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Falkensee Ein Ort für Kultur und Begegnung
Lokales Havelland Falkensee Ein Ort für Kultur und Begegnung
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15:05 08.10.2018
Das Becher-Kulturhaus von Falkensee. Quelle: Foto: Marlies Schnaibel
Falkensee

Erna Offeney hatte einen schwarzen Pudel und war selbst bekannt wie ein bunter Hund. Im Falkenseer KulturhausJohannes R. Becher“ hängt ein Porträt von ihr, es zeigt sie in ihren letzten Lebensjahren. Das runde, gemütlich wirkende Gesicht mag darüber hinwegtäuschen, was Erna Offeney war: eine bis ins hohe Lebensalter schillernde Persönlichkeit. Sie war in jungen Jahren Tänzerin, Schauspielerin, Sängerin, Schnellmalerin, Klaviervirtuosin, Schattensilhouettistin, Meisterschützin. Und sie war so etwas wie Kulturbotschafterin von Falkensee. Als sie 1977 kinderlos starb, vermachte sie ihr Haus der Stadt Falkensee als Grundlage für das KulturhausJohannes R. Becher“. Dessen 40-jähriges Bestehen wurde am Sonntagnachmittag mit einer Feierstunde begangen.

Bürgermeister Heiko Müller gratuliert Ingrid Kaufmann, die Vorsitzende des Fördervereins des Kulturhauses. Quelle: Marlies Schnaibel

Bürgermeister Heiko Müller (SPD) erinnerte nicht nur an Erna Offeney, sondern auch an die Entscheidung der Kommune, das Haus nach der Wende als Ort für Begegnung und Kultur zu erhalten. Mit Helga Werder, Brigitte Kerl, Barbara Thiel und Dietrich Groß erzählten Falkenseer aus der Geschichte des Hauses, das sie wesentlich mitgestaltet und auch über die Wendewirren gebracht hatten. Eben auch, als Kulturbund und Volkssolidarität sich aus dem Haus zurückzogen.

Blumen vom Kulturhausleiter Benny Stein für die Akteure der Feierstunde. Quelle: Marlies Schnaibel

Aber schon vor den Kulturhaus-Zeiten hatte das Haus ein kulturvolles Dasein geführt. Erna Offeney gehörte zu denen, die gleich nach dem Krieg das „Neue Theater Falkensee“ und den Kulturbund aus der Taufe hoben und die ihr Wohnhaus zum Salon von Falkensee machten. Bekannte Leute waren hier zu Gast: die Operndiva Sylvia Geszty, die Schauspieler Grethe Weiser und Edwin Marian, Tierpark-Direktor Professor Heinrich Dathe, Talentsucher Heinz Quermann und der Kulturminister Johannes R. Becher.

Berühmte Gäste

Das Haus am Havelländer Weg hat viele Künstler gesehen: Gisela Steineckert las Gedichte, Franziska Troegner stellte ihre Biografie vor, die Klassikkonzerte am Sonntag waren legendär. Neben den Profis ist das Haus auch eines für die Laienkünstler: Hier probt das Kleine Theater Falkensee, hier treffen sich Chöre, hier finden Tanzkreise zusammen, der Handarbeitszirkel lädt ein.

Treffpunkt vieler Gruppen

Daneben ist das Haus ein Treffpunkt für andere Gruppen und Vereine geworden: die Arbeiterwohlfahrt, Diabetiker-Selbsthilfegruppe, Frauenbrücke Ost-West, Hospizgruppe, Nabu-Regionalverband, Senioren-Computerclub, Sozialverband. Vor allem ältere Besucher werden hier angesprochen, das Programm zielt in ihre Richtung, reicht von Seniorenfahrten bis zu Gesundheitsvorträgen.

Nächste Termine

Ein Winzerfest für Senioren wird am 10. Oktober gefeiert. Beginn 16 Uhr.

Das Info-Café widmet sich am 17. Oktober der Patientenverfügung.

Ein Philatelie-Großtausch ist für den 21. Oktober ab 10 Uhr angekündigt.

Zum Festival der Generationen werden am 24., 26. und 28. Oktober Filme gezeigt. es laufen „Vergiss mein nicht“, „Silent Heart“ und „Wir sind die Neuen“.

Vor 15 Jahren war das Kulturhaus in die Mühlen des Wahlkampfes geraten. Die CDU machte mobil gegen den Namensträger Johannes R. Becher und wollte eine Benennung nach Erna Offeney.

Erinnerung an Erna Offeney. Quelle: Marlies Schnaibel

Mit Blick auf die lange Kulturbundtradition setzten sich schließlich die Becher-Freunde durch, man fand aber einen Kompromiss: Am KulturhausJohannes R. Becher“ erinnert eine Tafel an die legendäre Frau, ohne die es dieses Haus so nicht gegeben hätte.

Von Marlies Schnaibel

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