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Falkensee Warum ein Lehrer am Bülow-Gymnasium seine Schule nicht mehr betreten darf
Lokales Havelland Falkensee Warum ein Lehrer am Bülow-Gymnasium seine Schule nicht mehr betreten darf
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06:15 25.03.2019
An Falkensees Gymnasium herrscht Aufregung. Quelle: Schnaibel
Falkensee

Am Vicco-von-Bülow-Gymnasium in Falkensee herrschen unruhige Zeiten. Am 8. März hatte es hier den ungewöhnlichen Vorfall gegeben, dass einem Lehrer der Zugang zu seinem Büro verwehrt blieb. Der elektronische Schlüssel war gesperrt.

Bürgermeister vor Ort

Bürgermeister Heiko Müller war vor Ort und erteilte einem Lehrer, der Landesbediensteter ist und Mitglied der Schulleitung, ein Hausverbot. Müller war am Vortag dazu vom Schulamt Neuruppin aufgefordert worden.

Brief an die Abgeordneten

In einem Schreiben an die MAZ und an die Abgeordneten der Falkenseer Stadtverordnetenversammlung hat der Lehrer den aus seiner Sicht unerhörten Vorfall öffentlich gemacht. Er vermutet, dass der Bürgermeister seine Kompetenzen überschritten hat. Am 8. März war ihm nur nach längerem Verhandeln erlaubt worden, persönliche Dinge mitzunehmen.

„Demütigende Situation“

Er war aufgefordert worden, eine Liste all seiner persönlichen Dinge anzufertigen und dem Bürgermeister zu geben, damit diese Sachen ausgehändigt werden könnten. „Es war dies eine ungeheure demütigende Situation“, schildert der Betroffene die Situation. Zu den Gründen des Hausverbots, das dann allerdings relativ schnell wieder aufgehoben wurde, äußerte sich der Lehrer nicht. Auch die Schule äußerte sich auf MAZ-Nachfrage offiziell nicht zu den Vorkommnissen.

Hausrecht bei der Stadt

Falkensees Bürgermeister Heiko Müller bestätigte, dass er vor Ort in der Schule das Hausverbot gegenüber dem Lehrer ausgesprochen habe. Das Schulgebäude gehört der Stadt Falkensee, somit liege dort auch das Hausrecht. Die Hintergründe des Geschehens wollte er nicht kommentieren.

Ähnlich reagierte auch das Staatliche Schulamt Neuruppin. „Zu Personalangelegenheiten und den dazugehörigen dienstrechtlichen Maßnahmen werden wird uns nicht öffentlich äußern“, sagte Dietmar Menzel, Leiter des Schulamtes.

Dienstrechtliche Maßnahme

„Grundsätzlich werden dienstrechtliche Maßnahmen gegen Beschäftigte des Staatlichen Schulamtes Neuruppin durch die Dienststelle durchgeführt. Ein Schulträger, der von uns in ein Verfahren involviert wird, erhält von uns dazu auch entsprechende Anforderungen. Ich kann Ihnen versichern, dass der Schulträger bzw. der Bürgermeister Herr Müller keine Kompetenzen überschritten hat und auf Aufforderung des Schulamtes sachgerecht handelte.“

Im Schreiben an die Abgeordneten der Falkenseer Stadtverordnetenversammlung hatte der Lehrer diese gebeten, zu prüfen, ob der Bürgermeister seine Kompetenzen überschritten hatte. Barbara Richstein, Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, hatte sich nach dem Schreiben mit dem bildungspolitischen Sprecher ihrer Landtagsfraktion beraten und wollte auch das Schulamt kontaktieren.

Selbst, wenn der Bürgermeister sachlich richtig gehandelt hat, bleiben für die Politikerin Fragen offen: „Es ist doch verwunderlich, dass mit einem Hausverbot so ein schwerer arbeitsrechtliches Geschütz aufgefahren wird, das Verbot dann aber so schnell wieder aufgehoben wird.“

Von Marlies Schnaibel

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