jahre. Wir haben dem Entwicklungsdruck Stand gehalten und die Attraktivität des Wohnstandortes kontinuierlich weiterentwickelt. Es bleibt aber auch noch viel zu bewegen. Und das möchte ich in den nächsten acht Jahren als Bürgermeister für meine Heimatstadt tun.

Welche Vision haben Sie von Falkensee?

Müller: Falkensee ist ein hervorragender, grüner und ruhiger Wohnstandort direkt vor den Toren der Metropole Berlin. Die Weiterentwicklung der Wohn- und Lebensqualität ist das wichtigste Ziel für die nächsten Jahre. Öffentlicher Nahverkehr und vor allem die Anbindung an Berlin sind genauso wichtig, wie der Ausbau der Radfahrangebote. Zu einem Wohnstandort gehören natürlich auch Dienstleistungen, Einzelhandel, das Handwerk und eine gute Gesundheitsstruktur. Innovative Wirtschaftsansiedlungen sind willkommen, werden aber nicht den Charakter der Stadt ändern. Wir schaffen eine Stadt für alle Generationen. Egal ob ganz jung oder aber ganz alt – alle sollen sich in dieser Stadt wohlfühlen.

Nach dem Motto „Stärken stärken“ - was muss da in Falkensee getan werden?

Müller: „Stärken stärken“ heißt zunächst, die Standortqualität zum Wohnen und Leben zu stärken. Dazu gehören die Bildungs-, Freizeit-, Kultur-, Sport-, Dienstleistungs- und Gesundheitsangebote genauso wie der Ausbau von Radfahrangeboten und öffentlichen Nahverkehr. Das Hallenbad, das nun endlich die höchste Priorität bekommt, ist hier aber nur ein Beispiel. Unsere Stärken liegen auch im grünen Charakter der Stadt. Diesen Charakter wollen wir nicht nur im öffentlichen Raum stärken, sondern wir wollen auch private Grundstückseigentümer motivieren, wieder mehr Bäume zu pflanzen und zu erhalten.

Wo sehen Sie Schwachstellen in der Stadt?

Müller: Wir haben viel in den letzten Jahren erreicht. Beispielsweise die Schullandschaft steht heute viel besser da, als vor acht Jahren. Es bleibt aber auch noch viel zu tun. Ein ganz wichtiges Thema bleibt die Weiterentwicklung der Radfahrangebote. Unser Netz ist noch sehr lückenhaft. Wir brauchen also Lückenschlüsse. Auch die Aufbewahrungsmöglichkeiten von Fahrrädern an Zielorten (Schulen, Bahnhöfen …) müssen ausgebaut werden. Vor einer großen Herausforderung stehen wir noch bei der Barrierefreiheit. In den letzten Jahren haben wir dabei große Fortschritte gemacht, aber es bleibt auch hier noch viel zu tun. Der fehlende barrierefreie Zugang zum Rathaus ist da nur ein Beispiel.

Wie stehen Sie zur Nordumfahrung? Wie zur Verlängerung des Brunsbütteler Damms?

Müller: Um diese Fragen beantworten zu können, wird derzeit eine Fortschreibung des Verkehrsentwicklungsplanes durchgeführt. Dabei wird auch untersucht welche Wirkungen diese beiden Projekte haben und ob es Alternativen gibt. Durchgangsverkehr und insbesondere der durchfahrende LKW-Verkehr gehören nicht in die Stadt. Deswegen wäre die Nordumfahrung für Nauener Straße, Falkenhagener Straße, Spandauer Straße, Schönwalder Straße und einige Straßen in Falkenhöh eine deutliche Entlastung. Die Nordumfahrung hat aber auch Nachteile. Die letztendliche Entscheidung liegt beim Land Brandenburg. Ich habe mich schon immer für die Verlängerung des Brunsbütteler Damms auf die Landesstraße L20 eingesetzt und dazu auch vor Jahren einen Umsetzungsvorschlag gemacht. Diese Straßenverbindung ist für die Region sinnvoll. Die entlastende Wirkung des Brunsbütteler Damms für die Falkenseer Straßen wird aber wohl von vielen überschätzt. Prognosen sagen aus, dass die Verlängerung des Brunsbütteler Dammes vor allem den Nennhauser Damm und die Heerstraße in Berlin entlastet.

Hat Falkensee genug Sport- und Freizeitangebote? Wie stehen Sie zum Hallenbad?

