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Falkensee Lebenslange Briefmarkenliebe
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16:29 22.10.2018
Beim Briefmarkentausch in Falkensee kommen auch Marken aus Namibia auf den Tisch. Quelle: Vivien Tharun
Falkensee

Sie kommen von überall auf der Welt und treffen sich in Falkensee: Briefmarken. Beim Treffen des Briefmarkensammelvereins am Sonntag im Kulturhaus „Johannes R. Becher“ bringen die Philatelisten unter anderem Postwertzeichen aus Israel, Namibia und Belgien mit.

Blick nach Berlin

Ein Hauch von Melancholie liegt dabei in der Luft, denn der Verein muss sich aus Mitgliedermangel umstrukturieren: „Wir werden der erste Verein aus Brandenburg sein, der sich Berlin anschließt“, sagt der Vorsitzende Wolfgang Klöpfer.

Sammelt seit Jahrzehnten: Wolfgang Klöpfer. Quelle: Vivien Tharun

Als Sammelclub würde Falkensee bestehen bleiben, doch der Vereinsanschluss an Berlin sei nötig: „Wir haben hier im Ort nur noch zwölf Mitglieder“, sagt Wolfgang Klöpfer. Der jüngste Sammler sei 59, der älteste 82 Jahre alt.

Gefälschte Markentypen

Anderen Briefmarkensammelvereinen ginge es da genauso. Der aus Potsdam habe sich aufgelöst. „Und diesen Verein gab es 130 Jahre lang. Es ist schade“, sagt Klöpfer. Er selbst habe als Schüler mit dem Sammeln begonnen. Vor 60 Jahren war das. Eine Weile sammelte er jede Briefmarke, die er bekommen konnte. Mittlerweile seien es hauptsächlich Marken der DDR. Westdeutsche Postwertzeichen seien ihm mit der Zeit zu anstrengend geworden: „Es gibt so viele und in den Fachzeitschriften wurden schon 68 gefälschte Markentypen aus Westdeutschland gemeldet.“ Es sei ihm zu heikel, Fälschung und Original auseinanderhalten zu wollen.

Kostenintensives Hobby

Neben der Tatsache, dass heute immer mehr Menschen über das Smartphone anstatt über Briefe kommunizieren, würden potenzielle Sammler die Kosten abschrecken, sagt Briefmarkenfreund Udo Huth: „Eine gute Marke zu kaufen, kostet zwischen drei und sieben Euro. Welcher Schüler kann sich das leisten?“

Hinzu kämen dann noch die Kosten der Ausrüstung. Sammelalben, die entsprechende Pinzette mit ihren verbreiterten Enden und die Kataloge, mit denen es überhaupt erst möglich wird, Marken einzuschätzen. „Ein einziger Katalog kostet schon 48 Euro“, sagt Huth. Und der alleine bildet noch nicht alle Marken ab, sondern beispielsweise nur Deutschland.

Neue Gesichter

Neue Gesichter bei den Sammlertreffen im Kulturhaus gebe es hauptsächlich bei Erbschaften: „Dann kommen Menschen her, die Briefmarken aus einem Nachlass haben und wissen möchten, was diese wert sind“, sagt Klöpfer. Eine Frage, die sich selten schnell beantworten ließe. Ebenso selten sei es, dass sich jemand aufgrund einer Erbschaft dem Verein anschließe.

Dabei gebe es so viele interessante Marken und jeder Sammler habe seine Gebiete. Da wären zum Beispiel Markenbögen aus einzelnen Postwertzeichen. Sind alle Marken dieser Bögen gesammelt, ergibt sich ein gesamtes Motiv. Ähnlich einem Puzzle. Englische Briefmarken zeigen immer den Kopf des regierenden Monarchen.

Seit 66 Jahren ist das Königin Elisabeth II. Marken aus Namibia spiegeln die Natur wider. Darunter Straußenvögel und Mineralien. Philatelist Udo Huth hat Marken aus dem Land zum Treffen mitgebracht. Teilweise hat er sie von seiner Reise dorthin, teilweise aus Korrespondenzen mit dortigen Sammlern. „Heute ist es leicht, Briefmarken zu sammeln“, sagt Huth.

Tausch zu DDR-Zeiten

Er erinnert sich an die Schwierigkeiten, die er zu DDR-Zeiten hatte. Damals habe er mit einem Sammler aus Schweden getauscht. Damit das legale Wege ging, musste jede Korrespondenz über den Kulturbund abgewickelt werden, der die Preise anhand festgelegter Handelslisten ansetzte. „Direkter Tausch wäre als Schwarzhandel gewertet worden“, sagt Huth. Und obwohl es solche Hürden nicht mehr gibt, fehlt der Nachwuchs im Verein.

Die erste Briefmarke der Welt

Am 1. Mai 1840 gab das Vereinigte Königreich die erste Briefmarke der Welt heraus, die „One Penny Black“ (deutsch: Ein Penny Schwarz). Sie zeigte das Profil der Königin Victoria in weiß auf schwarzem Hintergrund. Der Rand war nicht perforiert wie heute üblich, sondern glatt geschnitten.

Durch die Einführung der Marke war es erstmals möglich, den Absender eines Briefes nachweislich für den Versand bezahlen zu lassen. Zuvor hatte der Empfänger eine Gebühr entrichtet. War der Ursprungswert nur einen Penny, so erzielt die Marke heute Verkaufswerte von 90 Euro bis hin zu fünfstelligen Beträgen für komplette Markenblöcke. (vit)

Und dann gibt es beim Briefmarkensammlertreffen einen kleinen Hoffnungsschimmer: Ein Vater betritt mit seinem kleinen Sohn das Kulturhaus. Das Kind möchte seine erste Briefmarkensammlung starten. Vielleicht gibt es noch eine Chance, junge Menschen wieder für die kleinen Wertzeichen zu begeistern.

Von Vivien Tharun

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