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Falkensee Gezerre um Hallenbad geht in die nächste Runde
Lokales Havelland Falkensee Gezerre um Hallenbad geht in die nächste Runde
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00:49 15.04.2018
Noch immer ist unklar, wie es mit dem Plan für ein Hallenbad in Falkensee weitergehen soll. Quelle: Arno Burgi
Falkensee

Das Gezerre und Kampf-Abgestimme in Sachen Hallenbad geht weiter. Am Mittwochabend haben sich die Mitglieder des Falkenseer Hauptausschusses mit dem Projekt befasst.

Störfeuer oder Kritik

Als es um den für ein Hallenbad nötigen Bebauungsplan ging, stimmten sechs Abgeordnete dafür, zwei dagegen und fünf enthielten sich der Stimmen. Dabei war nicht ganz klar, ob das ein Störfeuer gegen den Bau des Hallenbades war oder eine heftige Kritik daran, dass dieses Papier nicht zuvor im Stadtentwicklungsausschuss beraten worden war.

Bebauungsplan F 92

Bei dem umstrittenen Papier handelte es sich um einen Vorentwurf des Bebauungsplanes F 92 „Hallenbad“, der die nötigen planungsrechtlichen Voraussetzungen schaffen soll, damit auf der jetzt noch von der Forst als Wald eingestuften Fläche am Seegefelder Bahnhof gebaut werden kann. Der Plan legt fest, wo Hallenbad, Parkplatz und ein möglicher Park-&-Ride-Platz liegen könnten und in welchen Ausdehnungen.

Insgesamt gab es am Mittwoch „Hallenbad satt“. Mehrere Stunden regnete es Zahlen und Fakten auf die Abgeordneten ein. Davon viele nicht neu, sie waren genauso oder ähnlich schon auf dem großen Bürgerworkshop zum Hallenbad Anfang März vorgestellt worden.

So stellte das Büro Bauconzept aus dem sächsischen Lichtenstein noch einmal drei mögliche Varianten vor. Die Minimalvariante mit Schwimmbecken, Lehrbecken und Kinderbecken, die Medium-Variante mit zusätzlichem Sauna- und Bistrobereich und die Maxi-Variante, die zusätzlich eine Kegel- oder Bowlingbahn enthält.

Zahlen für Varianten vorgelegt

Dann wurden jede Menge Zahlen genannt. Dazu ganz neue, die der Deutsche Saunabund zu Falkensee angefertigt hatte. Gerechnet wurde mit einer optimistischen und einer pessimistischen Variante; einmal mit 472 650 und dann mit 20 650 Besuchern pro Jahr. Die Deutsche Gesellschaft für Badewesen hatte den Badbereich durchleuchtet und auch hier zwei Szenarien untersucht: einmal mit 134 000 Besuchern pro Jahr, dann mit nur 50 000 Gästen. Wie wirkt sich was auf Einnahmen und kommunalen Zuschuss aus?, wurde errechnet. Einzugsbereiche, Kostendeckungsgrad, alles wurde prognostiziert.

Betreibermodell durch Gegefa diskutiert

Ralf Haase, Kämmerer und Geschäftsführer der Gesellschaft für Gebäudewirtschaft Falkensee mbH Gegefa, sprach zu Varianten des Betriebskonzeptes. Eine davon wäre die Waldbad GmbH. Diese Gegefa-Tochtergesellschaft betreibt bereits das Freibad, könnte auch das Hallenbad führen. Das besteht voraussichtlich aus vier Bereichen: Bad, Bistro, Sauna und Kegelbahn. Haase plädierte dafür, das in einer Hand zu lassen.

Das Bad könnte werktags um 7 Uhr und am Wochenende um 10 Uhr öffnen und bis 21 oder 22 Uhr geöffnet sein. Als Eintrittspreise setzte Haase 12 Euro bei einem vierstündigen Saunabesuch an, als Badpreis wären für eine Erwachsenen 4 Euro für 90 Minuten denkbar, Kinder 2,50 Euro. Der jährliche Zuschuss zum Betreiben der Halle würde je nach Variante und den dann tatsächlichen Besucherzahlen etwa eine halbe oder 1,1 Millionen Euro betragen.

Debatte über Bistro und Personal

In der Diskussion kritisierte Amid Jabbour die Variante, das Bad durch die Stadt oder ihre Gesellschaft zu betreiben. „Die Gegefa soll Wohnungen bauen und betreuen“, meinte er und äußerte die Befürchtung, dass sich die Gegefa übernehmen würde. Daniela Zießnitz, Vorsitzende der CDU-Fraktion, sah es nicht als zwingend an, alle vier Bereiche in einer Hand zu lassen, sie will, dass geprüft wird, ob sich Bistro und Sauna vermieten ließen. Außerdem könne sie sich an der Stelle ein richtiges Restaurant vorstellen. Thomas Fuhl (CDU) zweifelte den Personalplan mit seinen 20 Mitarbeitern an: Ein technischer Mitarbeiter sei zu wenig.

Außerdem sprach Thomas Fuhl sich für ein Falkenseer Radkonzept aus, damit möglichst viele Besucher mit dem Rad kommen können. Das veranlasste Bürgermeister Heiko Müller (SPD) zu dem schönen Bekenntnis-Satz: „Falkensee ist eine Fahrradstadt.“ Da horchten die Mitglieder der grünen Fraktion auf und hoffen darauf, dass dieser Satz ins Protokoll der Sitzung und in die Verwaltungsarbeit gelangt.

Option für die Wasserrutsche

Auch nach fast vierstündiger Diskussion war am Mittwoch nicht alles ausdiskutiert worden - etwa das Thema „Wasserrutsche“. Während ein Sprungturm inzwischen als Option in das Projekt aufgenommen wurde, ist es bei der Riesenrutsche noch nicht so. Sie würde ungefähr 200 000 Euro mehr kosten. Da wird noch weiter diskutiert. Beschlossen wurde auch hier nichts.

Für die nächste Stadtverordnetenversammlung sollen die Papiere zur Bürgerbefragung vorgelegt werden. Am Mittwoch waren sie zwar vorgestellt worden, lagen aber den Abgeordneten nicht einmal als Tischvorlage vor.

Von Marlies Schnaibel

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