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Falkensee Hallenbad wird mit Kegelbahn geplant
Lokales Havelland Falkensee Hallenbad wird mit Kegelbahn geplant
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00:24 30.09.2018
Das Hallenbad-Projekt wird weitergeführt. Quelle: Marlies Schnaibel
Falkensee

Am Ende gab es ein klares Ja für das Projekt Hallenbad. Wenn auch ein Ja mit angezogener Handbremse. Mit 20 Ja-Stimmen, elf Nein-Stimmen und einer Enthaltung fassten die Falkenseer Stadtverordneten am Mittwochabend den Beschluss, den Bau eines Hallenbades weiter zu planen.

20 Millionen teures Projekt

Über den endgültigen Bau des mehr als 20 Millionen Euro teuren Objektes soll jedoch erst später entschieden werden, zu groß sind die Bedenken angesichts ausufernder Kosten. Im Juni war noch eine Mehrheit der Abgeordneten gegen die Weiterführung des Projektes gewesen.

Der Abstimmung war noch einmal eine längere Diskussion vorausgegangen. Die begann schon in der Bürgerfragestunde, in der viele Falkenseer die Möglichkeit nutzten, sich noch einmal für das Projekt stark zu machen. Und sie fragten nach dem Wert einer Bürgerbefragung, die eine überdeutliche Zustimmung für das Projekt erbracht hatte, aber von vielen Abgeordneten anscheinend nicht berücksichtigt wird.

Kegler kämpfen um ihre Bahn

Andreas Gaber nutzte die Gelegenheit, um auch für die Kegelbahn zu werben. Die Sportler von Turbine Falkensee müssen in Spandau trainieren, möchten das gern wieder in Falkensee: „Es ist ein Sport, der alle Altersklassen anspricht“, sagte Gaber. Und er warb dafür, mit dem Projekt die Sportvielfalt in der Stadt hochzuhalten und nicht nur auf Fußball, Handball und Turnen zu setzen.

AfD gegen Kegelbahn

Dabei ist die Kegelbahn bei den Abgeordneten nicht unumstritten. Rainer van Raemdonck von der AfD machte klar, dass seine Fraktion für ein Hallenbad sei, aber prinzipiell gegen eine Kegelbahn. Ein Antrag seiner Fraktion, die Kegelbahn aus dem Projekt zu streichen, fand zehn Ja-Stimmen, aber nicht die erforderliche Mehrheit.

Noch keine Grundsatzentscheidung

Amid Jabbour (FDP) stellte die Hallenbad-Gretchenfrage: „Stampfen wir das Projekt ein oder nicht?“ Er lehnt das Projekt von Anfang an ab. „Wir treffen heute keine Grundsatzentscheidung, ob wir bauen“, meinte Daniela Zießnitz, Vorsitzende der CDU-Fraktion. „Schritt für Schritt wollen wir uns einer Entscheidung nähern“, sagte ihr Fraktionskollege Hans-Peter Pohl. Und zu diesen Schritten gehört jetzt, wie von der CDU gefordert: ein Betriebskonzept erstellen zu lassen und das durch eine unabhängige Wirtschaftlichkeitsuntersuchung gegenrechnen zu lassen.

Planung kann beginnen

So fand der Beschluss schließlich seine Mehrheit: Die weitere Planung des Bades wird beauftragt. Mit 25-Meter-Schwimmbecken und sechs Bahnen, mit 3-Meter-Turm, mit Lehrschwimmbecken, Wasserspielplatz, Saunabereich, Bistro und Kegelbahn mit vier Bohlebahnen. Bevor jedoch die verbindlichen Ausschreibung beginnen wird es eine erneute Debatte und einen neuen Beschluss geben.

Sachsenpower für Falkenseer Projekt

Für dieses Vorgehen stimmten die Fraktionen von SPD und Linke sowie große Teile von CDU und Grünen und ein AfD-Abgeordneter. Barbara Richstein (CDU) enthielt sich der Stimme. Mit der weiteren Planung wird die Firma Bauconzept aus dem sächsischen Lichtenstein beauftragt, die sich 2017 in einer europaweiten Ausschreibung durchgesetzt hat und bereits die bisher vorliegende Planung erstellt hat.

Von Marlies Schnaibel

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