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Falkensee Debatte über Zentrum von Falkensee
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13:35 11.04.2018
Die Bahnhofstraße ist gewissermaßen Falkensees Zentrum. Quelle: Tanja M. Marotzke
Falkensee

Kommt das See-Carré oder nicht? Diese Frage schwebte über der DiskussionsveranstaltungFalkensees Mitte stärken“. Zu der hatten sich am Dienstagabend fast einhundert Bürger, Geschäftstreibende, Investoren und Lokalpolitiker in der Stadthalle eingefunden.

See-Carré wartet auf Baugenehmigung

Vom See-Carré war niemand gekommen, allerdings hatte Georg Wurm, Projektleiter des See-Carré-Entwicklers S&G Development GmbH, schriftlich Informationen zu dem Einkaufszentrum gesandt: Man warte auf die Erteilung der Baugenehmigung, die durch die Änderung der verkehrlichen Anbindung und den Schallschutz an der Leipziger Straße nötig geworden war, man sei aktiv bei der Vorvermietung, man könne noch keine Aussage zum Baustart machen.

Hans-Peter Pohl verlas die Aussagen. Er führte durch den lebhaften Abend, bei dem viele zu Wort kamen. Eingeladen hatten die Arbeitsgemeinschaft „Falkensee Starke Mitte“, die Interessengemeinschaft Falkensee (IGF) und die Mittelstandsvereinigung der CDU.

Diskutiert wurde im Foyer der Stadthalle. Quelle: Marlies Schnaibel

An Pinnwänden und in einer erfrischenden Disskussion haben viele Bürger ihre teilweise auch gegensätzlichen Wünsche geäußert: Fischladen, Zebrastreifen, Café, Freilichtbühne, Tunnel verlegen, Parkplätze, Fußgängerzone, Parkhaus, Fahrradständer, Kneipe, Tanzveranstaltungen, indisches Restaurant, mehr Läden wie Galerie Schneeweiß, Gaststätte in der Stadthalle, Spielplätze, Jugendeinrichtungen, Sicherheitskonzept, nicht noch mehr Ärzte und Anwälte, aber Verweilräume, die nichts kosten.

Verlotterter Gutspark

Einen Vorschlag, der gar nicht viel kostet und schnell zu machen ist, unterbreitete Andreas Plückhahn: Er schilderte seinen Spaziergang von der Kochstraße zur Bahnhofstraße – durch einen verlotterten Gutspark und eine unsaubere Bahnhofstraße. „Erst mal in Ordnung bringen, was da ist“, schlug er vor.

Wunsch nach Aufenthaltsqualität

Insgesamt zeigte die Debatte, dass sich alle eine belebte Innenstadt wünschen. „Aufenthaltsqualität“ war das Zauberwort. Allerdings gingen die Meinungen auseinander, wie diese Qualität zu erreichen war. Viele setzten auf individuelle, charmante Läden. Als ein Beispiel, wie das gelingen kann, saß gewissermaßen Maike Janetzke auf dem Podium. Mit ihrer Kaffee-Rösterei in der Bahnhofstraße ist sie Jung-Unternehmerin: „Wir sind vom Erfolg überrollt“, gestand sie. Und die Kunden, die zu ihr finden, die wünschen sich Qualität, erinnern etwa an die 90er-Jahre, als es an der Bahnhofstraße einen Butter-Lindner gab. „Vielleicht war damals die Zeit noch nicht reif dafür“, meinte Maike Janetzke.

Co-Working-Space in Falkensee

Steffi Witt vom Verein „Starke Mitte“ und Mitgründerin des Netzwerkes „Made in Falkensee“ hatte im Vorfeld der Veranstaltung Wünsche und Bedarfe für das Zentrum erfragt. „Mehrfach wurde Kultur im öffentlichen Raum angeregt. Es gab Wünsche nach Restaurants, nach anspruchsvollen Geschenkeläden, nach einem guten Schuhladen, nach kleinen Galerien auf Zeit und es gab einen großen Bedarf an kleinen Räumen für temporäre Aktionen“, sagte sie.

Co-Working-Spaces regte Hans-Peter Pohl an. Gemeint sind eingerichtete Büros, in denen sich Kreative einen Schreibtisch oder einen Beratungsraum mieten können. Vielleicht eine Form des Arbeitens der Zukunft, die aber schon heute beginnen kann. In kleiner Form, in Verbindung mit einem veganen Restaurant ist so etwas in der Bahnhofstraße in den Räumen von Eis-Jannys geplant. Der Eisladen ist derzeit dabei seine neuen Räume im Geschäftshaus der Familie Ziesecke am Bahnhof einzurichten.

An Pinnwänden wurden Wünsche festgehalten. Quelle: Marlies Schnaibel

Nicht nur für „Reiche“, nicht nur „feinere“ Läden – das waren ebenfalls Wünsche, die an diesem Abend vorgebracht wurden. Auch an Senioren und Jugendliche denken, auch an nichtkommerzielle Angebote wie das B 80.

Vereine und Verbände

Die Interessengemeinschaft Falkensee, kurz IGF, wurde 1993 als Zusammenschluss von Geschäftstreibenden aus der Bahnhofstraße gegründet.

Die Interessengemeinschaft Zentrum (IGZ) ist eine Arbeitsgruppe der lokalen Agenda 21 in Falkensee. Im Mai 2012 gegründet, setzt sie sich für ein attraktives Stadtzentrum für alle Falkenseer ein.

Die Werbegemeinschaft Falkensee-Starke-Mitte e.V. fördert mit Gewerbetreibenden, Selbstständigen, Freiberuflern, Ärzten und Medienvertretern seit Anfang 2016 die Zentrumsentwicklung von Falkensee.

Eines wurde klar: Die Zielgruppe „alle“ gibt es nicht. Das Zentrum braucht ein Geflecht aus Angeboten, um gern von Falkenseern und Besuchern angesteuert zu werden. Viele Erwartungen sind dabei mit dem Neubau des Areals der alten Stadthalle verbunden.

Von Marlies Schnaibel

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