Müller: Sport- und Freizeitangebote gehören zur Kernkompetenz eines hervorragenden Wohnstandortes. Deswegen werden wir weiter in diesen Bereichen investieren. Nächstes Jahr starten wir mit der Nutzung der neuen Stadthalle. Damit wird das Freizeit-, Kultur- und Sportangebot in Falkensee reicher werden. Wir brauchen aber auch noch weitere Sportplätze und Sporthallen. Wir wollen auch weitere Sportangebote schaffen, die nicht vereinsgebunden sind. Dazu gehören Bolz-, Basketball- und Spielplätze, die auch für ältere Kinder und Jugendliche geeignet sind. Ein Hallenbad ist ein Sport-, Freizeit- und Gesundheitsangebot für alle Generationen, von ganz jung bis ganz alt. Die Unterschriftensammlung zum Einwohnerantrag Hallenbad hat das eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Deswegen gehört es ganz oben auf die Prioritätenliste.

Die demografische Entwicklung sagt auch für Falkensee mehr ältere Mitbürger voraus. Wie stellen Sie sich darauf ein?

Müller: In den letzten Jahren stand der Wettlauf zwischen dem Zuzug von Kindern und der Schaffung von Schulen und Kitas im Zentrum unserer Arbeit. Diesen Wettlauf haben wir gewonnen. Die Anzahl der Kinder und Jugendlichen soll nach den vom Land erstellten Prognosen nicht mehr steigen. Dafür sagen alle Prognosen voraus, dass die Altersgruppe 65+ in den nächsten Jahren erheblich zunehmen wird – von etwa 8.500 derzeit auf 14.000 im Jahr 2030. Damit steht der nächste Wettlauf an. Nun geht es aber nicht nur um die notwendigen altersgerechten Wohnungen und Betreuungsangebote. Aktive Senioren wollen am Leben teilhaben. Es geht also auch um Bildung, Freizeit, Sport und Kultur. Mobilität ist eine Grundvoraussetzung zur Teilhabe und zur Vermeidung von Vereinsamung. Deswegen wollen wir auch in diesem Bereich die Angebote verbessern – Stichwort Öffentlicher Nahverkehr und Fahrservice für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. Unser Lokale Bündnis für Familien ist eine gute Basis zur Begleitung der Entwicklung und zur Koordinierung aller Angebote.

Sehen Sie Defizite bei der Bürgerbeteiligung in Falkensee? Falls ja, wie können diese behoben werden?

Stichwahl am 11. Oktober

Für die Stichwahl zwischen Bürgermeister Heiko Müller (SPD) und Barbara Richstein (CDU) am Sonntag, 11. Oktober 2015 öffnen die Wahllokale in Falkensee von 8 bis 18 Uhr.

Insgesamt sind 35278 Bürgerinnen und Bürger in Falkensee für die Wahl zum neuen Stadtoberhaupt wahlberechtigt (Stand 25. September 2015). Wählen können alle, die 16 Jahre und älter sind, die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen oder Staatsangehörige eines Mitgliedstaates der Europäischen Union sind und ihren Hauptwohnsitz in Falkensee haben.

Die Briefwahlunterlagen müssen bis spätestens Sonntag, 11. Oktober 2015, 18 Uhr im Rathaus eingegangen sein. Sie können dafür gern auch die vorhandenen Briefkästen vor dem Bürgeramt (Poststraße 31) und dem Rathaus (Falkenhagener Straße 43/49) nutzen.

Müller: Wir haben ja dieses Jahr ein Projekt zur Weiterentwicklung der Bürgerbeteiligung gestartet. Mit Sicherheit können wir die Bürgerbeteiligung in Falkensee verbessern. Wir müssen uns aber auch nicht verstecken. Beispielsweise die Rechte und die Einbeziehung des Seniorenbeirates, des Jugendparlamentes und des Beirates zur Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in Falkensee sind vorbildhaft. Auch beim so oft kritisierten Anliegerstraßenbau haben wir unterdessen Standards entwickelt, die weit über das hinausgehen, was in anderen Kommunen gemacht wird. Ich wünsche mir in den nächsten Jahren mehr repräsentative Bürgerbefragungen. Leider wurden Vorschläge und Anträge dazu in der Stadtverordnetenversammlung mehrfach abgelehnt. Unser Ziel muss sein, Bürgerbeteiligung breit zu verankern. Wenn sich nur einzelne Interessengruppen beteiligen, ist meist niemanden geholfen.

Welche Frage ist Ihnen im Wahlkampf nicht gestellt worden, auf die Sie gerne geantwortet hätten?

Müller: Ob mir die Aufgabe als Bürgermeister noch Spaß macht? Die Antwort ist „Ja, nicht immer, aber meistens.“

Von Marlies Schnaibel

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