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Falkensee Gut gelaunter Frauenstammtisch
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12:24 11.01.2019
Gastgeberin Ursula Nonnemacher (r.) bedankt sich bei der Künstlerin Sigrid Grajek für ihren Auftritt. Quelle: Tanja M. Marotzke
Falkensee

Frauenstammtisch – und ein Mann war da. Zumindest virtuell. Und: „Hermann heeßt er“. Die Berliner Sängerin Sigrid Grajek sorgte für diesen Besuch. Sie war das Kulturhäppchen beim 56. Falkenseer Frauenstammtisch.

Aber was heißt hier „Kulturhäppchen“? Sigrid Grajekt bot einen Ausschnitt aus ihrem Claire-Waldoff-Programm und zeigte sich als fulminante Interpretin, die jedes Lied zu einem schauspielerischen Leckerbissen machte.

Altberliner Lieder sorgten für den richtigen Schwung beim Falkenseer Frauenstammtisch. Der war zugleich ein Neujahrsempfang von engagierten Frauen für engagierte Frauen. Ein bisschen wurde auch über Männer geredet.

Und dass am Ende so ziemlich alle lauthals mitsangen „Wer schmeißt denn da mit Lehm“, das hatte viele Gründe: Es lag an der Unvergänglichkeit des mehr als 100 Jahre alten Liedes, an der vielschichtigen und mitreißenden Darbietung der Künstlerin, an der Kraft der Gemeinschaft, die stets über den Treffen des Falkenseer Stammtisches liegt.

Neujahrsempfang im Familiencafé

Und vielleicht lag es auch ein ganz klein bisschen am Begrüßungssekt, den es an diesem Abend gab. Das Treffen war zugleich als Neujahrsempfang gedacht. Etwa 60 Frauen waren dazu am Donnerstagabend ins Familiencafé vom Falkenhorst gekommen. Ursula Nonnemacher hatte zu dem Stammtisch eingeladen, in enger Verbindung mit Ulrike Legner-Bundschuh tut sie dies seit 2010.

Gastfrauen aus Politik und Gesellschaft

Der erste Frauenstammtisch hatte sich um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gedreht, Sylke Hoffmann war zu Gast und man traf sich noch im Restaurant „Julius“. Die Gesprächsrunde war so anregend, dass sich die Teilnehmer damals einig waren: Das wollen wir regelmäßig machen. Und sie machen es inzwischen meist im Hotel „Kronprinz“.

Interessante Gastfrauen aus vielen Bereichen waren seitdem gekommen. Das konnte die Landtagsabgeordnete oder eine Staatssekretärin ebenso sein wie die Leiterin des Frauenhauses oder eine Künstlerin.

100 Jahre Wahlrecht

Die grüne Landtagsabgeordnete Ursula Nonnemacher nutzte am Donnerstag das Podium nicht, um im Wahljahr eine Wahlrede zu halten. Aber um Wahlen ging es dann doch in ihrer kleinen Rede: Sie erinnerte daran, dass Frauen in Deutschland am 19. Januar 1919 das erste Mal wählen durften und gewählt werden durften. 37 Frauen schafften es vor 100 Jahren in den Reichstag. Das waren 9 Prozent der Abgeordneten. „Gar nicht mal so schlecht für den Anfang“, fand Ursula Nonnemacher, und rechnete weiter nach: 1972 waren im Bundestag der alten Bundesrepublik nur 5 Prozent Frauen.

Kein Selbstläufer

Das Ganze ist eben kein Selbstläufer. Zwar formuliert das Grundgesetz inzwischen formale Gleichberechtigung, aber sie muss Stück für Stück im Alltag erobert werden. Ein Grund, warum Ursula Nonnemacher selbst sich so für ein Parité-Gesetz in Brandenburg einsetzt. „Ich denke, das ist auch im Sinne unseres Frauenstammtisches“, sagte sie.

An diesem Stammtisch kommen Frauen aus verschiedenen Berufen und sozialen Schichten zusammen, um darüber nachzudenken und zu reden, wie wir in der Gesellschaft zusammenleben wollen. Das geht so ziemlich über alle Parteigrenzen hinweg, wie auch am Donnerstag wieder zu sehen war. So nutzte die Christdemokratin Annette Heller ihre kleine Rede eben nicht, um zu sagen, für welche Partei sie in den Wahlkampf zieht, sondern um einfach zu werben: Wählen gehen!

Unvergängliche Lieder der Claire Waldoff

Für die Frau aus dem Rheinland war der Abend übrigens auch eine kulturelle Grenzerfahrung. Denn Claire Waldoffs berühmte Lieder mit dem Lehm und dem Hermann kannte Annette Heller bisher nicht.

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