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Falkensee Keine Asseln, keine Chemie
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00:32 19.05.2018
Wie funktioniert so ein mechanischer Kiesfilter eigentlich? Günter Fredrich erklärt das Verfahren im Wasserwerk Staaken. Quelle: Carsten Scheibe
Falkensee

Am 27. Mai geht es am Falkenhagener Anger von Falkensee wieder rund. Dann gibt es zum zweiten Mal ein buntes Programm mit vielen Akteuren aus der Region, die sich am Weltumwelt- und Familientag um Themen wie Recycling, Kastration bei Katzen oder chemische Wasseranalysen bemühen.

Teil des Umwelttages

Bereits im Vorfeld konnten Interessierte an verschiedenen Terminen teilnehmen. So fand am Dienstag eine Führung durch das Wasserwerk Staaken statt. Das liegt unweit vom Bahnhof Albrechtshof genau an der Grenze zwischen Dallgow-Döberitz, Falkensee und Berlin. Betreiber des Wasserwerks ist die Osthavelländische Trinkwasserversorgung und Abwasseraufbereitung GmbH (OWA), die insgesamt sechs Wasserwerke in der Region Havelland und Oberhavel unterhält.

Interessierter Blick in den Untergrund. Quelle: Carsten Scheibe

Das Wasserwerk Staaken stellt sicher, dass sauberes Trinkwasser aus den Wasserhähnen der angeschlossenen Haushalte fließt. Geschäftsführer Günter Fredrich: „Wir sorgen ohne Chemie für Trinkwasserqualität. Unsere Brunnen fördern das Grundwasser aus Tiefen zwischen 40 bis 100 Meter nach oben. Dabei handelt es sich um sogenanntes bedecktes Grundwasser, das etwa durch Lehmschichten von dem oberen Grundwasser isoliert wird. So haben wir keinerlei Belastung durch Nitrat. Dafür haben wir es aber durch Gesteinsauswaschungen mit Eisen und Mangan zu tun, auch gelöste Kohlensäure und Schwefelwasserstoff spielen eine Rolle. Schwefelwasserstoff, weil es stinkt. Und Kohlensäure, weil es Rohre und auch Beton angreifen kann.“

Rohre werden gespült

Um die Stoffe aus dem Wasser zu fischen, wird dieses einfach nur belüftet. Die Luftzufuhr sorgt dafür, dass die Metallverbindungen oxidiert werden. Dadurch flocken sie aus und bleiben im Kiesfilter hängen. Das Wasser hat anschließend Trinkqualität. Günter Fredrich: „Früher gab es Ammonium im Wasser. Das führte dazu, dass sich über die Nahrungskette Wasserasseln in den Rohrleitungen vermehrt haben. Das Problem hat sich erledigt. Die Rohre wurden gespült, die Asseln sind verschwunden.“

Zwischenlager in Tanks

Das Trinkwasser kann in zwei 20 000-Kubikmeter-Tanks zwischengelagert werden – eine stille Reserve für vier Tage. Bis zu vier starke Pumpen sorgen für ordentlich Druck in den Rohren und bringen das Trinkwasser zum Kunden. Günter Fredrich: „Ein Messpunkt in 22 Kilometern Entfernung misst ständig den Druck auf den Rohren. Fällt er ab, wird die Last der Pumpen sofort angepasst. Wenn heute eine Wasserleitung in einem Haushalt nicht genug Druck hat, liegt das meist am Kunden selbst.“

Kiesfilter werden gespült

Alle paar Tage werden die Kiesfilter des Staakener Wasserwerks durchgespült, um den Mangan- und Eisenschlamm auszutreiben. Das Schmutzwasser wird in Außenbecken geleitet, hier setzen sich die Metallstoffe ab. Günter Fredrich: „Die Betreiber von Biogasanlagen holen sich die Rückstände bei uns ab, sodass bei uns keine Entsorgungskosten anfallen.“

Trinkwasser und Sparen

Lohnt es sich da eigentlich, Trinkwasser zu sparen?, wollten einige Besucher wissen. Günter Fredrich: „Wasser verschwenden sollte man nicht. Es bringt aber auch der Umwelt nichts, zu viel Wasser zu sparen. Wir befinden uns hier in einem Urstromtal – uns steht ausreichend Wasser zur Verfügung. Wenn viel Wasser verbraucht wird, nehmen wir ausreichend Gelder ein, um unsere Preise stabil halten zu können. Hinzu kommt, dass die Abwasserbetriebe genügend Abwasser brauchen, um eine gewisse Fließgeschwindigkeit in den Rohren zu erzielen. Sonst setzen sich Feststoffe zu schnell ab – und die Rohre verstopfen.“

Von Carsten Scheibe

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