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Falkensee Landkreis verbietet Haltung von Zwergschafen in Waldheim
Lokales Havelland Falkensee Landkreis verbietet Haltung von Zwergschafen in Waldheim
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17:03 28.01.2019
Die Schafe sollen weg, meint das Amt. Quelle: Marlies Schnaibel
Falkensee

Jahrelang ging es gut, aber dann wurde Birgit Ziegler von einem Nachbarn angezeigt: Ihre Schafe würden zu viel schreien und zu stark stinken, unzumutbar für ein Wohngebiet.

Geblöke und Gestank

Aber nicht Geblöke oder Gestank wurden für die Frau in Falkensee zum Problem, sondern eine andere Rechtslage: Ihr flatterte zum Jahresende eine kostenpflichtige Ordnungsverfügung vom Landkreis auf den Tisch, darauf wird hingewiesen, dass „Großtierhaltung im allgemeinen Wohngebiet“ nicht zulässig ist, sie muss die Tiere bis Ende Januar abschaffen.

Großtierhaltung verboten

Schon bei dem Wort „Großtierhaltung“ schüttelt Birgit Ziegler den Kopf: Sie hält Bretonische Zwergschafe, die kleinste Schafrasse der Welt. So mancher Hund ist größer.

Dabei hatte alles so gut begonnen. Die Familie war vor 20 Jahren aus Berlin nach Waldheim gezogen. Sie errichtete ein Holzhaus, das aus dicken Kiefernstämmen gebaut ist. Die Ärztin lebt mit ihrer Familie, zu der fünf Kinder gehören, hier am Waldrand, mag es grün und ein bisschen unaufgeräumt.

Natürliche Rasenmäher

Auf die Sache mit den Schafen ist sie gekommen, um das mühsame und ökologisch nicht besonders erstrebenswerte Rasenmähen zu umgehen. Sie entschied sich für die Rasse der Bretonischen Zwergschafe, wählte drei Hammel, die deutlich genügsamer und leiser sind als Weibchen. Ein alter Winterstall wurde zur Behausung umfunktioniert. Ansonsten halten die zutraulichen Tiere den Rasen kurz.

Bretonische Zwergschafe in Waldheim. Quelle: Marlies Schnaibel

Das ging auch eine ganze Weile gut, bis sich die Nachbarn auf unerträgliche Weise beeinträchtigt fühlten. Ein schwelender Nachbarschaftsstreit hat ähnliche Fälle schon oft in Deutschland ins Rollen gebracht. Als die MAZ vor Ort war, haben die drei Hammel Floh, Loki und Crampus nicht einmal geblökt, sind zutraulich und neugierig angelaufen gekommen und nichts auf dem Gelände hat gestunken.

Tiere müssen weg

Das mag zu anderen Zeiten anders gewesen sein, aber es war ja letztlich für die Nutzungsuntersagung unerheblich. Mitarbeiter der kreislichen Behörde aus Nauen waren vor Ort und haben schließlich die Rote Karte für die kleine Großtieren gezogen.

Diskussionen über Tiere im Wohngebiet

Birgit Fiedler hat sich in ihrer Not an alle Falkenseer Abgeordneten und gehofft, hier könnte eine Satzung angepasst werden. Und sie hat dem Bürgermeister geschrieben. Der hatte auch schnell geantwortet. „In den 90er-Jahren gab es viele Diskussionen zur Haltung von Tieren auf Privatgrundstücken in Wohngebieten“, sagt er auf MAZ-Nachfrage, da ging es um Hühner, Hähne, Kaninchen, Pferde, auch Schafe und Ziegen.

Wenn Nachbarn streiten

„Schafe sind formal keine Kleintiere und auch keine Haustiere“, sagt er. Viele der Streitereien landen vor Gericht, hinter vielen steckt oft ein Nachbarschaftszwist. Waldheim ist eben keine „dörfliche Siedlung“, wie Birgit Fiedler das sieht und argumentiert, sondern eine städtische, wenn auch mit viel Grün.

Natürlich gäbe es auch Schafe im Falkenseer Stadtbild, etwa direkt an der Bahnhofstraße. Die ist aber als Mischgebiet ausgewiesen und die dortige Schafwiese sei zudem als Grünzug eingeordnet, als nicht besiedelte Lage, da ist Schafhaltung formal möglich. Auch wenn es kurios anmutet: Für Waldheim trifft diese Regelung nicht zu, egal wie grün oder groß das Grundstück ist.

Für Birgit Fiedler ist das alles sehr frustrierend. „Das ist ein Zeichen für besondere Gentrifizierung“, sagt sie, „die Städter ziehen aufs Land und ins Grüne, aber dann darf es nicht zu ländlich sein. Ein krähender Hahn oder ein blökendes Schaf sind dann vielen zu viel.“

Von Marlies Schnaibel

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