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Falkensee Angst vor Altersheim im Zentrum
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11:06 01.02.2019
Der Siegerentwurf des Architektenwettbewerbs für das Areal der alte Stadthalle von Falkensee fand viel Zustimmung. Quelle: Büro
Falkensee

Vielleicht ist der Name schuld. „Residenz am Gutspark“ nennt sich die Unternehmergesellschaft für die Neugestaltung des Areals der alten Stadthalle von Falkensee. Da argwöhnen offensichtlich einige Leute, das soll keine lebendige Mitte, sondern ein Altersheim werden. Diese und andere Befürchtungen trug Abgeordneter Amid Jabbour (FDP) am Mittwochabend in die Beratung der Stadtverordnetenversammlung.

Für öffentliche Debatte

Jabbour hatte deshalb gefordert, über den Verkauf eines Grundstücks als Erweiterungsfläche an der alten Stadthalle nicht nur hinter verschlossenen Türen zu diskutieren, sondern auch im öffentlichen Teil. Da brachte er dann seine Bedenken zum Ausdruck.

Angst der Europaschule

Mit dem Verkauf des Grundstücks würde das ganze Feld dichter an die benachbarte Europaschule rücken. „Es gibt scharfe Kritik aus der Elternschaft“, sagte Jabbour. Es bestehen die Ängste, dass der hohe Neubau noch dichter an die Schule rückt und dass der Schulhof noch mehr verschattet wird. „Ungeklärt ist auch, ob der Anrainerverkehr noch dichter an die Schule rückt“, sagte Jabbour.

Frage nach ursprünglicher Absicht

Außerdem befürchtet er, dass das Projekt zu einem Haus mutiert, das nur für ältere Bewohner gedacht ist. „Das trägt nicht zur Belebung des Stadtzentrums bei“, sagte er. „Wie viel bleibt übrig von der ursprünglichen Absicht?“, wollte er wissen. All das müsse geklärt sein, ehe über einen weiteren Grundstücksverkauf entschieden werden kann.

Städtebaulicher Wettbewerb

Für das Areal der alten Stadthalle hatte es bereits 2007 einen städtebaulichen Wettbewerb gegeben. Vor zwei Jahren war mit großem Aufwand ein Architektenwettbewerb durchgeführt worden, das Ergebnis war unter lebhafter Beteiligung der Bevölkerung ermittelt worden. Das Falkenseer Büro Gaebel gewann mit einem gestaffelten, optisch attraktiven Bau.

Die Bürger waren 2017 beim Architektenwettbewerb gefragt. Quelle: Marlies Schnaibel

An diesem Ergebnis wird festgehalten, bestätigte Bürgermeister Heiko Müller (SPD). Er verwies darauf, dass im seit 2009 gültigen Bebauungsplan seit vielen Jahren als Abstand eine 13-Meter-Baulinie eingetragen ist. „Diese wird eingehalten“, sagte Müller. Das soll auch im neuen Vertrag so sein.

Wohnungsmix vorgesehen

Auch zur späteren Nutzung machte er Angaben: „Der Investor hat bestätigt, dass er kein Pflegeheim plant“, sagte Müller. Vielmehr ist ein Wohnungsmix vorgesehen, mit Anderthalb-Zimmer-Wohnungen, Zweieinhalb-Zimmer-Wohnungen und einigen größeren. Das untere Geschoss ist für Handel, Gewerbe und Gastronomie vorgesehen. So wie in der ursprünglichen Planung für das Vorhaben gedacht.

Die alte Stadthalle Falkensee steht seit Jahren leer. Quelle: Marlies Schnaibel

„Das kann der große Aufschlag für ein lebendiges Stadtzentrum werden“, sagte Hans-Peter Pohl (CDU) und hofft, dass dort Angebote für ein belebtes Stadtzentrum etabliert werden können. Dieser Sicht schloss sich auch Norbert Kunz (Linke) an. Peter Kissing (SPD) verwies auf den umfangreichen Vorlauf, auf den Architektenwettbewerb und die Bürgerbeteiligung bei dem Vorhaben: „Es wäre ein Horror, wenn hier alles zerredet wird.“

Im nichtöffentlichen Teil haben sich dann die Abgeordneten dafür ausgesprochen, einen Kaufvertragsentwurf zu erarbeiten. Der muss dann aber noch durch die Stadtverordneten genehmigt werden.

Von Marlies Schnaibel

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