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Falkensee Hausverbot für Lehrer: Die Beteiligten schweigen
Lokales Havelland Falkensee Hausverbot für Lehrer: Die Beteiligten schweigen
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12:34 28.03.2019
Am Falkenseer Gymnasium wird über den zeitweiligen Rauswurf eines Lehrers diskutiert. Quelle: Marlies Schnaibel
Falkensee

Die Fragezeichen rund um das Geschehen am Falkenseer Bülow-Gymnasium bleiben groß. Was ist an der Schule passiert, warum bekam ein Lehrer Hausverbot, das vom Bürgermeister persönlich durchgesetzt wurde?

Genau zu diesen Gründen wollen sich fast alle Betroffenen nicht öffentlich äußern – weder die Schule, noch das staatliche Schulamt, das das Hausverbot erteilt hatte. Und auch Bürgermeister Heiko Müller sagt zu dem Fall auf MAZ-Anfrage nichts.

Weil Müller vom Schulamt dazu aufgefordert worden war, erteilte er dem Lehrer am 8. März persönlich das Hausverbot. Seine Argumentation: Das Gebäude sei Eigentum der Stadt, also habe er das Hausrecht durchzusetzen.

Hat der Bürgermeister seine Kompetenzen überschritten?

Der zwischenzeitlich hinausgeworfene Lehrer, Holger Kapp, zweifelt das an und unterstellt dem Stadtoberhaupt mindestens eine Überschreitung seiner Kompetenzen.

Der Lehrer, der Teil der Schulleitung am Bülow-Gymnasium ist, hat sich mit seinem Fall schriftlich an die Falkenseer Stadtverordneten gewandt und die Abgeordneten um Hilfe in der Angelegenheit gebeten. Welche Verfehlungen ihm seitens des Schulamtes vorgeworfen werden, schreibt Kapp in seinem Brief allerdings nicht. Auch gegenüber der MAZ sagt er dazu kein Wort.

Wie es nun heißt, habe allerdings nie ein Schriftstück existiert, dass ein Hausverbot für den Lehrer belege – was nicht gerade zur Aufklärung der Angelegenheit beiträgt. Klar ist nur: Der Lehrer, dem von vielen Seiten großes Engagement bescheinigt wird, soll noch in diesem Jahr in Pension gehen.

Wie es heißt, musste Kapp indes schon vor einigen Jahren seine Arbeit an einem Potsdamer Gymnasium aufgeben. Als offizieller Grund wurde damals ein Lehrerüberhang genannt.

Heiße Debatte in den sozialen Medien

In den Sozialen Medien wird derweil viel über die Gründe für das Hausverbot spekuliert.

Ein Lehrer mit Hausverbot: Was am Bülow-Gymnasium in Falkensee aktuell los ist, verstehen nicht einmal die Beteiligten selbst. Mittendrin: der Bürgermeister. Ein Überblick.

Gepostet von MAZ Havelland am Montag, 25. März 2019

„Jungs aus der Unterstufe angefasst?“ oder „Beim Koksen erwischt“, wird im Netz gemutmaßt. So ist es überhaupt nicht, wird hinter vorgehaltener Hand erklärt. Es geht offensichtlich um das interne Arbeitsklima in der Schule, um die Einhaltung von Diensthierarchien und ähnlichem.

Frage nach Öffentlichkeit

„Da der Lehrer ja jetzt selbst an die Öffentlichkeit gegangen ist, sollten Schulamt und Bürgermeister das auch tun“, meint indes Facebook-User Rolf Wittstock.

Andere sehen in der Aktion eine Maßnahme des Schulamtes, einen Lehrer mundtot zu machen und kritisieren das Staatliche Schulamt generell: „Wir sind mit dem Schulamt Neuruppin wegen der vielen nicht besetzten Lehrerstellen und der fehlenden Zeugnisnoten am Gymnasium nicht zufrieden“, schreibt einer.

Von Marlies Schnaibel und Philip Rißling

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