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Falkensee Das Fundbüro bleibt auf vielen Stücken sitzen
Lokales Havelland Falkensee Das Fundbüro bleibt auf vielen Stücken sitzen
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18:39 10.09.2018
Viele Schlüsselbunde landen jedes Jahr im Fundbüro der Stadt Falkensee Quelle: Ralf Stork
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Falkensee

Monika Schulz arbeitet bei der Stadt Falkensee in der Abteilung Hoffnung. Die Mitarbeiterin des Ordnungsamtes ist für die Fundsachen zuständig. „Es ist immer wieder schön zu sehen, wie die Leute sich freuen, wenn sie bei uns etwas Verlorenes wiederfinden“, sagt Schulz. Wenn es nach ihr ginge, sollten noch viel mehr Bürger ins Fundbüro kommen und sich über wieder Gefundenes freuen. Denn die allermeisten Fundsachen werden nie abgeholt.

Jedes Jahr werden 40 bis 50 Schlüssel abgegeben

Schlüssel zum Beispiel. Schulz öffnet einen Aktenschrank, in dessen Tür gut drei Dutzend Schlüsselbunde hängen. Wahre Kunstwerke sind darunter: Ein Bündel von bestimmt zehn Schlüsselanhängern, die aneinander hängen und die zusammen gerade mal vier Schlüssel halten. Dafür gehören noch ein kleines Stofftier, ein rotes Plastikherz und eine kleine Taschenlampe.

Insgesamt ist das Bündel so groß und so schwer, dass man für den Transport eigentlich eine eigene Schlüsseltasche bräuchte. Kaum vorstellbar, dass der Verlust eines solchen Ungetüms lange unbemerkt bleiben kann. Vielleicht war der Verlierer oder die Verliererin insgeheim ja sogar froh, als das Schlüsselmonstrum weg war und freute sich über den Neuanfang, mit einem ganz schlichten, ganz kleinen, bescheidenen Schlüsselbund. Man weiß es nicht. Jedenfalls fragt man sich, warum so viele Schlüssel unbefragt im Fundbüro verbleiben. Nicht abgeholt und dann nach einem halben Jahr im Aktenschrank entsorgt. Von rund 40 bis 50 Schlüsselbunden im Jahr werden höchsten 10 bis 15 wieder abgeholt.

Von mehr als 100 Fahrrädern gingen nur zwei an die Besitzer zurück

Bei anderen Fundsachen ist die Quote noch schlechter. „2017 wurden 136 Fahrräder bei uns abgegeben, aber nur zwei von den Eigentümern wieder abgeholt“, sagt Monika Schulz. Wahrscheinlich liegt das daran, dass die meisten Räder eher unfreiwillig verloren gehen.

Das Fundbüro der Stadt Falkensee

Im Fundbüro der Stadt Falkensee werden jedes Jahr mehr als 200 Fundstücke aufbewahrt. Am häufigsten werden Fahrräder, Schlüsselbunde, Handys und Portmonees abgegeben.

Die Abholquote ist ziemlich gering. Sie liegt bei höchstens 20 bis 30 Prozent – häufig auch deutlich darunter.

Alle Fundsachen werden mindestens ein halbes Jahr aufbewahrt. Meldet sich in der dieser Zeit der Besitzer nicht, darf der Finder das Fundstück gegen eine Gebühr von 6 Euro behalten.

Mobiltelefone werden nach der Halbjahresfrist grundsätzlich entsorgt, weil sich auch ohne Karte noch Datenreste auf dem Gerät befinden können.

Das Fundbüro Falkensee (Poststraße 31) ist unter Tel.: 0 33 22/28 11 41 oder per Mail an ordnungsamt@falkensee.de zu erreichen.

Ein gestohlenes Fahrrad soll ja erst mal gerade nicht gefunden werden. Wenn der Dieb dann das Rad irgendwann nicht mehr braucht, wird es vielleicht irgendwo ausgesetzt und landet schließlich beim Fundbüro. Auch die Räder werden mindestens sechs Monate aufbewahrt. Meldet sich der Eigentümer nicht, werden sie danach als Sachspende an den Arbeiter-Samariter-Bund weitergegeben. Für jedes Rad gibt es dann selbstverständlich eine Quittung, aus der eindeutig hervorgeht, dass es sich bei dem Rad um kein Diebesgut, sondern um eine ordnungsgemäße Spende des Fundbüros handelt.

Bei Handys und Portemonnaies sind die Quoten am besten

Die besten Quoten beim Wiederfinden bestehen bei Portemonnaies und Handys. Von 20 bis 30 Mobiltelefonen im Jahr werden immerhin fünf bis zehn von den Eigentümern abgeholt. Auch wer seine Geldbörse verliert, meldet sich oft beim Ordnungsamt. Der Klassiker beim Verlieren: Das Portemonnaie wird nur mal kurz auf dem Autodach abgelegt und dann dort vergessen. Während der Fahrt fliegt es dann im hohen Bogen vom Dach – und weg ist es.

Ein halbes Jahr werden die Fundstücke aufbewahrt

Hin und wieder gehen auch kuriose Dinge verloren, oder die Fundgeschichte selbst ist ein bisschen kurios: „Ein Bürger hat einmal bei uns angerufen, weil seine Gelbe Tonne verschwunden war. Tatsächlich fanden Mitarbeiter des Ordnungsamtes die Tonne dann ein paar 100 Meter weiter in der gleichen Straße.

Ein anderer Bürger hat einmal ein Handy im Fundbüro Falkensee abgegeben. Eigentlich nichts Ungewöhnliches, nur dass das Telefon nicht in Falkensee, sondern in Paris gefunden worden war. Der Finder hatte versucht, das Telefon in Paris abzugeben, war aber an Sprachbarrieren gescheitert. „Wir haben dann Kontakt zur französischen Botschaft aufgenommen und dafür gesorgt, dass das Fundstück wieder zurück nach Frankreich kommt“, sagt Monika Schulz.

Glücklicher Mann bekommt Ehering zurück

Die schönste Fundsache, die in den vergangenen Jahren in Falkensee wieder an den Besitzer gebracht werden konnte, war ein ziemlich kleines, leicht zu verlierendes und unersetzbares Ding: „Bei uns wurde ein Ehering abgegeben, der auf einem Parkplatz gefunden worden war“, erzählt Schulz. Zum Glück waren Hochzeitsdatum und Name eingraviert , so dass über das Standesamt die Adresse ausfindig gemacht werden konnte. Der ringlose Ehemann hat sich sehr über den Wiederfund gefreut.

Von Ralf Stork

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