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Falkensee sucht neues Bauland

Stadtentwicklung Falkensee sucht neues Bauland

Die Suche nach geeigneten Bauflächen in der Gartenstadt Falkensee nimmt Fahrt auf. Weit mehr als 1000 neue Wohnungen sind nötig, vor allem Mietwohnungen fehlen. Die Stadt hat die 50 000-Einwohner-Grenze im Visier.

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Baustellen gehören zum Alltagsbild in Falkensee: hier in der Coburger Straße.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Falkensee. Noch ist es ein Feld. Aber hier könnten künftig mehrere hundert Falkenseer wohnen, in einem neuen Wohngebiet zwischen Spandauer Straße und dem Alten Fischerweg am See. Noch ist das Zukunftsmusik. Aber sie klingt schon in den Ohren.

Dafür sorgt die gegenwärtig geführte Debatte um den Wohnungsbau. „1000 plus x. Die sind auf jeden Fall nötig“, sagte Bürgermeister Heiko Müller (SPD). Und er rechnet eher mit deutlich mehr Wohnungen, die gebraucht werden. Das wird nur mit dem Füllen von bestehenden Baulücken nicht zu schaffen sein, dafür müssen neue Baugebiete ausgewiesen und Flächennutzungspläne geändert werden. Die Fläche an der Spandauer Straße wäre so eine Option. „Hier wollte ja in den Neunzigerjahren bereits Herlitz bauen, aber die Pläne versandeten dann“, erinnert Müller an die Entwicklung vor zwei Jahrzehnten. Inzwischen sei der Druck auf den Wohnungsmarkt groß. „Es geht nicht nur um Zuzügler, sondern auch um viele Falkenseer, die hier eine geeignete Wohnung finden wollen“, sagt er und denkt dabei etwa an junge Leute, die einen eigenen Hausstand gründen wollen. „Mietwohnungen fehlen in Falkensee.“

Mix aus freiem und gefördertem Wohnungsbau

Die Stadtverwaltung hat eine Liste erarbeitet, in der sie ausgewiesene Wohnbauflächen, gemischte Bauflächen und potenzielle Bauflächen erfasste. Das reicht von einer Minifläche am Seegefelder Anger bis zur 37 Hektar großen Flächen an der Spandauer Straße. „Dabei geht es uns um einen Mix“, sagte Müller, Mix im Baustil zwischen Einfamilienhäusern und Mehrgeschossern, Mix aber auch bei gefördertem und frei finanziertem Wohnungsbau. Er rechnet damit, dass Falkensee auf eine 50000-Einwohner-Zahl zusteuert.

„Bei der politischen Diskussion der künftigen Siedlungsflächen und Wohnungsbauentwicklung Baulandentwicklung ist auch die Formulierung eines Leitbildes für die Entwicklung der Stadt Falkensee hilfreich“, meint Amid Jabbour von der FDP-Fraktion. Entscheidend ist, dass diese Leitbilddiskussion in naher Zukunft konkrete Leitbildaussagen zu zentralen Fragen der Stadtentwicklung liefert. Diese zentralen Leitbildaussagen müssen nach seiner Auffassung im nächsten Schritt ihren Niederschlag in einem aktualisierten Flächennutzungsplan finden.

Konsens über Zukunftsbild Falkensees entwickeln

„Nicht aktionistisch neue Baugebiete auszuweisen, sondern erst einmal im Rahmen des Leitbildprozesses einen Konsens über ein Zukunftsbild Falkensees entwickeln“, benennt Hans-Peter Pohl (CDU), Vorsitzender des Stadtentwicklungsausschusses, die Position seiner Partei. Anstatt immer neue mögliche Baugebiete in die Diskussion zu werfen, sollten vorhandene Potenziale genutzt werden. „Aus den vielen Gesprächen, die ich bisher dazu in Vorbereitung auf diesen Prozess führen konnte, entnehme ich, wie wichtig den Bürgern das Naturgrün und der Gartenstadtcharakter von Falkensee ist“, sagte er. Falkensee solle nicht städtebaulich als Fortsetzung Berlins, sondern als Stadt mit eigenem Charakter, etwa als Tor zum Havelland, wahrgenommen werden.

„Aus der Gartenstadt darf keine Betonwüste werden“, setzt auch Norbert Kunz (Die Linke) auf das Grün der Stadt. Aber angesichts des Wohnungsbedarfs sagt er anders als die CDU: „Wir können mit dem Wohnungsbau nicht bis zum Abschluss des Leitbild-Prozesses warten. Denn dann würden wir gut und gern anderthalb Jahre verlieren.“ Bebaubare Flächen seien kein Gut, das in beliebiger Menge vervielfältigt werden könnte. Außerdem gäbe es soziale und stadtökologische Belastbarkeitsgrenzen. „Wo diese Grenzen liegen, kann im Moment aber niemand seriös sagen“, sagte er. „Erreicht sind sie jedenfalls noch nicht.“ Die Stadt dürfe sich aber nicht allein auf den Markt verlassen. Denn das würde unweigerlich zu Bodenspekulation, Preistreiberei und am Ende zu sozialer Verdrängung führen, meinte der Linken-Politiker. Die Fraktion der Linken hatte im Dezember vorgeschlagen, interessierten privaten Investoren abzuverlangen, mindestens 25 Prozent der neu zu schaffenden Wohnungen sozial verträglich zu vermieten.

„Auch das wird mit Investoren diskutiert“, bestätigte Bürgermeister Heiko Müller. Auch über Wohnfolgekosten, wie den Bau von Kitas und Straßen, wird diskutiert. „Viele Investoren schauen sich in Falkensee um, wir sprechen mit vielen. Es bewegt sich viel“, blickt Müller in die Bau-Zukunft.

Von Marlies Schnaibel

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