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Falkensee Café Maiko: Hier trifft sich das vegane Falkensee
Lokales Havelland Falkensee Café Maiko: Hier trifft sich das vegane Falkensee
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14:34 22.02.2019
Maia Kubis setzt auf Nachhaltigkeit und gutes Essen. Quelle: Tanja M. Marotzke
Falkensee

Frisches Brot mit Walnusspesto, Avocado und Paprika, dazu ein Kaffee mit Hafermilch, zum Nachtisch gibt es Algen-Bällchen: Fans der veganen Küche kommen ab sofort in der Falkenseer Bahnstraße voll auf ihre Kosten.

Als Pendant zum Bull Burger eröffnete in direkter Nachbarschaft das Café Maiko. Dass das vegane und nachhaltige Konzept in der Gartenstadt funktioniert, zeigten Inhaberin Maia Kubis bereits die ersten Öffnungstage.

Bio-Siegel ist ein Muss

„Abgesehen von einigen Pendlern, die sich auf dem Weg zur Arbeit einen Kaffee oder eine Kleinigkeit zu Essen holen, kommen viele Menschen in den Laden, um sich erst einmal zu informieren. Ich beschäftige mich seit rund 15 Jahren mit den Produkten und finde es gut, dass die Leute fragen“, so Kubis.

Das Café Maiko in Falkensee. Quelle: Tanja M. Marotzke

Denn was im Café Maiko auf den Teller kommt, wählt die Falkenseerin mit größter Sorgfalt aus, das Bio-Siegel ist für sie ein Muss.

„Außerdem achte ich beim Einkauf darauf, Plastik so weit wie möglich zu vermeiden. Hundertprozentig ist das leider nicht möglich, so habe ich zum Beispiel bei der in Plastik verpackten Hafermilch lange mit mir gerungen, ob ich sie überhaupt anbieten soll“, sagt die Falkenseerin, die in ihrem Café zudem auf Alufolie und Co., Strohhalme und Wegwerf-Becher verzichtet.

Großer Bedarf an plastikfreien Produkten

Und will sich doch mal jemand etwas mitnehmen, gibt es dafür eine umweltschonende Alternative. „Für die Suppen habe ich extra Thermobehältnisse besorgt sowie Dosen fürs Mittagessen, die uns die Kunden wiederbringen können. Unsere Kaffeebecher produziert eine Berliner Firma aus Kaffeesatz, ich kann sie bis zu 500 Mal abwaschen. Wir arbeiten mit einem Pfandsystem, nur das Mundstück muss gekauft werden“, so Maia Kubis, die im April zusätzlich zu ihrem Café einen Unverpackt-Laden in der Bahnhofstraße eröffnen will.

Götz Bargende zaubert veganes Eis. Quelle: Tanja M. Marotzke

„Ich bekomme schon jetzt jede Menge Anfragen. Viele Leute fahren extra nach Potsdam, um dort plastikfrei einkaufen zu gehen – der Bedarf in Falkensee ist hoch“, sagt die junge Frau, die maßgeblich vom Dokumentarfilm „Plastic Planet“ von Werner Boote beeinflusst wurde.

„Der Film hat mich vor Jahren zum Umdenken gebracht. Zuhause kaufe ich schon lange bewusst ein und versuche Verpackungsmüll zu vermeiden.“ Dass das nicht immer ganz einfach ist, weiß die Falkenseerin aus eigener Erfahrung: „Nicht überall, wo ,Bio’ drauf steht, ist auch ,Bio’ drin. Es kostet viel Zeit, die richtigen Produkte zu finden.“

Alles wirf frisch zubereitet

In ihrem Café möchte sie Gleichgesinnte zusammenbringen und zum Austausch anregen. 20 Plätze laden zum Verweilen ein, im Sommer können noch einmal 20 Gäste vor dem Geschäft ihren Kaffee, die Tagessuppe oder eine der reichhaltigen Bowls genießen.

„Die Bowls bereiten wir, wie alle Speisen, frisch zu. Sie enthalten Salat, Nüsse, Gemüse, ein Dressing und Getreide, das stark sättigt“, sagt Maia Kubis, die einige Tische bewusst mit Steckdosen versehen hat.

Kaffeebohnen aus Äthiopien

„Im Laden gibt es freies W-Lan und Sitzplätze, an denen gearbeitet werden kann. Niemand muss hier schnell essen und wieder gehen, alle sollen sich wohl fühlen“, so Kubis, die für müde Gäste gerne mal ihre Geheimwaffe aus dem Ärmel zaubert. „In unseren Sportgetränken ist Weizengras und Orangensaft enthalten. Mit Müdigkeit oder mangelnder Konzentration hat man den ganzen Tag nicht mehr zu tun.“

Und wenn es doch ein belebender Kaffee sein soll, ist auch dessen Herkunft eingehend geprüft worden. „Der Kaffee kommt aus Äthiopien, jede Bohne ist zurückzuverfolgen. Das Unternehmen aus Berlin reist zwei Mal im Jahr nach Afrika, kontrolliert die Arbeitsbedingungen und zahlt faire Löhne“, sagt die Falkenseerin.

Einen fairen Lohn zahlt sich Götz Rogge höchstens selbst. Er verfeinert seit Jahren die Rezepturen seiner sizilianischen Eiskreationen. Blutorange, Schokolade oder Quitte – Götz Rogge setzt auf die traditionelle Herstellung seiner kühlen Leckerei. Bis vor einigen Monaten war er noch am Finkenkruger Bahnhof zu finden, hier wurde ihm der Stellplatz gekündigt. Künftig verkauft er seine kalte Ware im Café Maiko.

Von Laura Sander

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