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Falkensee Aus seinem Büro lenkt Marek Kaminski sieben Lkw
Lokales Havelland Falkensee Aus seinem Büro lenkt Marek Kaminski sieben Lkw
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17:00 15.06.2018
Marek Kaminski vor seinem Haus in Falkensee. Quelle: Ralf Stork
Falkensee

Ein bisschen was hat das auch mit unserer globalisierten Welt zu tun: Marek Kaminski arbeitet die ganze Zeit über von zu Hause aus. Und durch seine Arbeit bewegt er acht Lkw-Fahrer und große Mengen an Baumaterial oder Lebensmitteln rund um Berlin, Wustermark und Koblenz. Der 50-Jährige hat sich vor gut einem Jahr als Fuhrunternehmer selbstständig gemacht.

Als Wagenpfleger fing er bei einer Autovermietung an

Wie der Name bereits ahnen lässt, stammt Kaminski aus Polen. Er ist in der Nähe von Posen aufgewachsen und kam Anfang der 1990er Jahre nach Berlin. In Polen hatte er schon einen Großhandel für Bier geleitet und als technischer Zeichner Kioske geplant. In Deutschland war es zunächst nicht leicht für ihn, Arbeit zu finden. Seine Ausbildung als Landmaschinenmechaniker war hier jedenfalls nichts wert. Schließlich fing er bei einer Autovermietung an, als Wagenpfleger. Weil die Arbeit ihn unterforderte, stieg er kurze Zeit später zum Assistenten des Filialleiters auf. Im Jahr 2000 konnte er die Filiale dann übernehmen und 2005 eine andere, etwas größere.

Eine schöne Aufstiegsgeschichte

Das klingt nach einer schönen Aufstiegsgeschichte und ist es ja auch. Trotzdem merkte Kaminski irgendwann, dass er sich beruflich noch einmal verändern wollte: „Die Arbeit war gut, aber am Ende blieb zu wenig Zeit für die Familie“, sagt er. Als Filialleiter musste er regelmäßig zehn oder zwölf Stunden im Büro bleiben und auch am Wochenende ran.

Nachdem er Ende 2015 für seinen frisch geborenen Sohn vier Monate in Elternzeit gegangen war, wurden die Pläne konkreter. Schließlich kündigte er und bereitete sich mit Unterstützung des Lokalen Lotsendienstes im Havelland auf die berufliche Selbstständigkeit vor. Der Branche blieb er treu: „Seit gut einem Jahr bin ich nun selbstständiger Fuhrunternehmer“, sagt er. Und, hat er jetzt mehr Freizeit? Er lacht. „Das kann ich leider nicht sagen, aber immerhin kann ich mir die Zeit jetzt flexibler einteilen und von zu Hause aus arbeiten.“

Seit einem Jahr ist er selbstständiger Fuhrunternehmer

So kann er morgens seinen Sohn in die Kita bringen und nachmittags wieder abholen – und danach noch weiter arbeiten. Aus seinem Büro im ersten Stock des Wohnhauses koordiniert Kaminski sieben große Lkw, die Fuhren für Speditionen in Berlin, Wustermark, Hannover und Koblenz übernehmen. Von Wustermark aus werden Lebensmittel aus dem GVZ zu den Supermärkten gefahren. In Berlin sind es Baumaterialen und bei Koblenz Toilettenpapier und andere leichte Ware.

Wenn mal ein Reifen platzt, fehlen ihm 1000 Euro

Kaminski hat die Lkw gemietet, organisiert und bezahlt die Fahrer, und hat die Kontakte zu den Speditionen, die die Aufträge vergeben. Wenn alles gut läuft, bleibt am Ende des Monats auch ein bisschen Geld für ihn übrig. Sicher ist das nicht. Die rund 70 000 Euro, die er jeden Monat für Fahrzeuge und Fahrer ausgeben muss, müssen erst einmal wieder reingefahren werden.

Und wenn auf einer Fahrt mal ein Reifen platzt, hat Kaminski am Ende des Monats eben 1000 Euro weniger in der Kasse. „Es gibt schon ein paar unkalkulierbare Risiken: Autopannen, ein plötzlicher Wintereinbruch oder ein Fahrer, der ausfällt“, sagt Kaminski. Wann immer ein Lkw außerplanmäßig steht, reißt das ein Loch in sein Budget – Miete und Gehalt müssen ja trotzdem weitergezahlt werden.

Als Selbstständiger ist es fast ausgeschlossen, einen Kredit zu kriegen

In ein paar Jahren möchte Kaminski nach Möglichkeit die eine Hälfte seiner Fahrzeuge kaufen und die andere Hälfte leasen. „Unterm Strich ist das deutlich günstiger, als zu mieten“, sagt er. Er hätte auch gerne von Anfang an ein paar Fahrzeuge geleast. Aber als frisch gebackener Selbstständiger ist es nahezu ausgeschlossen, einen Kredit zu bekommen. So muss Kaminski das benötigte Kapital für seine Pläne eben selbst auf die harte Tour erarbeiten.

Kaminski hat einen Hang dazu, auch die unberechenbaren Faktoren für sein Geschäft so berechenbar wie möglich zu machen. Er beschäftigt sich mit der Entwicklung der Spritpreise und der Mautgebühren ebenso wie mit den Entscheidungen der EU zum Mindestlohn. Er überlegt, wo er noch ein paar Cent einsparen kann, und rechnet jeden Monat akribisch nach, wo er mit seinem Unternehmen gerade steht. „Meine Frau sagt manchmal, dass ich in vielen Dingen deutscher bin als die meisten Deutschen“, sagt er und lacht. In der schwierigen Branche der Fuhrunternehmen dürfte so ein Hang zur Akribie eher von Vorteil sein.

Von Ralf Stork

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