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Falkensee „Alle Schüler können singen“
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09:21 24.05.2018
Annett Kurth gibt ihre Leidenschaft für die Musik auch an ihre Schüler an der Geschwister-Scholl-Schule weiter. Quelle: Tanja M. Marotzke
Falkensee

Um andere Kinder kümmerte sich Annett Kurth schon, da war sie selbst noch ein Kind. „Schon in der Schule machte es mir Spaß, die Lehrer zu unterstützen, das hat mich natürlich auch in meinem eigenen Berufswunsch bestärkt“, erzählt die 46-Jährige. Seit fast 20 Jahren arbeitet sie nun selbst als Lehrerin an der Geschwister-Scholl-Schule in Falkensee. Dort betreut sie nicht nur eine eigene Klasse, sondern leitet auch den Schulchor, mit derzeit 80 Schülern. Für ihr Engagement wurde sie nun für den Brandenburgischen Lehrerpreis nominiert, der Donnerstagabend in Potsdam verliehen wird.

Annett Kurth sieht sich nur als Stellvertreterin

„Ich fühle mich sehr geehrt, möchte aber betonen, dass ich den Preis eigentlich stellvertretend für die vielen engagierten Lehrer entgegen nehmen würde, die es nicht nur an unserer Schule, sondern in ganz Brandenburg gibt“, so Kurth. Viel mehr als über die Nominierung an sich, freue sie sich aber darüber, dass sie von den Eltern ihrer Schüler vorgeschlagen wurde. Diese schätzen vor allem ihr musiklaisches Engagement. Einmal in der Woche kümmert sich Annett Kurth um ihre 80 Chorsänger. In je zwei Stunden betreut sie eine Hälfte der Schüler, anders sei es logistisch nicht zu organisieren. Außerordentlich viel Durchsetzungskraft, um die Schüler in Schach zu halten, brauche sie allerdings nicht. „Dadurch, dass alle Schüler freiwillig am Chor teilnehmen, haben sie auch große Lust zu singen und neue Dinge zu lernen“, so Kurth.

Seit einiger Zeit verbindet den Chor eine Zusammenarbeit mit dem Vicco-von-Bülow-Gymnasium. Gemeinsam singen die älteren Schüler dann mit den Grundschülern anspruchsvolle Stücke. „Wenn die Schüler ein solches Stück gelernt haben, sieht man sie schon mal singend durch die Schulflure laufen, weil sie darauf so stolz sind“, erzählt Annett Kurth.

Mit ihrem Schulchor tritt sie regelmäßig bei Wettbewerben auf

Regelmäßig nimmt der Chor unter ihrer Leitung auch an Wettbewerben teil. So zum Beispiel an der Landesbegegnung „Schulen musizieren“ und am zweiten Teil des Landes-Chorwettbewerbs „Catarale“. Bei diesem Veranstaltungen gehe es weniger um den konkreten Leistungsvergleich, als vielmehr um das gemeinsame Singen. „In der Gruppe trauen sich auch die Schüchternen häufig viel selbstbewusster zu singen“, erklärt Annett Kurth.

Auch die Lehrerin fand schon früh zur Musik. „Ich habe mit Blockflöte angefangen und ab der neunten Klasse auch Gitarre gelernt“, erzählt sie. Dass sie ihren Berufswunsch mit ihrer Leidenschaft für Musik verbinden könnte, darüber ist sie noch heute glücklich.

Jeder Mensch kann singen

Einer der schönsten Momente sei immer wieder der, wenn ein Schüler merkt, dass er doch singen kann. „Ich habe eine Schülerin, die sagte sie kann nicht singen. Jetzt wird sie bald in ihrer Freizeit Gesangsunterricht nehmen, weil sie hier gemerkt, hat, dass sie sehrwohl eine Stimme hat“, so Kurth. Denn jeder werde mit einer Gesangsstimme geboren, viele Menschen würden sich nur nicht trauen, diese auch zu benutzen, ist sie überzeugt.

Ihre musikalische Ader hat sie auch an ihre Familie weitergeben. Ihr Sohn spielt Gitarre und Klavier, ihre Tochter Klavier. „Manchmal machen wir auch Hausmusik, dann bekommt mein Mann die Triangel in die Hand“, erzählt sie. Die 46-Jährige stammt ursprünglich aus Bad Saarow, zog 1998 nach Falkensee. „Wir haben hier ein Haus gebaut, und ich habe meine erste Stelle als Lehrerin bekommen“, erinnert sie sich.

Neben den vielen Erfolgserlebnissen und schönen Momenten, die Annett Kurth als Lehrerin erleben darf, würde sie auf eines gerne verzichten. „Wenn ich eine Klasse abgebe oder Schüler den Chor verlassen, ist das für mich immer sehr schwer“, erzählt sie. Als Grundschullehrer habe sie zu den Schülern noch einmal ein innigeres Verhältnis, als Lehrer auf einer weiterführenden Schule. „Für die kleinen Schüler ist man natürlich noch viel mehr Ansprechpartner, das verbindet“, sagt sie.

Der Preis wird heute von Ministerpräsident Dietmar Woidke und Bildungsministerin Britta Ernst in Potsdam an insgesamt 18 Lehrkräfte oder Lehrkräfte-Teams verliehen. Die landesweit für den Preis nominierten 45 Pädagogen sowie neun Teams unterrichten an 17 Grund-, sechs Förder-, zwölf Ober- und zwei Gesamtschulen, an 14 Gymnasien sowie drei Oberstufenzentren. Aus dem Landkreis Havelland sind neben Annett Kurth auch Rafal Czaplicki von der Heinz-Sielmann-Oberschul Elstal und Michaela Ruppin von der Förderschule „Spektrum“ in Rathenow dabei.

Von Danilo Hafer

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