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Falkensee Die Stadt hat jetzt ein Goldenes Buch
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20:23 09.09.2018
Bürgermeister Heiko Müller (Mitte) stellte am Sonntag auch das Goldene Buch von Falkensee vor. Quelle: Carsten Scheibe
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Falkensee

Jubiläen muss man feiern, wie sie fallen. Heiko Müller, Bürgermeister von Falkensee, nutzte den Tag des offenen Denkmals, um weit über 50 Besuchern im Sitzungssaal von der Geschichte des Rathauses zu berichten. Das besteht in diesem Jahr nämlich 100 Jahre.

 Wobei das Jubiläum eigentlich nur teilweise gefeiert werden darf. Nämlich in derjenigen Hälfte des Rathauses, die bereits 1918 gebaut wurde, damit Ernst Freimuth ein Domizil zur Verwaltung von Falkenhagen hat. Im Erker des Bürgermeisterzimmers, der nach Spandau ausgerichtet ist, sieht man seither hundert Jahre lang abends das Licht brennen. So lange schon haben sich in dem Raum die Bürgermeister die Klinke in die Hand gegeben.

Das Rathaus wurde zu klein

Heiko Müller: „Bereits 1923 hatte Bürgermeister Ernst Freimuth ein Problem, das wir auch heute wieder haben: Das Rathaus wurde zu klein. Zu dieser Zeit schlossen sich nämlich Falkenhagen und Seegefeld zur Großgemeinde Falkensee zusammen. Falkensee ist übrigens ein reines Kunstwort, das die beiden ersten Silben von Falkenhagen und Seegefeld vereint. Man hat sich damals geeinigt, dass im Wort Falkensee die letzte Silbe stark betont wird. Noch heute erkennt man frisch Zugezogene daran, dass sie eher die ersten beiden Silben betonen.“

 1923 wurde das Rathaus erweitert und erhielt einen spiegelbildlichen Anbau auf der linken Seite. Schon bald reicht das Gebäude wieder nicht aus, um alle Mitarbeiter zu fassen. So wurde ein benachbartes Bauernhaus zum Standesamt mit angeschlossenem Hoch- und Tiefbauamt umgebaut. Ein inzwischen offiziell freigegebener Verbinder schafft den Übergang zwischen den Bauwerken – und erlaubt dank Fahrstuhl einen barrierefreien Zugang ins Rathaus.

Mit dem Fahrstuhl in den Rathaussaal

Dazu erklärte Heiko Müller: „Endlich gelangt man nach einhundert Jahren auch im Rollstuhl über den Fahrstuhl in den Rathaussitzungssaal. Bis ganz nach oben ins Dach reicht der Fahrstuhl aber leider nicht. Hier hat der Denkmalschutz ein Veto eingereicht, da der Verbinder ansonsten zu dominant geworden wäre. Der Verbinder ist übrigens nur zwischen die beiden Häuser eingehängt worden. Man sieht in ihm stehend die Außenfassaden der beiden Häuser. Im Verbinder sind jetzt auch Wartebereiche und öffentliche Toiletten untergebracht."

Die Veranstaltung, die allen interessierten Bürgern offenstand, war übrigens nicht nur dafür da, um die Geschichte des Rathauses noch einmal akribisch aufzurollen. Feierlich wurde auch das Goldene Buch der Stadt Falkensee vorgestellt. Es wurde vom Falkenseer Künstler Peter Schultz gestaltet und von der lokalen Buchbinderei Baur hergestellt.

Olympiasieger könnte der Erste sein, der sich verewigt

Noch ist das dicke Buch mit dem Ledereinband komplett leer. Heiko Müller: „Wir denken, dass der Falkenseer Olympiasieger Ronald Rauhe der erste sein wird, der sich im neuen Goldenen Buch verewigen wird. Der Neujahrsempfang könnte dafür ein guter Anlass dafür sein. Wir wollen einen erklärenden Text vorbereiten und ihn in das Buch einfügen, so dass die betreffende Person bloß noch zu unterschreiben braucht. Wir rechnen mit zwei bis drei Neuzugängen im Jahr, wir denken da an Olympiasieger und an Künstler, die man auch wirklich in ganz Deutschland kennt. Auch die Gewinner des Bürgerpreises sollen mit einer Seite pro Jahr im Goldenen Buch gewürdigt werden."

 Anschließend konnten die Besucher an einer Führung durchs Rathaus teilnehmen. Vom Bürgermeister-Büro über das Standesamt und den Verbinder bis hinunter in den Keller reichte der informative Rundgang. Der alte, enge und sehr niedrige Keller des ursprünglichen Rathauses ist übrigens das letzte Überbleibsel der alten Oberförsterei Falkenhagen, auf dessen Mauern das Rathaus 1918 gebaut wurde.

Ob es Gefängniszellen gab, ist unbekannt

Gab es hier wohl einmal Gefängniszellen, wurde gefragt. Heiko Müller: „Das weiß ich nicht. Tatsächlich gab es aber eine Zeit nach 1945, als das Rathaus unter sowjetische Besatzung gestellt wurde. Damals wurde das ganze Haus hermetisch abgeriegelt und niemand weiß, was hier passiert ist. Tatsächlich sind in dieser Zeit viele Falkenseer verschwunden und nie wieder aufgetaucht. Ich gehe davon aus, dass dies in diesem Haus seinen Ursprung nahm. Hier fanden auf jeden Fall die Verhöre statt – und vielleicht gab es da auch eine Zelle im Keller."

Von Carsten Scheibe

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