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Falkensee Falkensee prüft sein Fahrrad-Klima
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16:38 12.09.2018
Radfahren in Falkensee: Viktoria Comish (19) aus Falkensee liebt das Radfahren. Ihr Husky-Mischling Anton soll es auch mögen. Quelle: Tanja M. Marotzke
Falkensee

Die Blamage vom vergangenen Jahr wollen die Falkenseer nicht noch einmal erleben. Da hatte die Stadt beim ADFC-Fahrradklima-Test auf einem unrühmlichen 348.Platz abgeschnitten. Und das bei 364 gewerteten Städten bis 50000 Einwohner.

Das Ergebnis war durch eine deutschlandweite Befragung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs zustande gekommen. Gerade mal 122 Leute hatten sich aus Falkensee dran beteiligt und per Post oder Internet geantwortet haben. „Das war sicher nicht repräsentativ“, sagte Falkensees Beigeordneter Thomas Zylla (CDU), deshalb wirbt auch die Verwaltung dafür, dass sich viele Falkenseer an der neuerlichen Aktion beteiligen.

Meinungen sind gefragt

Ob auf dem Stadtfest oder auf Ausschusssitzungen – hier wird für den Fahrradklima-Test geworben. Bis zum 30. November werden dafür Meinungen eingeholt. „Als Fahrradbeauftragter der Stadt werbe ich für die Umfrage“, sagte Thomas Zylla, Beigeordneter und Baudezernent der Stadt Falkensee.

Gefragt werden solche Dinge wie: Macht Radfahren Spaß? Fahren alle Rad – jung wie alt? Wird viel für den Radverkehr getan? Kontrolliert die Kommune streng, ob Autos nicht auf Radwegen parken? Werden Radwege im Winter geräumt? Ist das Zentrum gut zu erreichen? Konflikte mit Fußgängern? Fahrraddiebstahl? Abstellmöglichkeiten? Zustand der Wege? Wegweiser? Öffentliche Leihfahrräder? Insgesamt 27 Fragen werden gestellt.

Alle Generationen radeln

Grundlegend gute Bewertungen gab es vor einem Jahr bei einigen wesentlichen Themen: alle Generationen fahren Rad, das Zentrum und die Bahnhöfe sind gut zu erreichen.

Ansonsten hagelte es aber Kritik. Zum Beispiel darüber, dass es keine Leihräder in Falkensee gibt. „Wir arbeiten dran“, sagte Baudezernent Thomas Zylla. Die Stadt sucht geeignete Flächen in Bahnhofsnähe, die einem Anbieter von Leihrädern zur Verfügung gestellt werden.

Mehr Abstellanlagen gefordert

Wer von Radfahren spricht, muss auch von Radabstellanlagen sprechen. Denn es wird viel in Falkensee Rad gefahren. Viele Pendler fahren zum Bahnhof, aber die dortigen Stellflächen reichen nicht. Für das Parkraumkonzept von Falkensee war gezählt worden: Selbst an einem Dezembertag 2017 mit Temperaturen um null Grad, waren alle möglichen und unmöglichen Stellflächen mehr als ausgelastet. 688 Stellplätze gibt es am Falkenseer Bahnhof, das sind jedoch bei weitem zu wenig. Das derzeit diskutierte Parkraumkonzept sieht für den Standort eine Verdoppelung der Abstellmöglichkeiten vor. Allerdings lässt sich nicht die Fläche so einfach verdoppeln. Deshalb wird über die Aufstellung von Doppel-Parkern diskutiert. „Wir haben dafür Geld in den Haushaltsentwurf für das kommende Jahr eingestellt“, sagte Thomas Zylla. Auch Fahrradboxen zum Einschließen der Räder sollen kommen.

Arbeit am Fahrradkonzept

Nun soll in Falkensee ein Fahrradkonzept erarbeitet werden, das geht aus dem neuen Verkehrsentwicklungsplan hervor. Konkret geplant und noch kontrovers diskutiert wird die Umgestaltung der Potsdamer Straße und der Friedrich-Engels-Allee. Bei letzterer wird über das Aufbringen eines Streifens nachgedacht, um so einen Radweg abzutrennen. „Das ist vielleicht nicht der große Wurf, für den müsste man die Straße grundlegend umbauen. So wäre es immerhin ein Anfang“, sagte Zylla.

Der ADFC Falkensee wirbt schon länger für einen Masterplan zum Thema, will aber auch, dass kurzfristig etwas umgesetzt wird. „Der Radverkehr nimmt zu und er wird schneller“, sagte Uwe Kaufmann von den Falkenseer ADFC-Verein in seinem Kommentar zum Parkraumkonzept. Er blickt auch auf neue Radformen: mehr E-Bikes, auch Lastenverkehr, Rikschas und Räder mit Anhänger sind zu bedenken. Und er nennt Radschnellwege als Thema. All das solle berücksichtigt werden.

Radeln und Rücksichtnahme

Dabei geht es beim Radfahren nicht nur um die baulichen Komponente. „Ich werbe auch für Akzeptanz und Erkenntnis“, sagte der Falkenseer Fahrradbeauftragte. Da geht es Thomas Zylla etwa um Rücksichtnahme zwischen den Radlern – etwa den durchtrainierten Schnellradlern und den vielleicht eher langsameren älteren Fahrern, es geht um Rücksichtnahme gegenüber Fußgängern und um Rücksichtnahme von Autofahrern auf Radler.

Große Befragung zum Radfahren

Der ADFC-Fahrradklima-Test ist die größte Befragung zum Radfahrklima weltweit und findet 2018 zum achten Mal statt. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur fördert den Test aus Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans 2020.

Bis zum 30. November 2018 können die Stimmen per Post oder online abgegeben werden. Mitmachen ist unter www.fahrradklima-test.de möglich.

Die haben inzwischen eine eigenen Form gefunden, auf sich aufmerksam zu machen: Critical Mass nennt sich die Aktion, in der sich möglichst viele Radfahrer im Pulk bewegen und klar machen, dass auch ihnen die Straße gehört. Zum Auftakt der Aktion im April kamen 80 Teilnehmer. Einmal im Monat gibt es jetzt diese Rundfahrt, das nächste Mal an diesem Freitag,

Von Marlies Schnaibel

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