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Falkensee Gespräch über Wege zur Kunst
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00:24 27.08.2018
Renée Dressler und Ursula Nonnemacher Quelle: Vivien Tharun
Falkensee

  Ihr Vater wollte nie, dass seine Tochter Renée Künstlerin wird. Den Lebensunterhalt sichern und für sich selbst werben wäre einfach ein zu hartes Brot, meinte er. Heute ist Renée Dressler ganz froh, sich nicht an diese Empfehlung gehalten zu haben. Zusammen mit ihrem Mann Guido von Martens leitet sie den Märkischen Künstlerhof in Brieselang.

Frauen in der Kunst

Die Fraktionsvorsitzende des Bündnis 90/die Grünen in der Stadtverordnetenversammlung, Ursula Nonnenmacher, hatte die Künstlerin als Gesprächspartnerin für den 53. Falkenseer Frauenstammtisch gewinnen können. Etwas mehr als ein Dutzend Frauen sind dabei, als Renée Dressler über ihren bewegten Werdegang spricht: „Ich bezeichne mich selbst immer als Spreewaldgurke, weil ich aus dem Spreewald-Teil der Lausitz komme“, sagt die 55-Jährige.

Töpferlehre in Potsdam

Sie bewarb sich Auf eine Töpferlehre in Potsdam und wurde die erste Schülerin von Liselotte Wolf. „Als Töpfer hat man zu DDR-Zeiten gut verdient“, sagt die Künstlerin. Etwas verwundert habe es sie, als sie zu Beginn der Lehre erst einmal Kühe melken lernen sollte. „Die Meisterin sagte, nur so würde man das richtige Gefühl für die Henkelfertigung an Gefäßen bekommen.“ Und es half: Henkel machen - das könne sie noch heute sehr gut, sagt Dressler. Nach der Lehre eröffnete die Töpfergesellin ihre erste Werkstatt in Cottbus. Ihr Vater half, Drehscheibe und Brennofen zu besorgen: „Das war damals gar nicht so leicht, aber es klappte.“

Im Visier der Polizei

Die Werkstatt war beim Haus der Eltern und alles schien vorerst gut zu laufen. Doch dann zogen die Eltern weg: „Aus gesundheitlichen Gründen durften sie nach Westdeutschland übersiedeln“, sagt Dressler. Die drei Geschwister zogen gleich mit. Die junge Töpferin blieb. „Ich wollte nicht weg. Ich fühlte mich wohl und hatte alles. Haus, Werkstatt und Einkommen. Was sollte ich da im Westen?“. Das sahen die Behörden anders: So fand sich bald ein Brief in der Post, der besagte die junge Töpferin habe sich am Folgetag auf dem Bahnhof zur Ausreise einzufinden. „Ich brauchte mich nicht fragen, was passiert, wenn ich da nicht auftauche. Die Polizei kam persönlich und holte mich ab.“

Sie wurde mit Handschellen in einem Zug Richtung Westen angekettet und ihr dreijähriger Sohn wurde auf ihren Schoß gesetzt. Gleich hinter der Grenze sägten westdeutsche Polizisten sie dann frei: „Das war eine echte Prozedur“, erzählt sie.

Studium der Malerei

Weil sie ihren Eltern und Geschwistern nicht auf der Tasche liegen wollte, orientierte sich die Töpfergesellin aus dem Aufnahmelager Unna-Massen heraus neu: Sie lernte dort einen Schauspieler kennen, der direkt ein Engagement in Würzburg erhielt. Sie zogen gemeinsam nach Würzburg, mieteten einen Hof und sie machte dort ihren Töpfermeister. Obwohl sie reichlich zu tun hatte, begann sie ein Studium der Malerei und Grafik in Düsseldorf und wechselte dann nach Amsterdam. Es war eine Kommilitonin aus Amsterdam, die Dressler dahin brachte, wo sie nun ist: „Die Kommilitonin schlug mir vor, die Ausstellung eines Töpfers in Nauen zu besuchen.“ Der Töpfer war Guido von Martens. Auf der Party nach der Vernissage lernten sich die beiden näher kennen: „Ich bestellte mir einen Wodka und er fragte gleich, ob ich denn auch Töpfer sei“, sagt sie. Töpfer würden vor dem Brennofen immer einen Wodka trinken.

Ideen für den Künstlerhof

Jetzt leiten die beiden den Märkischen Künstlerhof in Brieselang. Seit 22 Jahren gibt es dort auch den Kunstverein, dessen Vorsitzende Renée Dressler ebenfalls ist. „Das Töpfern habe ich aber seit einigen Jahren Guido alleine überlassen“, sagt die Künstlerin. Seit einiger Zeit malt sie hauptsächlich Aquarelle: „Davon kann ich jetzt auch leben“, erzählt sie.

Von Vivien Tharun

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