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Falkensee wird die Fabers „nie vergessen“

Trauerfeier für Terroropfer Falkensee wird die Fabers „nie vergessen“

Bei einem Terroranschlag am 12. Januar in Istanbul kamen Marianne und Rüdiger Faber aus Falkensee (Havelland) ums Leben. Jetzt nahmen Familie, Freunde, Nachbarn und Mitglieder des TSV Falkensee bei einer bewegenden Trauerfeier Abschied. Das Paar war über 45 Jahre verheiratet.

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Jubel, Trubel, Heiterkeit

Trauerfeier im Falkenseer Rathaussaal.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Falkensee. „Es gibt Tage im Leben, die würde man am liebsten vergessen. Den 12. Januar 2016 werden wir niemals vergessen, weil wir die beiden Falkenseer nie vergessen werden.“ Bürgermeister Heiko Müller fand einfühlsame und aufmunternde Worte in seiner Trauerrede am Freitagnachmittag für Marianne (71) und Rüdiger Faber (73). Das Ehepaar aus der Gartenstadt war bei einem Selbstmordattentat eines Mitglieds der Terrormiliz Islamischer Staat am 12. Januar in Istanbul ums Leben gekommen. Mit ihnen starben weitere neun Menschen.

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Falkensee, 5. Februar 2015: Bei einer bewegenden Trauerfeier im Rathaus Falkensee (Havelland) nehmen rund 200 Menschen vom Ehepaar Faber Abschied, das Opfer des Terroranschlags von Istanbul geworden war.

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Lebensbejahend und unternehmungslustig

Weiße Blumen umrahmten das große Foto mit den beiden Senioren, das im Rathaussaal aufgestellt war. Auf dem Urlaubsfoto nimmt Rüdiger Faber seine Marianne in den Arm, so wie er es in mehr als 45 Ehejahren sehr oft getan hatte. Die beiden bereisten die Welt, waren immer lebensbejahend, unternehmungslustig aber auch zurückhaltend, stellten ihre Wünsche sehr oft hinten an, wie es Trauerredner Klaus Fuhrmann ausdrückte. „Und plötzlich sind sie nicht mehr da.“ Diesen Schmerz der Angehörigen könne man kaum nachempfinden.

„Ihre Pilzpfanne war schon legendär“

Marianne und Rüdiger Faber hinterlassen Spuren in Falkensee – tiefe Spuren. „Sie werden ganz Falkensee fehlen“, sagte Bürgermeister Heiko Müller. Vor allem ihr Engagement beim mit 2800 Mitgliedern größten Verein der Stadt, dem Turn- und Sportverein Falkensee (TSV), wird man die beiden in ewiger Erinnerung behalten. Die vielen Stunden, in denen sie am Rande der Wettkämpfe für das leibliche Wohl der Sportler sorgten, seien nicht zu zählen, so Fuhrmann. „Ihre Pilzpfanne war schon legendär.“

Kennen- und lieben gelernt hatten sich Marianne und Rüdiger Faber dank ihres Berufes: Sie lernte Fleischerfachverkäuferin, er wurde Fleischer und kam irgendwann in das Geschäft, in dem Marianne arbeitete. Am 8. Juli 1970 gaben sie sich das Ja-Wort. Zwei Söhne wurden geboren – Andreas und Stefan.

Kondolenzbücher und Fahnen auf Halbmast

Viele Freunde, Nachbarn und Mitglieder des TSV hatten sich schon vor Beginn der Trauerfeier in eines der beiden Kondolenzbücher, die vor dem Rathaussaal ausgelegt waren, eingetragen. Zeitweise bildete sich eine Schlange mit Wartenden. Draußen vor dem Rathaus wehten die Fahnen auf Halbmast. Die Stadt Falkensee hatte der Familie den Rathaussaal unbürokratisch zur Verfügung gestellt, wohl wissend, dass die Plätze nicht ausreichen könnten.

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Eine Bekannte erinnert sich

Auch auf der zusätzlich geöffneten Empore waren alle Stühle schnell besetzt. Zu den Gästen gehörte auch Regina Bigalke, eine langjährige Bekannte von Marianne Faber. „Ich erinnere mich noch, wie ich bei Marianne oft Fleisch und Wurst kaufen war und ich manchmal unter der Hand ein Filetstück abbekommen habe“, erzählte die Frau des früheren Falkenseer Bürgermeisters Jürgen Bigalke. „Der Tod der Fabers ist für mich auch ein persönlicher Verlust“, so Regina Bigalke.

Enkelin ist stolz auf ihre Großeltern

Das eine oder andere Taschentuch wurde hervor geholt, als Lysann Lindemann, Enkelin von Marianne und Rüdiger Faber, ans Rednerpult trat. Schluchzend und mit Tränen in den Augen erzählte die junge Frau die Geschichte vom Zug des Lebens, die ihre Oma ihr noch Ende Dezember vorgetragen hatte. „Der Zug rollt, aber an einer Haltestelle werden wir aussteigen. Nur wissen wir nie, wann und wo wir aussteigen müssen“, berichtete Lysann Lindemann. Sie sei stolz, solche Großeltern gehabt zu haben.

In den kommenden Tagen werden Marianne und Rüdiger Faber auf dem Falkenseer Friedhof beigesetzt.

Von Jens Wegener

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