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Falkensee Gezerre um Hallenbad geht weiter
Lokales Havelland Falkensee Gezerre um Hallenbad geht weiter
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14:36 13.09.2018
Die Hoffnung viele Falkenseer auf ein Hallenbad wurde noch nicht erfüllt. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Falkensee

Die Hängepartie um das Falkenseer Hallenbad geht weiter. Im Hauptausschuss konnten sich die Mitglieder am Mittwochabend zu keiner tragfähigen Lösung durchringen, vielmehr wurden die bekannten Argumente ausgetauscht.

Die Verwaltung hatte einen überarbeiteten Beschlussentwurf zum Bau eines Hallenbades vorgelegt. Dafür waren einige Zahlen gründlich aktualisiert und nach oben korrigiert worden. So sind die Baukosten jetzt mit 18 Millionen Euro ausgewiesen. Und es kommt noch mehr dazu: 900000 Euro mehr kommen für den Bereich Baugrubenverbau, Wasserhaltung, Trafostation und Abwasserpumpwerk hinzu. Diese Werte waren vorher nicht berücksichtigt worden, die Baugrunduntersuchung war noch nicht abgeschlossen. Projektunabhängige Entsorgungskosten sind mit 1,8 Millionen Euro beziffert. Angesichts des günstigen Kaufpreises (die Stadt hatte die mehr als 24000 Quadratmeter große Fläche für 80000 Euro erworben) ergäben sich pro Quadratmeter gesehen keine ungewöhnlich hohen Aufwendungen, versuchte Bürgermeister Heiko Müller (SPD) die Kosten einzuordnen.

Er setzt sich nach wie vor dafür ein, den Bau eines Hallenbades auf den Weg zu bringen und warb für die Vorlage, nach der die Firma Bauconcept mbH das Gebäude weiter planen solle.

CDU-Fraktion traut den Zahlen nicht

Im Hauptausschuss zeichnete sich jedoch das Bild ab, das sich seit Monaten bot: Die CDU-Fraktion lehnte die neue Vorlage ab, sie verlangte ein weiteres Gutachten zu den bereits reichlich vorliegenden Gutachten. „Können wir den Zahlen trauen?“, fragte Daniela Zießnitz, Vorsitzende der CDU-Fraktion. Sie verlangte ein Gutachten, um die „Zahlen zu verifizieren“. Die nun vorgelegten Zahlen mit höheren Baukosten und höheren prognostizierten Zuschüssen beim Unterhalt zeige für sie die „große Unsicherheit“ bei dem Projekt.

AfD will keine Kegelbahn

Rainer van Raemdonck, Vorsitzender der AfD-Fraktion, sprach sich für seine Fraktion generell für den Bau aus, allerdings ohne Kegelbahn. Gegen die Auflösung der Projektteile und für die Errichtung einer Kegelbahn sprach Frank Barz (Linke). Auch Barbara Richstein (CDU) warb für eine Kegelbahn, auch wenn es bei dem Thema keine einheitliche Meinung in ihrer Fraktion gäbe.

Und noch ’ne Arbeitsgruppe

Peter Kissing (SPD) wollte es nicht zu einer Kampfabstimmung in der Stadtverordnetenversammlung ankommen lassen und schlug vor, in einer interfraktionellen Gruppe nach einer Lösung zu suchen. Die wird sich nächste Woche treffen.

Chronologie einer Hallenbad-Idee

Im Jahr 2007 kam aus dem Seniorenbeirat Falkensee der Vorschlag, ein Hallenbad zu bauen. In kurzer Zeit wurden 7000 Unterschriften gesammelt und der Stadtverordnetenversammlung übergeben. Der Wunsch wurde damals zugunsten der Großinvestition Stadthalle abgelehnt.

Mehr als 8000 Falkenseer Unterschriften wurden bei einem zweiten Versuch im Jahr 2015 für den Bau eines Hallenbades gesammelt, der Seniorenbeirat übergab die Stimmen als Einwohnerantrag an die Stadtverordnetenversammlung.

Mit 20 Ja- und zwölf Nein-Stimmen haben die Abgeordneten Ende September 2015 dem Bau eines Bades grundlegend zugestimmt: Mit den Stimmen von SPD, Linken und einem Großteil der CDU.

In einer Bürgerbefragung zum Hallenbadbau gab es im Frühjahr diesen Jahres ein klares Ergebnis: Mit „Ja“ antworteten 19 964 Personen, das entspricht 78 Prozent der Teilnehmer. Mit „Nein“ antworteten 5 656 Personen, das entspricht 22 Prozent.

Zweifel am Sinn einer solchen Gruppe äußerte Frank Barz: „Was soll das bringen? Da sitzen doch die gleichen Leute wie im Hauptausschuss?“ Mit einem „Hier wird alles zerredet“, kommentierte Rainer van Raemdonck den Ausgang der Debatte.

Von Marlies Schnaibel

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